STADTARCHIV: Digitalisierung des Fotonachlasses August Füller abgeschlossen
Visuelles Gedächtnis
Umzug aus Anlass des Mittelrheinischen Turnfestes, Blick Hardtgasse Richtung KW, links Obermarkt, 1902. Foto: Stadtarchiv Worms, Fotoabteilung (August Füller)
Das Wormser Stadtarchiv verwahrt in seinen Beständen eine Reihe von qualitätsvollen und zahlenmäßig bedeutenden fotografischen Nachlässen. Der umfangreichste dieser einzigartigen Quellenzeugnisse ist mit fast 11.000 Lichtbildern der Bestand des Fotografen August Füller. Füller (1870-1942), in Mainz geboren, kam 1898 aus Berlin nach Worms, heiratete hier und machte sich ab 1902 mit Erfolg selbstständig. Schon 1903 durfte er sich „Hofphotograph" nennen. Sein Geschäft in der Hardtgasse, seit den 20er Jahren kombiniert mit einem Kunst-und Industrieverlag und dem Einstieg in das Filmgeschäft, war die erste Adresse für Fotografie in Worms bis in die 1930er Jahre.
Wichtiges Digitalisierungsprojekt
Augusts Sohn Curt (1901-1976), ausgebildet im väterlichen Geschäft, verkaufte 1941 den gesamten Fotobestand an die Stadt und blieb als „Stadtfotograf" fotografisch aktiv. Dadurch wurde die Negativsammlung zum Grundstock für das bis heute bestehende und immer weiter gewachsene Fotoarchiv, das seit 1982 im Raschi-Haus/Stadtarchiv untergebracht ist. Der jetzt vollständig durch eine Fachfirma digitalisierte, vor allem Glasnegative umfassende Bestand war bereits seit 2013 gründlich erfasst, fachgerecht verpackt und mit Informationen zu den Fotos in die Archivdatenbank eingebunden worden, so dass die Fotografien recherchier- bzw. nutzbar sind. Füllers Nachlass umfasst vor allem Aufnahmen aus der Zeit von ca. 1902 bis 1936 und deckt viele Sparten ab, von Architektur über Industrie bis zu Portraits. Viele von Füllers Fotografien wurden und werden immer wieder für Bildbände und andere Veröffentlichungen genutzt und gehören gleichsam zum visuellen Gedächtnis der Stadt und ihrer Bürgerinnen und Bürger. Das wichtige Digitalisierungsprojekt wurde dankenswerterweise durch finanzielle Zuwendungen der Sparkasse Worms-Alzey-Ried und des Altertumsvereins Worms ermöglicht, die damit wiederum ihre Verbundenheit mit den Zeugnissen der Wormser Geschichte und Kultur unterstrichen haben.