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  • Do., 06. September 2018, 12:44 Uhr
    Verein für Vogelschutz und -liebhaberei Abenheim auf Wandertour

    Vogelstimmen im Wald

    ldeales Wanderwetter in angenehmer Waldluft begleitete die Mitglieder und Freunde des Vogelschutzverein Abenheim am Sonntag, dem 26. August, auf der etwa 5-stündigen Wandertour im südwestlichen Donnersbergbereich unter Führung von Alfons Volz.
    Start und Ziel war der Waldparkplatz an der „Dippelanlage“ zwischen Gonbach und Sippersfeld. Die Namensgebung stammt von einem ehemaligen Förster Dippel, der an diesem Waldort neben einer Schutzhütte eine parkähnliche Anlage mit nicht einheimischen Baumarten anlegte.
    lnfolge der akuten Waldbrandgefahr durch die anhaltende Trockenheit der letzten Wochen bat Alfons Volz auf das Rauchen während der Wanderung zu verzichten.
    Als erstes Waldbild wurde ein Spechtbaum inmitten des bunten Mischwaldes gezeigt. Die Schaffung solcher Kleinstbiotope für Vogel- und Insektenarten ist vorgeschrieben in dem BAT-Konzept von Landesforsten Rheinland-Pfalz. Dadurch werden trotz Forstwirtschaft diese wertvollen Biotope geschaffen bzw. erhalten.

    Den Wald in Wert setzen wurde den Waldwanderern im Windpark Bocksrück gezeigt. Neben der Einnahmen durch die Holzwirtschaft hat der Waldeigentümer (Staat, Kommune,Private) die Möglichkeit, durch Verpachtung von Standortflächen für Windenergieanlagen Erlöse zu erzielen. Natürlich wurden hier von allen Teilnehmern auch die negativen Einflüsse solcher riesigen Windräder auf die Fauna kontrovers diskutiert (Schlagschatten, Fledermausschutz, Milan, Sogwirkung der Rotorblätter etc.).
    Auf einer sonnigen Lichtung war eine Kleinstkolonie der hügelbauenden Waldameisen zu besichtigen. Diese fleißigen Helfer des Waldes vernichten Schädlinge und verbreiten Samen. Der Nesthügel besteht aus zusammengetragenen Pflanzenteilen, wobei das Nest sich zu etwa 1/3 über der Erde und zu etwa 2/3 unter der Erde befindet. Weitere Details zur Fortpflanzung und Überwinterung erstaunten die Naturfreunde.
    Die weitere Wanderung führte in einem Talgrund vorbei an einer Suhle für Schwarzwild. Das zahlreiche Vorkommen dieser Wildart war aufgrund des großflächig umgebrochenen Erdreiches gut erkennbar. Bestätigung hierzu ist auch die hohe Abschusszahl für Schwarzwild in Rheinland-Pfalz im Jagdjahr 2017 mit fast 89.000 Stück. Die Gefahr der Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest über den osteuropäischen Raum ist nach wie vor gegeben.

    Herrlichen Fernblick
    Einen herrlichen Fernblick über das komplette westliche Donnersbergmassiv eröffnete sich den Wanderern, bevor es zu einem kühlen Grunde zur gefassten Schwarzbrunnenquelle ging. Hier informierte Alfons Volz über das sogenannte „Waldbaden“. Baden in der Waldluft hält gesund, Stress, Blutdruck und Blutzuckerspiegel wird gesenkt: Waldluft wirkt sogar wenn man sitzt. Seit 2012 gibt es an japanischen Universitäten einen eigenen Forschungszweig „Waldmedizin“. Pflanzen kommunizieren untereinander; ihre Sprache besteht vor allem aus chemischen Botenstoffen. Forscher haben an die 2000 Duftstoff- vokabeln zugeordnet, hauptsächlich sog. Terpene, die auch in ätherischen Ölen vorkommen. Bäume, Kräuter, Moose, Farne und Pilze sondern Terpene ab. Diese Botenstoffe schweben in der Waldluft, werden von uns Menschen über Haut und Lunge aufgenommen und regen das menschliche lmmunsystem an.
    Den Wald mit allen Sinnen aufnehmen (lauschen, sehen, einatmen,berühren), Duft des Waldes, Bäume berühren, Vogelgesang, intensive grüne Farbe, die Natur liefert kostenlos, man muss es nur erkennen.
    Nach diesem kleinen Vortrag ging es zum Rastpunkt „Frühstück aus dem Rucksack“ an der Dicken Eiche mit wunderbarem Fernblick auf Winnweiler. Manch humorvolle Einlage sorgte für ein geselliges und mit Lachsalven begleitetes Waldfrühstück, bevor es zum Startpunkt bergabwärts ging. Hier bedankte sich der L. Vorsitzende, Franz Weiler für die lehrreiche Waldwanderung. Der gemütliche Abschluss mit einem gemeinsamen Mittagessen fand in der Gemeindehalle in Börrstadt statt.

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