Do., 26. Januar 2023, 13:05 Uhr
Der Lehrkräftemangel an rheinland-pfälzischen Schulen ist auch weiterhin ein Top-Thema des Landeselternbeirats. Dabei ist die Herausforderung in Rheinland-Pfalz nicht allein die Planstellenbesetzung. Hier sei Rheinland-Pfalz dank umfassender Bemühungen besser aufgestellt als andere, so der Landeselternbeirat. Dennoch bestehen zentrale Probleme: „Es kann nicht sein, dass beispielsweise bei Ausfall einer einzigen Grundschullehrkraft Klassen tageweise nachhause geschickt oder allenfalls notbetreut werden. Auch das Aufteilen von Klassenverbänden kann keinen qualifizierten Unterricht darstellen," so die Landeselternsprecherin Dr. Kirsten Hillert. In weiterführenden Schulen würden Klassen teilweise über mehrere Wochen zum Selbs-/ Homeschooling angehalten werden, heißt es in der Pressemitteilung. Die Integrierten Gesamtschulen (IGS) – mit vorgegeben besserem Personalschlüssel - seien die einzige Schulform, von der der Landeselternbeirat nicht regelmäßig Hilferufe betroffener Eltern wegen ausfallendem bzw. nicht adäquat vertretenem Unterricht erhält. „Der Vertretungspool muss aufgestockt werden,“ so die Landeselternsprecherin. „Wenn eine Lehrkraft krank wird, muss sofort ein Fachlehrkraft als Vertretung verfügbar sein. Strukturell benötigen wir Anpassungen. Projekte alleine reichen nicht aus.“
Das Auslaufen des Programms „Aufholen nach Corona" und das um Jahre versetzt anlaufende Startchancen-Programm des Bundes verschärfe die Problematik zusätzlich. „Bisher konnten die Schulen durch Gelder aus „Aufholen nach Corona“ strukturelle Defizite kompensieren – obwohl das Programm selbstverständlich einen anderen Ansatz verfolgte. Corona hat als Katalysator gewirkt. Wissenslücken und Rückstände bei den Schülerinnen und Schülern verschärfen die Bedeutung ausfallenden Fachunterrichts und Unterrichts in Deutsch als Fremdsprache bzw. Zweitsprache." Die Landeselternsprecherin betont: „Die Situation benachteiligt insbesondere Familien, in denen Eltern aus zeitlichen, finanziellen oder sachlichen Gründen ihre Kinder nicht vollumfänglich unterstützen können. Fehlende qualifizierte Lehrkräfte vergrößern somit die Bildungsungerechtigkeit."