Mi., 18. Oktober 2017, 15:24 Uhr
Kulturausschuss nimmt Kulturbericht 2016 zur Kenntnis / Langwierige Etatfreigabe erschweren Planung
Vielfältiges Kulturleben in Worms
Am Dienstag nahmen die Mitglieder des Kulturausschusses den Kulturbericht 2016 zur Kenntnis und empfahlen gegenüber dem Stadtrat einstimmig, dem kommenden Kulturetat 2018 zuzustimmen. „Wie unsere seit 2004 erstellten Kulturberichte veranschaulichen, leisten wir mit unseren Mitteln eine kontinuierliche Kulturarbeit“, warb Kulturkoordinator Volker Gallé zum Auftakt der Sitzung für das breite Wormser Kulturangebot: Es umfasse ein Gastspielprogramm im Wormser Theater, die Festspiele sowie die Förderung von Kinder- und Jugendtheater sowie alle auf Stadtebene sonst üblichen Kulturangebote inklusive der zu pflegenden Kulturprofile Nibelungen, Dom, Luther und SchUM.
Gut aufgestellt
Aus Sicht des Wormser Kulturkoordinators ist die Nibelungenstadt im rheinland-pfälzischen Städtevergleich in der Folge gut aufgestellt. Allein die Etats der Stadttheater in Koblenz, Trier und Mainz liegen, so die Tischvorlage, zwischen zwölf bis rund 26 Millionen Euro. Worms hingegen stemme sein gesamtes Kulturprogramm mit 19,4 Millionen Euro. Da die Einnahmen im Berichtszeitraum des Kulturetats 2016 um eine halbe Million Euro etwas mehr als die Ausgaben gestiegen sind, sind als Resultat die erforderlichen Zuschüsse leicht gesunken. Da allerdings zugleich auch das Angebot – etwa dank der Lutherdekade – gestiegen ist, könne von einem kostenbewussten Wirtschaften geredet werden.
Aufsichtsbehörde als Stolperstein
Kritisch äußerte er sich hingegen in Anbetracht immer späterer Etatfreigaben aufgrund der benötigten Haushaltsgenehmigungen seitens der Kommunalaufsicht, welche eine vernünftige Planung kultureller Projekte zunehmend erschwere. Erschwerend kommt laut Volker Gallé hinzu, dass die Aufsichtsbehörde Kultur mangels gesetzlicher Ausführungsbestimmungen aufgrund der kommunalen Selbstverwaltung als freiwillige Leistung erachte, obwohl rheinland-pfälzische Städte ein kulturelles Leben gemäß der Landesverfassung fördern müssten. „Indem wir uns bei Kulturprojekten um eine Landesförderung bemühen, versuchen wir das geschilderte Dilemma zu umgehen“, ergänzte Bürgermeister Hans-Joachim Kosubek.