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  • Mi., 10. Juni 2015, 11:40 Uhr
    Im Mittelpunkt des Diversity-Tages auf dem Wormser Marktplatz stand beim Zauberstab-Workshop die Kunst des Schmiedens

    Vielfalt erlebbar machen

    Einen Zauberstab zu formen will gelernt sein! Joachim Harbut hilft am Amboss, Ingrid Wuttke und Elisabeth Gransche (hinten) sind gespannt auf das Ergebnis.


    Rund um die Schmiedekunst kennen die meisten Sprachen etliche Metaphern und Sprichwörter – „Das Eisen schmieden, solange es heiß ist“ oder „Ein Eisen im Feuer haben“ sind zwei prominente Vertreter im deutschen Sprachraum.

    Was die Kunst des Schmiedens bewirken kann, demonstrierte nun Kunstschmiedemeister und Pädagoge Joachim Harbut mit seinem Zauberstab-Workshop auf dem Marktplatz. Gemeinsam mit Kindern aus der Spiel- und Lernstube der Ernst-Ludwig-Schule stellte er Zauberstäbe her. Die Aktion bildete den Wormser Beitrag zum deutschen Diversity-Tag, dem Tag der Vielfalt. Und so waren auch die Zauberstäbe geprägt von einer bunten, kreativen Vielfalt. „Joachim Harbut hatte uns angeboten, einen Workshop bei uns abzuhalten. Der Diversity-Tag erschien uns dafür gut geeignet“, berichtete die städtische Integrationsbeaftragte, Elisabeth Gransche, die den Tag gemeinsam mit ihrer Kollegin, Sabine Müller, organisiert hatte.

    Gute Stimmung auch ohne Schmiedefeuer
    Auf das Schmiedefeuer musste die Gruppe allerdings leider verzichten – die Technik hatte den Schmied im Stich gelassen. Der Stimmung tat dies jedoch keinen Abbruch: Die Kinder waren dennoch mit Feuereifer bei der Sache. Schon zu Beginn des Workshops packten alle kräftig mit an und halfen Harbut beim Aufbau der einzelnen Arbeitsstationen. „Dies gehört mit zum Konzept – die Kinder frühzeitig mit einzubinden und gemeinschaftlich alle Vorbereitungen zu treffen“, erklärte der Schmiedemeister. Sein Angebot erstreckt sich vom Kindergarten-Alter bis hin zur Berufsvorbereitung. Die Zauberschmiede sei dabei allerdings der Anfang von allem: „Hier erhalten die Kinder ein Gefühl für die Arbeit und für die vielfältigen Materialien“, erläutert er sein Konzept.

    Im Zentrum des Zauberstab-Workshops steht das Erfolgserlebnis für die Kinder, das zugleich das Selbstwertgefühl steigert. Und tatsächlich, auch auf dem Marktplatz ist es nahezu mucksmäuschenstill, als die Kinder ihren ganz persönlichen Zauberstab gestalten. Hochkonzentriert formen und bearbeiten sie die Eisenstäbe, wählen sorgfältig Schmuckmaterialien zur Verzierung aus. Nur hin und wieder müssen sie den Schmiedemeister um Hilfe bitten. Auch einige Eltern haben sich eingefunden, um ihren Kindern beim Schmieden zuzuschauen.

    Unter Anleitung, aber ohne Vorgabe
    „Die Kinder arbeiten hier zwar unter Anleitung, aber dennoch ohne Vorgaben. Sie können sich hier erproben und einen sichtbaren Erfolg produzieren“, schwärmt Ingrid Wuttke, Leiterin der Spiel- und Lernstube. Häufig würden gerade „ihre“ Kinder im Alltag mit Misserfolg konfrontiert. „Hier erleben sie das Gegenteil“, unterstreicht Wuttke.

    Und die Ergebnisse können sich wahrlich sehen lassen: Kein Zauberstab gleicht dem anderen, alle Kinder stellen ihre Kreativität unter Beweis. Und am Ende dürfen sie ihr Werk natürlich mit nach Hause nehmen.

    Der deutsche Diversity-Tag wurde in diesem Jahr zum dritten Mal veranstaltet vom Verein Charta der Vielfalt und ist ein bundesweiter Aktionstag, an dem Unternehmen und Institutionen den Vielfaltsgedanken in den Fokus rücken.

     

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