Die Gratiszeitung für Worms und das Nibelungenland
Sie sind hier: Startseite » Sport » Verpasster Bigpoint im Abstiegskampf
Di., 09. Mai 2023, 11:02 Uhr
HANDBALL: Abstiegsgespenst sitzt der HSG Worms nach dramatischer 25:26-Niederlage gegen HV Vallendar hartnäckig im Nacken
Verpasster Bigpoint im Abstiegskampf
Tragischer Held der Partie gegen den HV Vallendar: Just Tim Knobel, dem besten Spieler der HSG Worms, blieb die Krönung einer klasse Vorstellung versagt. Der HSG-Rückraum-Shooter vergab in letzter Sekunde den möglichen 26:26-Ausgleich mit einem Aufsetzer knapp über die Latte. Foto: Felix Diehl
Von Jürgen Jaap › Die wärmende Frühlingssonne ruft es auf den Plan. Es lauert hinter jeder Ecke. Unbarmherzig schlägt es zu. Es holt sich die Schwächsten der Schwachen. Das Abstiegsgespenst kennt keine Gnade. Dieser Tage hat es die Handballer der HSG Worms ins Visier genommen. Die Wormser Drachen kämpfen seit Beginn der Saison 2022/2023 um den Klassenerhalt in der Oberliga Rheinland-Pfalz / Saar der Männer. Auch am drittletzten Spieltag blieb ein durchaus möglicher Bigpoint im Heimspiel gegen den HV Vallendar aus. „Uns fehlte heute wieder einmal das berühmte Quäntchen Glück“, haderte HSG-Trainer Marco Tremmel nach der unglücklich zu Stande gekommenen 25:26-Pleite gegen den starken Tabellenfünften aus dem nördlichen Rheinland.
HSG-Abwehr hält HV Vallendar in Schach
Also wieder nichts Zählbares auf dem Habenkonto – und das trotz einer kämpferisch einwandfreien Leistung der Nibelungenstädter über den größten Teil der Partie. Insbesondere die 6:0-Abwehr der Drachen um die ausgezeichnet verschiebenden Mittelblocker Ales Muhovec, Paul Streuber und Lukas Hochgesand stand felsenfest. Dahinter trumpfte Torwart-Hüne Simon Gabrys, der nach auskurierter schwerer Knieverletzung erstmals wieder zwischen den HSG-Pfosten stand, groß auf. „Unsere Abwehr spielte überragend, hielt Vallendar bei gerade zehn Toren zur Pause“, lobte Marco Tremmel seine Defensive verdientermaßen. Und weil Rechtsaußen Tim Freitag, Paul Streuber und Lukas Hochgesand am Kreis Räume öffneten, sowie Tim Knobel aus dem linken Rückraum kommend immer wieder traf, ging es mit einer mehr als verdienten 11:10-Führung zum Pausentee.
Löwen-Torwart Nils Lorenz hält vier „Unhaltbare“
Besser noch: Nach dem Wechsel rauschten die Drachen los wie die Feuerwehr, führten schnell 14:11 (33.). Aber wie so oft in dieser vermaledeiten Saison gab’s Nackenschläge für die Nibelungenstädter. Tim Knobel fiel beim Treffer zum 15:14 (36.) derart unglücklich auf den Rücken, dass der wurfgewaltige Rückraumspieler minutenlang behandelt werden musste. HV Vallendar nutzte die Verwirrung der Gastgeber eiskalt, um die Partie zunächst auf 17:19 (42.) und später gar auf 20:24 (53.) zu drehen. „Das war auch einer unfassbaren Leistung des Gäste-Torwartes zu verdanken“, konnte es Marco Tremmel kaum fassen, dass Nils Lorenz im Kasten der Vallendarer Löwen vier Gegenstöße der HSG mit vier Mega-Paraden entschärfte.
Tim Knobel, der tragische Held
Dennoch glaubte die kämpferisch voll und ganz überzeugende HSG Worms weiter an sich. Tim Knobel biss die Zähne zusammen, kam auf die Platte zurück und erzielte allein in den letzten sechs Minuten fünf seiner insgesamt elf Tore. Worms schlich 90 Sekunden vor dem Ende des Spiels auf 25:26 heran, fischte sich in der Abwehr den Ball. Ein Angriff noch mit der Chance zum Ausgleich. Tim Knobel nimmt den Wurf in Bedrängnis. Um Zentimeter zischt der Aufsetzer des tragischen Helden über die Latte. Wie hat solch eine Szene einmal der Fußballer Jürgen „Kobra“ Wegmann treffend beschrieben: „Erst hast du kein Glück, dann kommt noch Pech dazu.“ Dennoch bleibt HSG-Coach Marco Tremmel zuversichtlich für die beiden restlichen Saisonspiele seiner Truppe zunächst zu Hause gegen SG Saulheim und schließlich beim direkten Abstiegskonkurrenten HSG Nahe-Glan, denn: „Nächsten Sonntag haben wir schon die nächste Chance.“ Das Abstiegsgespenst soll sich gefälligst anderweitig umschauen.