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  • Fr., 23. September 2016, 14:36 Uhr
    Zukunftssicherung mit neuen Kompetenzzentren beim Testsieger für Worms / Filialnetz wird leicht gestrafft

    Volksbank Alzey-Worms stellt Filialkonzept vor

    Kundennähe und persönlicher Service – so lauten seit jeher die Erfolgsfaktoren der Volks- und Raiffeisenbanken und daran wird sich auch in der Zukunft nichts ändern. Bereits seit einigen Jahren vollzieht sich auf dem Bankensektor allerdings ein großer Wandel. Viele neue Wettbewerber wie zum Beispiel auch Autobanken, Strukturvertriebe oder sogenannte Start-up Unternehmen mit Banklizenz (FinTechs) kämpfen aggressiv um Marktanteile. Standardgeschäfte werden verstärkt an den Selbstbedienungsgeräten, per Telefon, über Kreditkarten oder über das Internet abgewickelt. Dies alles führt einerseits zu einem veränderten Kundenverhalten, andererseits stellen Gesetzgeber und Verbraucherschutz deutlich höhere Anforderungen an den Beratungsumfang. Die Arbeit von Generalisten wird zunehmend von der Technik übernommen, die einzelnen Berater entwickeln sich zu Spezialisten.

    Aus diesem Grund hat die Volksbank Alzey-Worms in einem umfangreichen Projekt ihre Filialstruktur auf den Prüfstand gestellt und ein neues Konzept entwickelt, das nun in einer Pressekonferenz präsentiert wurde. „Auch wenn sich aufgrund der rückläufigen Zinsspanne die Ergebnisse im gesamten Kreditgewerbe zurückbilden, geht es dabei primär nicht um Kosteneinsparungen“, war es dem Vorstandsvorsitzenden, Bernd Hühn, wichtig zu betonen. „Es geht vielmehr um bedarfsgerechten Service und um die Sicherstellung bester Beratungsqualität im gesamten Geschäftsgebiet.“

    Testsieger für Worms

    Dass die Bank in Sachen Qualität ihre Hausaufgaben schon gemacht hat, zeigen die Ergebnisse der jüngsten Tests, die vom Deutschen Institut für Bankentests im Auftrag der Zeitschrift „DIE WELT“ durchgeführt wurden. Sowohl in der Kategorie Firmenkunden als auch bei den weiteren Tests in den Bereichen Privatkunden und Baufinanzierung schnitt die Bank jeweils mit der Note „sehr gut“ ab und war zudem in allen drei Bereichen Testsieger für Worms.

    „Um unseren hohen Anspruch an die Beratungsqualität für unsere Kunden im gesamten Geschäftsgebiet sicherzustellen und um uns langfristig marktgerecht aufstellen zu können, kommen auch wir nicht umhin, gewisse Strukturanpassungen vorzunehmen“, erläuterte Vorstandsmitglied Armin Bork den Grund für die Geschäftsstellen-Analyse. Bei dem nun vorliegenden Ergebnis handele es sich um einen Spagat zwischen optimaler Kundenbetreuung und betriebswirtschaftlicher Notwendigkeit.

    Drei SB-Stellen schließen

    „Im Sinne einer Bündelung der Kräfte werden wir künftig mit Spezialistenteams die Beratung und Betreuung unserer Privat- und Firmenkunden verstärkt auf die Hauptstelle in Worms und weitere Kompetenzzentren in Alzey, Gonsenheim, Kirchheimbolanden und Nierstein konzentrieren“, so Vorstandsmitglied Günter Brück. Drei SB-Stellen werden geschlossen und drei personenbesetzte Kleinststellen werden in SB-Standorte umgewandelt. Zwei SB-Standorte werden an einem neuen Standort zusammengelegt. Mitarbeiter werden nicht entlassen. Neben den fünf Kompetenzzentren wird es künftig 29 dezentrale Beratungscenter und 23 SB- Stellen im Geschäftsgebiet geben. Die Aufwertung/Erweiterung der Beratungszentren erfordere zum Teil bauliche Veränderungen und man investiere zudem in die Weiterentwicklung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. „Wir bleiben übrigens unverändert die Bank mit der größten Zweigstellendichte in Rheinhessen und unterstreichen damit unsere Verbundenheit zur Region.“

    Kompetent beraten

    Verspielt man aber mit Filialschließungen nicht den Trumpf der Kundennähe? Vorstandsmitglied Tobias Schmitz verneinte dies. „Unser erklärtes Ziel heißt: Wir wollen den Erfolg unserer Bank dauerhaft sicherstellen und kompetente Beratung rund ums Geld und die immer wichtigere Vorsorge bieten.“ Um dieses Ziel zu erreichen, müsse man sich marktgerecht aufstellen. „Nähe“, betonte Schmitz dabei, „ist nicht allein durch ein dichtes Filialnetz herzustellen, sondern sie resultiert letztlich aus der Betreuungsleistung für unsere Mitglieder und Kunden.“

    Hierzu gehöre auch das Servicecenter in Nierstein, die Telefongeschäftsstelle der Bank, in der fast 40 gut ausgebildete eigene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter den Kunden werktäglich von 8 Uhr bis 19.30 Uhr für alle Standard-Bankleistungen zur Verfügung stehen.
Außerdem biete man für Kunden, denen es gänzlich unmöglich ist, in die Filiale zu kommen, einen Bargeld-Bringservice an, und um die Menschen an das Electronic Banking heranzuführen, werde es in der nächsten Zeit Kundenschulungen geben.

    In Generationen denken

    Gemeinsam mit den Energiedienstleistern e-rp und EWR installiert man übrigens an allen fünf Kompetenzzentren Ladestationen für E-Bikes und –Autos. „Auch eine solche Maßnahme ist für uns nachhaltiger Dienst an den Menschen unserer Region“, so Schmitz. Vermeintlicher Kritik, die den wichtigen genossenschaftlichen Förderauftrag in Gefahr sieht, begegnete Vorstandsmitglied Armin Bork mit dem Aspekt der Langfristigkeit und mit der Tatsache, dass man diese Maßnahmen nicht ergreife, um Gewinnmaximierung anzustreben. „Die gibt es bei uns im Genossenschaftswesen nicht“, so Bork, „wir wollen vielmehr unsere Kraft so einsetzen, dass wir in der Region den größtmöglichen Nutzen stiften können – und zwar langfristig. Wir denken nicht in Jahren, sondern wir denken in Generationen.“

    Dies allerdings zusammen mit dem qualitativen Anspruch an die genossenschaftliche Beratung habe seinen Preis, machte Günter Brück deutlich und veranschaulichte das Spannungsfeld, in dem man stecke: „Eine Flächenbank, wie wir es sind, ist im Wettbewerb um die besten Konditionen gegenüber einer Direktbank deutlich benachteiligt. Wir haben ganz andere Kostenstrukturen.“ Allerdings verdiene auch der Volksbankkunde natürlich faire Konditionen. Das drücke auf die Margen und damit auf die Erträge. Die schon angesprochenen Kosten, die quasi von außen durch verbraucherschutzrechtliche und gesetzliche Vorgaben auferlegt werden, tun ihr Übriges dazu. Mit den beschlossenen Strukturanpassungen im Geschäftsstellennetz mache sich die Volksbank Alzey-Worms „im Interesse aller Beteiligten“ fit für die Zukunft. „Wir werden sicherstellen, dass sich alle Kunden bei uns weiterhin gut aufgehoben fühlen.“

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