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  • So., 02. Juli 2023, 11:30 Uhr
    U12 RHEINHESSENLIGA: Tennis-Talente des TC Rot-Weiß Worms sind nach 5:1-Heimsieg über TC Gensingen Rheinhessenmeister

    Vier Tennis-Musketiere und ihr Meistermacher

    Einer für alle, alle für einen: Die von Rot-Weiß-Cheftrainer Franz Stauder trainierten kleinen Tennisasse des TC Rot-Weiß Worms freuen sich über die Meisterschaft in der Rheinhessenliga Jungen U12. Eines der Erfolgsrezepte von Henry David, Emil Hornung, Arne Heppel und Jakob Schönenberger (von links) ist das ausgeprägte „Wir-Gefühl“ des kongenialen Teams. Felix Diehl


    Von Jürgen Jaap › Die Medenspiele, so heißen die Mannschafts-Saisonspiele im Tennis der Jugend und Erwachsenen in Deutschland, sind alljährlich die Sommer-Highlights der Tennisclubs. 2023 finden die Medenspiele „nach Corona“ wieder mit komplett voll besetzten Spielklassen statt. Es geht erneut um Aufstieg oder Klassenerhalt. Der NK lässt die gelben oder grünen Filzkugeln in seiner Serie „Spiel, Satz und Sieg im Nibelungenland“ über die Tennisnetze der Region fliegen.

    Spiel, Satz und Sieg im Nibelungenland

    Werfen wir dazu einen Blick in die Rheinhessenliga der Jungen U12. Der Tennis-Nachwuchs des TC Rot-Weiß Worms hatte am letzten Spieltag der Sommerrunde 2023 die Chance, mit einem Heimsieg über den TC Gensingen die Meisterschaft der Rheinhessenliga U12 an die Buschgasse nach Hochheim zu holen. In einem zahlreiche Tennis-Fans begeisternden Match siegten die vier Jungs um Rot-Weiß-Cheftrainer Franz Stauder nach einer beeindruckenden Vorstellung mit 5:1. Der Jubel am Pfrimmpark kannte keine Grenzen.

    Wenn der Trainer Kilometer macht …

    Unruhig huscht Franz Stauder von einem Tennis-Court zum anderen. Eigentlich müsste der Cheftrainer des TC Rot-Weiß Worms gerade auf Platz eins der Anlage an der Buschgasse in Hochheim selbst zum Schläger greifen, um beim Oberliga-Match seiner Herren 40 gegen den TC Schmelz aufzuschlagen. Eigentlich. Doch das Medenspiel seiner Jungs der U12 gegen den spielstarken Nachwuchs des TC Gensingen lässt dem engagierten Trainer mit dem großen Herzen für den Tennissport keine Ruhe. „Emil, hör auf zu bolzen, riskiere nicht zu viel“, justiert Franz Stauder seinen Schützling Emil Hornung Mitte des zweiten Satzes im Spitzenspiel gegen Nilo Schumacher, die Nummer eins des TC Gensingen.

    … wenn Emil die Weichen auf Meisterschaft stellt

    Emil Hornung setzt die Ratschläge vom Franz, wie man den aktuellen Weltmeister im Doppel Herren 40 und Mixed beim TC Rot-Weiß Worms kurz nennt, mit perfekter Technik um. Zuvor sausten der harte Aufschlag, der Vorhand-Topspin und die beidhändige Rückhand zu häufig ins Aus, weil Emil unbedingt Gewinnschläge forcieren wollte. 1:6 ging Durchgang eins deshalb weg. Satz zwei schnappt sich Emil dank einer geringeren Fehlerquote mit 6:4. Ab in den Match-Tiebreak, den Emil Hornung wieder mit etlichen „unforced errors“ und folglich einem 2:7-Rückstand beginnt. „Ich beweg’ mich wie ein müder Hund“, hadert Emil, während die Teamkollegen aufmunternd Beifall spenden. Emil gibt nochmals Zunder, holt auf, geht mit einer satten Vorhand die Linie entlang 9:7 in Führung und verwandelt schließlich den vierten Matchball zum 12:10. Wenig später verschwindet er in einer Traube von Gratulanten, die den Platz stürmen. Rot-Weiß führt 2:1, die Weichen Richtung Meisterschaft sind gestellt.

