Ausstellung „pitti platsch“ im Kunstverein Worms ist noch bis 1. Juni zu sehen
„Virtuos, sinnlich, farbig“
VON REGINA URBACH Marc Taschowskys Arbeiten machen Spaß. das konnte man schon an den Mienen der jüngsten Besucher der Vernissage am Sonntag im Kunstverein ablesen. Der Titel „pitti platsch“ verspricht da nicht zu viel. Die großformatigen Tableaus springen einem förmlich ins Gesicht vor Farben- und Formenfreude. „Ich bin ein Kind der Fernsehgeneration“, sagte der 1972 geborene Künstler von sich, und erzählte, dass er sich beim Malen viel bewegen müsse. „Oft arbeite ich an mehreren Bildern gleichzeitig und schließe die erst nach Monaten ab“, verriet er noch. Mehr lieber nicht, damit „später nicht zu viel in der Zeitung steht, worüber ich mich wundere“. Voller Bewegung posierte er auch vor einem vom „Weißen Hai“ inspirierten Tableau mit der Comic-Figur Spartacus, die ein zwölfjähriger Besucher gleich erkannte. Gerne setzt Taschowsky Lara-Croft-Typen und ähnlich perfekte Frauenfiguren aus Comic und Film vor minutiös gestalteten PopArt-Hintergründen in Szene. Auch Kleinformatiges und einige Plastiken zeigt die Ausstellung (noch bis 01. Juni), von Kurator Dr. Dietmar Schuth zutreffend als „virtuos, sinnlich, farbig“ beschrieben.
Mit Prominenten aus allen Jahrhunderten
Vor allem im hinteren Raum der Ausstellung sind viele im weitesten Sinne „Prominente“ aus verschiedenen Jahrhunderten (auch Martin Luther) ikonenartig auf kleinen Leinwänden porträtiert. In seiner Vorstellung nannte Dr. Schuth die Welt der Comics, Kinderbücher und -filme Sehnsuchtswelten und versuchte einen Bezug zu Malern wie Moritz von Schwind oder Paul Klee herzustellen, insofern deren Werk ebenfalls künstlerische Reisen in die Welt der Kindheit widerspiegele. Das Interesse am Meinungsaustausch und am Erwerb der Bilder war unter den Besuchern rege.
Der in Frankfurt geborene, in Dortmund aufgewachsene Marc Taschowsky studierte an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig und lebt mittlerweile in Berlin. 2012 hatte er das Poster zur Wormser Ausstellung „Denk mal an Wagner“ aus Anlass der 150. Jahrestags des Besuchs Richard Wagners in Worms gestaltet.
Zu sehen ist die Ausstellung vom 27. April bis 1. Juni 2014, jeweils geöffnet mittwochs von 18–20 Uhr und samstags und sonntags von 15–18 Uhr.