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  • So., 15. September 2019, 20:11 Uhr
    Heimat shoppen: Bundesweite Aktion stärkt Einzelhandel vor Ort / Worms 2019 erstmal mit dabei / Wiederholung im kommenden Jahr geplant

    Viel mehr als nur ein Einkauf vor der Haustür

    Der Hofladen der Lebenshilfe in Hochheim beteiligte sich ebenfalls an den neuen Aktionstagen in Worms. Foto: Karolina Krüger


    Mit der Intention, den lokalen Handel zu stärken fand vergangenen Freitag und Samstag das bundesweite Projekt „Heimat shoppen“ statt.
    „Mit über 80 Unternehmen in der Innenstadt und den Vororten ist die Resonanz in Worms für den ersten Anlauf sehr gut“, freute sich Kai Hornuf vom Stadtmarketing Nibelungenstadt Worms e.V.. Die Projektleiterin Alicia Kundel, die im Rahmen ihres mehrmonatigen Praktikums beim Stadtmarketing die treibende Kraft bei der Akquise war, betonte: „Es ist schon erstaunlich, welche Sortimentsvielfalt und -tiefe es in Worms gibt. Auch die handwerklichen Fähigkeiten mancher Händler oder mit Liebe ausgesuchte Produktfamilien machen das Stöbern im stationären Handel zu einem Erlebnis“.
    In der gesamten Stadt gibt es aktuell 902 Einzelhandelsunternehmen. Im letzten Jahr hat der Wormser Einzelhandel 644 Millionen Euro umgesetzt. Trotzdem steht der stationäre Einzelhandel vor großen Herausforderungen – vor allem durch den Konkurrenzdruck durch den Online-Handel. Immer mehr Fachgeschäfte müssen schließen und die Individualität der Städte droht verloren zu gehen.

    Besondere Aktionen
    Daher sollte beim „Heimat shoppen“ ein Zeichen gesetzt und den Bürgern vor Augen geführt werden, was die hier ansässigen Händler zu bieten haben. Während der zwei Aktionstage war die Stadt voll mit Papiertüten, Plakaten und Luftballons mit dem auffälligen gelben Logo „Heimat shoppen“. Die Teilnehmer hatten sich zudem etwas Besonderes für ihre Kunden einfallen lassen. Manfred Orth von Olala! Mode & Accessoires zeigte sich sehr zufrieden mit den Aktionstagen. Die Kundinnen hätten seine Rabattaktion gerne wahrgenommen. Auch im Reformhaus Franz nahmen zahlreiche Passanten die ausführliche Beratung vor Ort gern in Anspruch. Gut besucht war ebenfalls der Hofladen der Lebenshilfe, wo sich die Gäste in schöner Atmosphäre Gutes vom Grill schmecken ließen.
    „Es sind nicht nur die großen Filialisten, sondern vor allem die inhabergeführten Fachgeschäfte mit ihren individuellen Sortimenten, die das Flair unserer Einkaufsstadt Worms ausmachen“, so Kundel. Aber auch das Drumherum muss stimmen. Die Besucher sollen gerne in der Stadt verweilen. Das gelingt besonders gut bei Events wie dem Mantelsonntag, bei „Worms blüht auf“ oder der Kulturnacht mit dem Einzelhandelsflohmarkt.
    Durch verkaufsoffene Sonntage lockt man auch neue Kunden in die Geschäfte. Wir alle kennen das: Unter der Woche steht eher der Versorgungsgedanke im Vordergrund, aber am Sonntag geht man gemeinsam bummeln und genießen. Ohne Zeitdruck können Waren angefasst, probiert und verglichen werden – letztendlich reift dabei die Kaufentscheidung besser und führt zu einem Zusatznutzen beim Verbraucher.
    „Unverständlich ist daher, dass Worms mit solchen Herausforderungen zu kämpfen hat, einen dritten verkaufsoffenen Sonntag zu veranstalten“, erklärt Kai Hornuf. „Gesetzlich erlaubt sind jährlich bis zu vier verkaufsoffene Sonntage. Sie sind wichtig für das Image unserer Stadt. Und hierbei das Umsatzinteresse des Handels anzuprangern ist aus unserer Sicht kurzsichtig, denn der stationäre Handel sichert auch Arbeits- und Ausbildungsplätze“. In Worms sind 3.150 Menschen im Verkauf tätig. Fast 150 Menschen sind im Einzelhandel in Ausbildung.

    Bewusstsein stärken
    Um den stationären Einzelhandel in Worms zu unterstützen und den Fokus auf das regionale Angebot zu richten, initiierten IHK und Stadtmarketing daher dieses Jahr die Kampagne „Heimat shoppen“. Sie soll beim Kunden das Bewusstsein stärken, dass er durch den Einkauf vor Ort sein eigenes Lebensumfeld mitgestaltet.
    Die Vielzahl der teilnehmenden Firmen bestärkte die Initiatoren dabei, die Veranstaltung auch 2020 wieder durchzuführen. Bei den Bummelanten am Freitag und Samstag kam die Aktion sehr gut an, wenn auch einigen gar nicht bewusst war, dass an diesen Tagen besondere Aktionen geplant waren. Daher sollten die Verantwortlichen für das kommende Jahr die Werbetrommel ein wenig mehr rühren, um den Zuspruch für die teilnehmenden Händler noch stärker anzukurbeln.

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