    … wenn tolle Technik zu Titelgewinnen führt

    Überhaupt, was die vier Jungs, die vier talentierten Tennis-Musketiere des TC Rot-Weiß Worms, im Alter zwischen neun und 12 Jahren da an technischen Fertigkeiten bereits auf den roten Sandplatz zaubern, kann sich wirklich sehen lassen. Jakob Schöneberger etwa feuerte eine doppelhändige Rückhand nach der anderen nah an die Grundlinie und schnappte sich deshalb völlig verdient einen klaren Zwei-Satz-Sieg gegen Noah Hoffmann. Und Team-Kapitän Henry David ist ohnehin eine Bank im Kader von „Meistermacher“ Franz Stauder. Gegen Benjamin Loch hatte Henry allerdings ein wenig Anlauf-Probleme. „Henry macht das schon, der ist spieltaktisch bereits so weit. Er weiß genau, was er tun muss“, machte sich der Coach keine Sorgen. Henry lieferte, zog sein Einzel mit 6:4, 6:2 an Land – und blieb nach dem Sieg im Doppel nachher in allen zehn Saisonspielen ohne eine einzige Niederlage.

    … wenn eine Einzel-Niederlage kein Beinbruch ist

    Apropos saubere Tennis-Technik. Arne Heppel, mit neun Jahren das Küken im Kreis der vier Tennis-Musketiere, ist ein Hingucker, eine Augenweide beim Zuschauen. Auch wenn der Vater und Diplom-Sportlehrer Peter Heppel in den Spielpausen seinem Sohnemann den ein oder anderen nützlichen Tipp mit ins nächste Aufschlag-Spiel gab, hatte es Arne doch in Hannes Wesch mit einen jungen Tenniscrack zu tun, dem kaum einmal ein einfacher Fehler unterlief. Noch fehlte dem Riesentalent der Rot-Weißen zwar die Durchschlagskraft in den blitzsauber über das Netz sausenden Schlägen, aber für die weiteren Jahre dürfte gerade auch eine knappe Niederlage wie die gegen einen stark aufspielenden Hannes Wesch kein Beinbruch für Arne sein.

    … wenn Fritz-Walter-Wetter keinen stört

    Die Wormser Buben führten 3:1 nach den Einzeln. Ein Doppelsieg musste noch her, um die Meisterschaft zu sichern. Und auch das inzwischen aufgezogene Fritz-Walter-Wetter über Hochheim konnte Emil, Jakob, Henry und Arne nicht stoppen. Bei Dauer-Nieselregen zeigten die vier Wormser Tennis-Talente speziell bei den im Doppel wichtigen Volleys ihre ganz Klasse. Vier glatte Satzgewinne, zwei Punkte im Doppel und eine perfekt herausgespielte Meisterschaft gab es zu feiern. Und passend zu den vielen Fotos im Blitzlichtgewitter der Kameras war auch die Sonne wieder zurück. Die vier Tennis-Musketiere und ihre Trainer haben wohl aller Voraussicht nach nicht den letzten Titel ihrer noch jungen Tennis-Karriere eingeheimst.

    Tennis – Jungen U12 Rheinhessenliga
    TC Rot-Weiß Worms – TC Gensingen 5:1 (10:3 Sätze)
    Einzel:
    1: Emil Hornung vs. Nilo Schumacher 1:6 | 6:4 | 12:10;
    2: Jakob Schönenberger vs. Noah Hoffmann 6:0 | 6:4;
    3: Henry David vs. Benjamin Loch 6:4 | 6:2;
    4: Arne Heppel vs. Hannes Wesch 3:6 | 3:6.
    Doppel:
    1: Hornung / David vs. Schumacher / Wesch 6:3 | 6:2;
    2: Schönenberger / Heppel vs. Hoffmann / Loch 6:1 | 6:1.
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