Die Stadt Worms verabschiedete am Mittwoch offiziell die US-Streitkräfte aus der Nibelungenstadt und erinnert mit dem„Drachenkopf“ an die Stationierung
US-Army sagt endgültig: „Goodbye Worms!“
An der Zufahrt zur Prinz-Carl-Anlage, den ehemaligen Taukkunen Barracks, wurde eine Gedenktafel zur Erinnerung an die US-Truppen in Worms angebracht. Foto: Gernot Kirch
Von Gernot Kirch Die US-Armee war mit Truppenteilen rund 40 Jahre lang, von 1951 bis 1996 in Worms stationiert. In den amerikanischen Wohngebieten blieben die US-Soldaten mit ihren Familien sogar noch ein paar Jahre länger, dann war endgültig Schluss und die letzten Militärangehörigen aus den Staaten verließen Worms.
Zunächst Logistik dann Fernmelder
Ab 1951 waren zunächst Logistikverbände in Worms stationiert, dann folgte 1974 das 5th Signal Command, das bis 1996 ihren Standort in der Nibelungenstadt hatte. Die amerikanische Bezeichnung „Signal“ steht dabei für Fernmeldetruppen, also jene Soldaten, die für das Herstellen und Betreiben von Kommunikationsverbindungen zwischen den Kampfverbänden verantwortlich sind.
Offizieller Abschied
Obwohl das 5th Signal Command im Jahr 1996 aus Worms abzog und fortan in Mannheim und später in Wiesbaden stationiert war, blieben die Verbindungen zur Nibelungenstadt eng und herzlich, auch wenn die Intensität mit den Jahren natürlich nachließ. Aufgrund einer Umstrukturierung innerhalb der US-Army wird das 5th Signal Command nun aufgelöst. An ihre Stelle tritt die 2th Signal Brigade.
US-Soldaten prägten Worms
Die Auflösung des 5th Signal Command war nun Anlass für die Stadt Worms, das 5th Signal Command und damit „ihre“ Amerikaner offiziell aus der Nibelungenstadt zu verabschieden. Im Wormser Rathaus hatte Oberbürgermeister Michael Kissel zu einem Empfang geladen. Er erinnerte daran, wie sehr die Amerikaner das Stadtbild prägten und wie herzlich die deutsch-amerikanische Freundschaft war. Mit einem Schmunzeln erzählte er, wie die GIs etwa Coca Cola, Ice Cream und Hamburger in die Nibelungenstadt brachten. Sehr beliebt sei das amerikanische Frühlingsfest gewesen. Nicht zu vergessen, dass die Amerikaner jedes Jahr zum Backfsichfest ein „Miss Backfsichfest“ kürten und diese überall präsent war.
Befreiung von Nazi-Herrschaft
Der Stadtchef erinnerte aber auch daran, dass es die Amerikaner waren, die 1945 die Stadt Worms, wie auch ganz Deutschland, vom Nazi-Terror befreiten. Zum Abschluss hob Michael Kissel die enge deutsch-amerikanische Freundschaft und Zusammenarbeit hervor, die eine ganz wichtige Bedeutung für die nordatlantische Allianz habe. Die USA und Deutschland seien enge Freunde und Verbündete und er hoffe, dass dies für immer so bleiben möge.
Dragon Warriors
Die Kommandeur des 5th Signal Command, Colonel Parker, bedankte sich für die freundlichen Worte und die stets freundliche Aufnahme in Worms. Er erinnerte, dass das 5th Signal Command seit 1995 den „Wormser Drachen“ als Wappen an ihren Uniformen tragen würden. Viele US-Soldaten hätten Worms anerkennend als ihr „home“ bezeichnet und durch den Drachen als Abzeichen würden sie den Beiname „Dragon Warriors“ tragen.
Bundeswehr bedankt sich
Der Leiter des Kreisverbindungsbüros der Bundeswehr in Worms, Oberstleutnant Freiherr von Dörnberg, hob ebenfalls die Bedeutung der deutsch-amerikanischen Zusammenarbeit in der NATO hervor und bedankte sich bei den Amerikanern für deren Freundschaft und das gemeinsamen Einstehen für die westlichen Werte wie Demokratie und Freiheit.
Gedenktafel
Den Abschluss der Zeremonie bildete die Enthüllung des Abzeichens der „Dragon Warriors“ am Eingang zur Prinz-Carl-Anlage“, wo sich früher, bsi 1996 die „Taukkunen Barracks“ befanden.