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  • Sa., 12. August 2023, 09:00 Uhr
    KRANKENHAUS ALZEY: Stadt und Landkreis hoffen auf gute Lösung im Zuge der Insolvenz der DRK-Trägergesellschaft / Klinikum Worms läuft im Normalbetrieb weiter

    „Unverzichtbar für medizinische Versorgung"

    Für das DRK Krankenhaus wurde Insolvenz angemeldet.  Foto: Stadtverwaltung Alzey


    Von Florian Helfert › Mit Sorge blicken Landrat Heiko Sippel und Bürgermeister Steffen Jung auf die jüngsten Entwicklungen der DRK-Trägergesellschaft Süd-West. Das am Dienstag angekündigte Insolvenzverfahren in Selbstverwaltung betrifft neben den Krankenhäusern in Altenkirchen, Hachenburg, Kirchen und Neuwied auch das Alzeyer Krankenhaus. Sippel und Jung sorgen sich um den Standort Alzey und die Mitarbeitenden der Einrichtung.

    Versorgung soll sichergestellt sein

    Die allgemeinen Herausforderungen für die Gesundheits- und Pflegebranche sowie die Preissteigerungen für Strom und Energie haben die Gesellschaft zuletzt in eine defizitäre Lage gebracht, teilt die DRK-Trägergesellschaft mit. Die fünf Kliniken sollen nun in Eigenverwaltung neu aufgestellt werden. Die Versorgung der Patienten am Standort Alzey soll indessen auch künftig sichergestellt sein. Die Mitarbeitenden erhalten auch während des Verfahrens weiter ihre Löhne, teilt die Trägergesellschaft mit.

    „Standort muss erhalten werden"

    „Das ist zwar zunächst beruhigend zu hören, dennoch fürchten wir um die Zukunft des Standorts Alzey“, so Bürgermeister Steffen Jung. Mit der hohen medizinischen Qualität vor Ort und der guten Pflege stelle das DRK Krankenhaus einen wichtigen Part in der Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum dar. „Es ist unverzichtbar für die medizinische Versorgung in Stadt und Landkreis“, betont Heiko Sippel. Beide erwarten eine offene Kommunikation der Trägergesellschaft gegenüber den Kommunen. Mit der Klinikleitung stehe man in engem Austausch. „Die Zukunft des Alzeyer Krankenhauses muss weiterhin sichergestellt sein“, stellen Sippel und Jung fest. Beide möchten hierbei im Rahmen ihrer Möglichkeiten unterstützen.

    „Gedanken über langfristige Perspektive machen"

    Auch MdB Jan Metzler (CDU) sorgt sich in einer Pressemeldung um das Alzeyer Krankenhaus. Er unterstreicht den Stellenwert einer flächendeckenden Notfall- und Grundversorgung: „Es ist nicht nur ein unverzichtbarer Ort der medizinischen Versorgung, sondern auch ein bedeutender Arbeitgeber.“ Sich im Notfall auf eine angemessene Versorgung verlassen zu können, dürfe nicht eine Frage des Wohnortes werden, warnt Metzler eindringlich.

    Folgen für Klinikum Worms?

    Da der Betrieb des Krankenhauses in Alzey nach DRK-Angaben sichergestellt ist, geht das Klinikum Worms – eine Tochtergesellschaft der Stadt – zum aktuellen Zeitpunkt nicht davon aus, dass es zu einer merklichen Zunahme an Patienten aus dem Versorgungsgebiet des Alzeyer Krankenhauses kommen wird.

    Ebenfalls positiv: Das Klinikum Worms ist nach eigenen Angaben in den nächsten Jahren definitiv nicht von einer Insolvenz betroffen. „Allerdings sind wir wie alle Kliniken mit immensen Kostensteigerungen in nahezu allen Bereichen konfrontiert“, so Pressesprecherin Dr. Eva Ehmke auf Nachfrage des Nibelungen Kuriers. „Wenn Kosten weiter steigen, sich Gewinne aber nicht erhöhen – da wir die ‚Preise‘ für medizinische Behandlungen nicht einfach so anpassen können – resultiert automatisch eine Defizitspirale, die auch bei gutem Wirtschaften nicht aufzuhalten ist“, so Ehmke im Anschluss. Die finanzielle Situation deutscher Kliniken werde sich in den nächsten Jahren weiter zuspitzen, wenn sich Rahmenstrukturen nicht ändern würden.

    Weckruf für Politik

    Entsprechend hofft unter anderem die Landesebene des Verbandes der Ersatzkassen e.V. (vdek) auf einen Weckruf für Bund und Land. „Die geplante Krankenhausreform auf Bundesebene muss zügig umgesetzt werden“, appelliert Sarah Dreis als Pressesprecherin. Die Landesregierung müsse ebenfalls ihrer politischen Verantwortung in der Krankenhausplanung sowie der Investitionsförderung nachkommen. Der Insolvenzantrag mit gleich fünf betroffenen Kliniken im Land zeige den politischen Handlungsbedarf im Bund und Land erneut sehr deutlich, so die Pressemitteilung des Landesverbandes der Ersatzkassen.

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