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  • Do., 04. Juli 2019, 17:14 Uhr
    Wormser Schachverein von 1878 feiert sportlich erfolgreichstes Jahr der Vereinsgeschichte mit Aufstieg in die 2. Bundesliga Süd als Krönung / Jugendförderpreis des Pfälzischen Schachbundes für WSV-Präsident Patrick Boos

    Vier Aufstiege und ein Förderpreis

    Seit 1993 kümmert sich Patrick Boos (rechts) als engagierter Jugend-Trainer, Betreuer und Förderer um den Schach-Nachwuchs in der Nibelungenstadt. Diese herausragende Jugendarbeit des langjährigen WSV-Präsidenten wurde nun mit dem Sportförderpreis 2019 des Pfälzischen Schachbundes gewürdigt. Schachbund-Präsident Bernd Klöppel überreichte Urkunde nebst 250 Euro für die Jugendarbeit des Wormser Schachverein von 1878.


    VON JÜRGEN JAAP | Caissa, die anachronistische Göttin des Schachs, hat 2019 wohl ein besonders gönnerhaftes Auge auf den Wormser Schachverein von 1878 geworfen. Gut 141 Jahre nach der Gründung ihres Vereins feierten die Wormser Denksportler nun Ende der Saison 2018/2019 im Hotel Boos, ihrem Spiellokal an der Mainzer Straße, nicht nur ihr traditionelles Grillfest. Vier Aufstiege in die nächsthöhere Spielklasse der insgesamt sechs Mannschaften konnten zünftig begossen werden. Als Highlight der erfolgreichsten Spielzeit der Vereinsgeschichte stand der Titelgewinn der ersten Mannschaft in der Oberliga Südwest und der damit verbundene Aufstieg in die 2. Bundesliga Süd zu Buche.

    Mehr noch: Dem langjährigen Präsidenten Patrick Boos wurde jetzt eine besondere Ehrung des Pfälzischen Schachbundes zuteil. Er erhielt aus den Händen von Bernd Klöppel, dem Präsidenten des Pfälzischen Schachbundes, den mit 250 Euro dotierten Jungendförderpreis 2019. Diesen gab’s ob der herausragenden Jugendarbeit, die der Wormser Hotelier und Schachfreund und seine Jünger bereits seit über einem viertel Jahrhundert für ihren Verein und den Schach-Nachwuchs in Wormser Grundschulen oder etwa bei ALISA Sport e.V. leisten.

    Sportliches Hoch als Ergebnis vorbildlicher Jugendarbeit

    „Na so etwa 500 Kids haben bei uns im Verein ersten richtigen Schachunterricht erlebt“, rechnet Patrick Boos im Gespräch kurz einmal 25 Jahre quer. Viele davon spielen auch heute noch immer Schach, nicht alle beim Wormser Schachverein, aber eben zahlreiche einstige Schüler des 46-jährigen Wormser Schachfreundes. Mike Martin oder der inzwischen zum Fidemeister (kurz FM) gereifte Roland Ollenberger sind zwei aus der Oberliga-Mannschaft, die gerade den Aufstieg in die 2. Bundesliga Süd perfekt machte, die von Patrick Boos in die Kunst mit gefesselten Springern oder vergifteten Bauern umgehen zu können, eingeführt wurden. Anna Endress etwa schnappte sich unter dem Wormser Schachtrainer drei Deutsche Meisterschaften, nahm dazu zweimal erfolgreich an der Jugend-Weltmeisterschaft in Griechenland teil. Gern zitiert Patrick Boos an dieser Stelle Leonardo Da Vinci, den berühmtesten Universalgelehrten aller Zeiten: „Erbärmlich ist jener Schüler, der seinen Meister nicht übertrifft.“

