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  • Sa., 19. September 2015, 21:34 Uhr
    Beim „Tag des Tischlerhandwerkes“ informierten sich Bundes- und Landespolitiker bei Fenster Klotz von der Leistungsfähigkeit des Handwerkes 

    Vielfalt nach Maß

    Als charmante Botschafterin des Fachverbandes „Leben Raum Gestaltung“ unterstrich Wiebke Reich die Bedeutung solcher Tage zur Gewinnung der Politik, des Publikums und der Presse. Foto: Robert Lehr


    VON ROBERT LEHR Sicherlich sind Politiker im „Bohren dicker Bretter“ geübt, aber sicherlich weniger im Hobeln derselben. Und auch wenn die Volksvertreter von manchen als „Verbrecher“ gebrandmarkt werden, so müssen wir uns um unsere Abgeordnete keine Sorgen machen. Fenster können von ihnen mitnichten aufgehebelt werden.

    Auch wenn Marcus Held (SPD) und Jan Metzler (CDU) sich gemeinsam bemühten, wollte ihnen es nicht gelingen. Obwohl die beiden Bundestagsabgeordneten sich redlich und unter fachlicher Anleitung von Volker Klotz abmühten, schafften sie es es weder mit Keilen noch Brecheisen, ein handelsübliches Fenster aufzubrechen – und das unter den Augen des ehemaligen Polizisten und jetzigen Landtagsabgeordneten Adolf Kessel (CDU) und seinem Kollegen Jens Guth (SPD), der selbst schon Opfer von Einbrechern wurde.

    Für Tischlermeister Klotz jedoch war es ein leichtes. So konnte er zeigen, wie wichtig eine entsprechende Sicherung ist und welche Möglichkeiten es gibt, auch nachträglich die eigenen vier Wände einbruchsicher zu halten.

    So sehen hochmotivierte, aber erfolglose Einbrecher aus! Foto: Robert Lehr


    Zahlreiche Spitzenpolitiker waren unterwegs
    Die Politiker waren am Samstag alle bei der Wormser Firma „Fenster Klotz“ in der Weinsheimer Straße anlässlich des „Tages des Tischlerhandwerks 2015“ zu Gast. Zu dem hatte der Landesfachverband des Tischlerhandwerkes Leben Raum Gestaltung zum 3. Mal in ausgewählte Unternehmen des Handwerkes eingeladen. Unter dem Motto „Vielfalt nach Maß“ waren zahlreiche Spitzenpolitiker des Landes unterwegs, so wie Finanzministerin Doris Ahnen in Mainz oder die Oppositionsführerin von der CDU, Julia Klöckner, in Bodenheim.

    Familie Klotz freut sich mit Jens Guth über das Gesellenstück von Sohn Marcel – eine schicke work-out-bank. Foto: Robert Lehr


    So war es für Volker Klotz eine besondere Freude, die hiesigen Bundes- und Landespolitiker in den Firmenräumlichkeiten in der Weinsheimer Straße begrüßen zu dürfen. Seit 1930 gebe es den Betrieb schon, dessen Familientradition mit seinem Sohn Marcel, der gerade seine Tischler-Ausbildung beendet habe, bereits in die 5. Generation gehe, so Klotz. Heute, nach diversen Umzügen und Neubauten, sei man mit Schreinerei und Bestattungsinstituten an drei Standorten in Worms uns Lampertheim mit ingesamt 12 Mitarbeitern vertreten.

    Beim „Tag des Tischlerhandwerkes“ beteilige man sich gerne, unterstrich Klotz. Zum einen, um sich als erste Anlaufstelle vor den Discountern oder Baumärkten zu empfehlen, wenn es um neue Möbel, Fenster, Türen und um den Innenausbau gehe. Zum anderen, weil sein Berufsstand individuelle Lösungen zielgerecht liefere und nachhaltigen Service garantiere. Weiterhin wolle man junge Menschen für den Beruf begeistern und sie zu fähigen Gesellinnen und Gesellen auszubilden.

    Sowohl Marcus Helds Vater als auch Jan Metzlers Großvater waren Tischler. Von daher sind ihnen die historischen Werkzeuge, die Volker Klotz zeigte, wohl vertraut (von rechts). Foto: Robert Lehr


    Fachkräftemangel im Fokus
    Entsprechend drehten sich die Gespräche bei einem informativen Rundgang durch die Ausstellungs- und Werkstatträume auch in erster Linie um den allgemeinen Fachkräftemangel. So wollten die Politiker von Volker Klotz wissen, wie man qualifizierte Tischler finde.

    Er unterstrich, dass selbst wenn man zwischenzeitlich bei Klotz keine eigenen Fenster mehr produziere, das Handwerk in all seinen Facetten qualifizierte und motivierte Mitarbeiter erfordere. Daher arbeite man über die Berufsschule hinaus als freiwillige Maßnahme mit Leistungsklassen, in denen die Besten eine spezielle Förderung erhielten und zusätzlich weiter qualifiziert würden. Aber trotzdem blieben nicht alle nach der Ausbildung dem Handwerk treu. Das habe auch dazu geführt, dass am Markt eigentlich gute Tischler sehr schwer zu finden seien.

    Jens Guth, Volker Klotz, Jan Metzler, Marcus Held und Adolf Kessel hatten u.a. um die Wette gehobelt und sich mit den Spänen geschmückt (von links). Foto: Robert Lehr


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