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  • Do., 08. Oktober 2020, 12:53 Uhr
    DRK-KREISVERBAND: Ernennung ehrenamtlicher Führungskräfte und Botschaft an die Politik

    „Verantwortungsvolle Aufgabe“

    Von links: Dennis Hübinger, Benjamin Fischer, Patrick Pillipan, Christian Brand, Nicole Gotschy.


    Das Deutsche Rote Kreuz ernannte unlängst neue Führungskräfte. Kreisbereitschaftsleiterin Nicole Gotschy freute sich, gleich vier neue Zugführer ernennen zu dürfen. Christian Brand, Benjamin Fischer, Dennis Hübinger und Patrick Pillipan haben durch ihre erfolgreiche Lehrgangsteilnahme am DRK-Bildungsinstitut ihr umfangreiches Wissen und Können bewiesen. Die Ehrenamtlichen dürfen im Einsatzfall künftig die rund 60 Helferinnen und Helfer des DRK-Kreisverbands führen – „eine verantwortungsvolle Aufgabe, die Besonnenheit und Umsicht erfordert“, wie Gotschy erläuterte. Zur Unterstützung stehen den Zugführern mehrere Gruppenführer und Führungsgehilfen zur Verfügung, um jederzeit die Aufträge der öffentlichen Einsatzleitung erfüllen zu können.

    Die ehrenamtlichen Sanitäter aus den drei Ortsvereinen Altrhein, Südlicher Wonnegau und Worms engagieren sich unter anderem im Katastrophenschutz der Stadt Worms, wo sie die Schnelleinsatzgruppe Sanitätsdienst bilden. Zu realen Einsätzen kommt es in diesem Rahmen zwar selten, jedoch muss die Einsatzbereitschaft jederzeit gewährleistet sein. Im Hinblick auf Corona wurde daher dieses Jahr in der Ausbildung besonderer Wert auf Infektionsschutz gelegt. Zudem legte das DRK ein Lager mit Materialien für Corona-Großeinsätze an und bildete einen Einsatzstab, der seit März regelmäßig tagt. Die medizinisch geschulten Helfer betreuten außerdem Anfang des Jahres aktiv die in der Südpfalz-Kaserne in Germersheim isolierten deutschen China-Heimkehrer und sie besetzten die Corona-Teststation, die in Osthofen eingerichtet war. Regulär übernehmen die Ehrenamtlichen aber auch die Feuerwehr-Sanitätsbereitschaft, die bei gefährlicheren Feuerwehreinsätzen zur Absicherung der Feuerwehrleute hinzugerufen wird. In normalen Jahren sind die Sanitäter zusätzlich fast jedes Wochenende bei Wachdiensten auf Volksfesten und anderen Veranstaltungen im Einsatz.

    Gotschy ernannte auch ein neues Führungsduo für die Gruppe der Psychosozialen Notfallversorgung des DRK-Kreisverbands. Annette Esselborn und Martin Mayer übernehmen das Staffelholz vom scheidenden Teamleiter Markus Hieronymus, der das Amt seit sechs Jahren innehatte. Die zuständige Rettungsleitstelle in Mainz kann bei Unfällen und Unglücken jederzeit auf die Ehrenamtlichen zurückgreifen, wenn psychisch belastende Ereignisse eine professionelle Betreuung erforderlich machen. Gemeinsam mit dem ASB-Kreisverband sowie dem evangelischen und dem katholischen Dekanat bilden sie ein ehrenamtliches Kriseninterventionsteam, das auch über die Grenzen der Stadt Worms hinaus zum Einsatz kommt. Beispiele sind schwere Verkehrsunfälle, Suizide oder die leider regelmäßigen tragischen Badeunfälle im Rhein. Aktuell sind 15 Helferinnen und Helfer in diesem Bereich engagiert. Letztes Jahr gab es 27 Einsätze, 4680 Stunden wurden in Bereitschaft und 668 Stunden mit Ausbildung verbracht, berichtet Hieronymus stolz über das Erreichte. Seinen Nachfolgern wünscht er eine glückliche Hand und viel Gespür bei ihrer neuen Aufgabe. Kreisbereitschaftsleiterin Gotschy dankte allen neuen und alten Führungskräften für ihr hohes Engagement, das gerade in Zeiten der Corona-Pandemie viel Zeit und Energie beanspruche.

    Es bot sich auch die Möglichkeit, einen Appell an die Politik zu richten, die dieses Jahr durch die Wormser Landtagsabgeordnete Stephanie Lohr vertreten war. „Trotz steigender Anforderungen und wachsender Aufgaben stehen nur geringe Mittel zur Verfügung“, berichtete der Katastrophenschutz-Beauftragte Christoph Kling. Die öffentliche Hand habe über Jahrzehnte gespart und trotz der aktuellen Situation klaffe beim DRK-Kreisverband immer noch eine große Finanzierungslücke, die von den Ehrenamtlichen nur mit Spendenaktionen kaum geschlossen werden könne. Teures Material ist der Witterung ausgesetzt, weil es keine Unterstellmöglichkeiten gebe. Gefordert sei vor allem die Stadt Worms als behördlicher Aufgabenträger, aber auch das Land. Es hapere nicht nur bei den Mitteln, sondern auch an bürokratischen Hürden und verschleppten Organisationsmaßnahmen. Pragmatische Lösungen seien lange überfällig, damit Führungskräfte und Helfer nicht gegen Windmühlen kämpfen müssen und sich auf ihre eigentliche Aufgabe konzentrieren können: „Helfen ohne Ansehen der Person“.

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