    Erwartungen an die Saison 2018/2019 wurden überflügelt

    Übertroffen haben die sechs Mannschaften des WSV, die aus mindestens acht Spielern bestehen, heuer mit vier Aufstiegen der ersten drei Teams und der „Fünften“ die Erwartungen deutlich. „Wir gingen mit unserer Oberliga-Mannschaft nicht als Favorit in die Saison“, erinnert sich Patrick Boos gut ein Jahr zurück. Das Rezept für den Erfolg hat der rührige Schach-Enthusiast aber sogleich parat: „In den letzten Jahren haben wir zwar immer wieder personelle Verstärkungen hinzubekommen, entscheidend aber ist die Tatsache, dass sich die Spieler in unserem Verein kontinuierlich verbesserten.“ Beispiel Martin Heider, der auf dem Sprung ist, Internationaler Meister (kurz IM) zu werden. 2400 DWZ-Punkte bringt die künftige Nummer zwei im Zweitliga-Kader auf die Waagschale. Die Deutsche Wertungszahl (kurz DWZ) ist eine Wertungszahl im Schach, um die Spielstärke einzelner Spieler zu vergleichen. Patrick Boos steht aktuell bei ziemlich genau 2000 DWZ-Punkten. 400 Punkte Differenz bedeuten dabei, dass der stärkere Spieler statistisch gesehen zirka 99 Prozent aller Partien für sich entscheiden sollte.

    Raus aus der Bezirksliga, rein in die 2. Pfalzliga: Bezirks-Spielleiter Roland Schmitt (rechts) ließ es sich nicht nehmen, Teamchef Fabian Guckes und seiner dritten Wormser Schachmannschaft persönlich zur Meisterschaft zu gratulieren.


    Jugendliche Draufgänger und Taktik-Füchse gut gemischt

    Die künftige Zweitliga-Truppe des Wormser Schachvereins stellt dabei einen direkten Querschnitt durch den kompletten Klub dar. Da wäre etwa das erst 13-jährige Supertalent David Musiolik, das bei drei Oberliga-Einsätzen letzte Saison dreimal siegte. An Brett fünf agiert der mit 7,5 Punkten aus neun Partien letzte Saison ungeschlagene WSV-Pressewart Daniel Helbig (25 Jahre) direkt hinter „Altmeister“ Thomas Steinkohl (56 Jahre). „Wir haben ein homogenes Team, das in der 2. Bundesliga Süd bestehen kann“, meint Patrick Boos. Was übrigens für alle Teams des WSV gilt. Jugendliche Draufgänger und gewiefte Taktik-Füchse sind durch die Bank weg gut gemischt. Und feiern können die Schach-Strategen aus der Nibelungenstadt ebenso, was sie nicht nur bei ihrem traditionellen Grillfest, sondern auch bei den Nibelungen Open, dem gemeinsamen Zeltlager im Sommer oder ihrem speziellen Schach-Triathlon aus Dart, Tischfußball und Schach alle Jahre wieder untermauern. Es würde folglich nicht wundern, wenn Caissa auch künftig ein gewogenes Auge über den Wormser Schachjüngern haben würde.

    Meisterteams 2018/2019 des Wormser Schachvereins von 1878:
    Vier WSV-Mannschaften schafften in der jüngst abgelaufenen Saison den Aufstieg in die nächsthöhere Spielklasse.
    1. Mannschaft:
    Meister der Oberliga Südwest, Aufsteiger in die 2. Bundesliga Süd.
    2. Mannschaft:
    Aufsteiger aus der 2. Pfalzliga Ost in die 1. Pfalzliga.
    3. Mannschaft:
    Meister Bezirksliga Nord / Ost, Aufsteiger in die 2. Pfalzliga Ost.
    5. Mannschaft:
    Aufsteiger aus der Kreisliga in die Bezirksklasse.

    Ehrungen 2019 beim Wormser Schachverein von 1878:
    Präsident Patrick Boos erhielt aus der Hand von Bernd Klöppel, dem Präsidenten des Pfälzischen Schachbundes, für seine Verdienste um die Jugendarbeit im Wormser Schachsport den mit 250 Euro dotierten Jugendsportförderpreis 2019.
    Die langjährigen Vereinsmitglieder Josef Daitche und Gregor Werner wurden ob ihrer Verdienste um den Schachsport in Worms mit der Ehrenmitgliedschaft des Wormser Schachvereins von 1878 ausgezeichnet. Präsident Patrick Boos stellte heraus, dass gerade Gregor Werner über Jahrzehnte hinweg auch eines der sportlichen Aushängeschilder des Vereines war und ist.
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