Das 84. Wormser Backfischfest öffnet am 26. August seine Pforten / Teilweise Bestuhlung im Wonnegauer Weinkeller
Viel Bewährtes und einige Neuerungen
Die Verantwortlichen des Backfischfestes präsentierten am Dienstag das neuntägige Programm. Foto: Gernot Kirch
Von Gernot Kirch Vom 26. August bis zum 3. September lädt das Wormser Backfischfest neun Tage lang mit zahlreichen Attraktionen auf die Kisselswiese. Das größte Weinfest am Rhein lockt mit vielen bewährten Programmpunkten, bietet aber auch einige Neuheiten. Am Dienstag informierten die Verantwortlichen die Medien über die wesentlichen Aspekte des Volksfestes. Eine markante Änderung zu den Vorjahren ist sicherlich, dass der Wonnegauer Weinkeller an mehreren Tagen teil- oder ganz bestuhlt wird. An den beiden Sonntagen, jeweils von 16 Uhr bis zum Ende, werden im Weinzelt zirka 30 Sitzgarnituren aufgestellt. Mehr Attraktivität Der 1. Vorsitzende des Wonnegauer Weinkellers, Dr. Andreas Schreiber, erklärte dazu, man wolle damit auch für mittelalte und ältere Menschen attraktiv sein, die einen Sitzplatz bevorzugen. Auch am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag, wenn im Zelt Bands spielen, sollen im Eingangsbereich rund zehn Sitzgarnituren aufgestellt werden. Sollte sich das Konzept mit den Sitzgarnituren bewähren, könnte man im nächsten Jahr auch an Bedienungen denken, so Dr. Andreas Schreiber. Am Freitag und den beiden Samstagen sowie am Montag bei Hagens Weinschatz bleibe es dabei, dass es ein reines Stehzelt sei, wenn die jungen Menschen unterwegs sind. Dem Backfischfest vorweg geschaltet ist im Wonnegauer Weinkeller am Freitag, dem 25. August, die beliebte Piano-Weinprobe.
Attraktive Fahrgeschäfte
Bürgermeister Hans-Joachim Kosubek betonte den Charakter des Backfischfestes als Familienfest. Daher lege man Wert auf Programmpunkte und Fahrgeschäfte für alle Generationen. Eine Attraktion sei sicherlich der mobile und 81 Meter hohe Aussichtsturm „City Liner“, der einen Blick über ganz Worms erlaube. Wichtig sei dabei, dass die Gondel auch für Rollstuhlfahrer und Menschen mit Rollator befahrbar sei. Wer Achterbahn fahre, würde diesmal die ganze Strecke im Dunkeln zurücklegen, sodass niemand wisse, wann es abwärts oder in eine Kurve ginge. Für diejenigen, die es nicht ganz so wild mögen, gebe es als Klassiker die „Wilde Maus.“ Der Mix sei dieses Jahr wieder erfolgreich gelungen, es gebe Fahrgeschäfte für Kinder, Erwachsene und welche für ganz Wagemutige.
Lärmschutz
Aus Gründen des Lärmschutzes achte man in diesem Jahr wieder ganz genau auf die Lautstärke. Im vergangenen Jahr, so Hans-Joachim Kosubek, sei das Backfsichfest lauter gewesen, als es die Grenzwerte erlaubten. Man habe zwar eine Sondergenehmigung der Aufsichts- und Dienstleistungsbehörde (ADD), aber die Emissionsgrenzen müssten eingehalten werden, daher seien die etwas lauteren Fahrgeschäft mehr in Richtung Rhein platziert, während die leiseren eher in Richtung Innenstadt aufgestellt werden.
Sicherheit wird groß geschrieben
Angelika Zezyk vom städtischen Bereich „Ordnung und Sicherheit“ erläuterte beim Themenkomplex „Sicherheit“, dass die Stadt gemeinsam mit der Polizei ein entsprechendes Konzept erarbeitet habe, aber nicht alle Details präsentiere. Sichtbar werden dieses Jahr allerdings die großen Steine an den Zufahrtswegen sein. Weiter wies Angelika Zezyk daraufhin, dass das Mitbringen von alkoholischen Getränken verboten ist. Diesbezüglich gebe es Kontrollen. Ohnehin sollten Besucher auf Rücksäcke und größere Taschen verzichten. In jedem Fall würde deren Inhalt geprüft. Der Ausschank ende auf dem gesamten Backfischfestplatz um 2 Uhr. Die umliegenden Gaststätten hätten für Nachtschwärmer traditionsgemäß länger offen.
Die letzten Busse fahren um 2.30 Uhr in alle Richtungen bzw. Wormser Stadtteile. Eine Neuerung ist, dass es Sonderzüge in Richtung Mannheim, Mainz und Alzey gebe. Vom Wormser Bahnhof zum Festplatz gebe es einen Pendelverkehr im 15-Minuten-Takt. Besucher mit dem Auto können in unmittelbarer Nähe zum Festplatz direkt an der Bundesstraße 9 zwei PKW-Parkplätze (Kastanienallee) nutzen. Die Tageskarte für den Parkplatz kostet drei Euro.
Fischerwääd im Fokus
Marcus Trapp hat nun bereits seit zehn Jahren das Amt des „Bojemäschters vun de Fischerwääd“ inne. Und er ist noch lange nicht amtsmüde. Am Dienstag sprühte er geradezu vor Tatendrang und rückte die Traditionselemente des Backfischfestes in den Fokus seiner Rede. Neben der Eröffnung auf dem Marktplatz am Samstag, dem 26. August, wies er auf die Fischerwääder Kerb am Backfischfestmittwoch und die große Kinderolympiade am Freitag, dem 1. September, hin. Den Abschluss bildete das Fischerstechen und das Höhenfeuerwerk am zweiten Sonntag. Wer das Backfischfest schon ein bisschen vorfeiern möchte, dem empfahl Marcus Trapp am 17. August die Warm-Up-Party der Fischerwääder mit dem Weingut Valckenberg und am 19. August den Ausschank bei den Marktwinzern am Siegfriedbrunnen.
Historische Fotoausstellung
Seit jeher wird beim Backfischfest großer Wert auf Traditionen, Bräuche und die Geschichte des Festes gelegt. Wie die Menschen vor über 60 Jahren das Volksfest am Rhein feierten wird nun bildlich präsentiert. Bereits zwei Tage vor dem Backfischfest eröffnet um 19 Uhr im Stadtarchiv die historische Foto-Ausstellung „Die Backfischfeste 1955 und 1956 in Farbe“. Bis zum 25. September ist diese Ausstellung geöffnet.
Weitere Infos zum Backfischfest unter: www.backfischfest.de