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Mo., 09. Januar 2023, 13:05 Uhr
Brauchtum: Zahlreiche Teams kämpften in Westhofen um den Staubweinhumpen
Volles Haus beim traditionellen Dreikönigsdreschen
Endlich wurde in Westhofen wieder das traditionelle Dreikönigsdreschen mit zahlreichen motivierten Teams ausgerichtet. Foto: Mirco Metzler / Die Knipser
Die besten Drescher aus Rheinhessen, der Pfalz und anderen Provinzen droschen am Sonntag, in Westhofen wieder um die Wette. Ziel war es, den „Westhofener Staubweinhumpen“ zu erringen. Bereits seit 1982 wird jeweils am Sonntag nach den Heiligen Drei Königen unter der Schirmherrschaft der Traubenblütenkönigin wie vor der Technisierung der Landwirtschaft üblich gedroschen. Zunächst müssen die Mannschaften den feierlichen und historischen Westhofener Zehntdrescheid ablegen. Mutige Besucher der Veranstaltung können sich ebenfalls in der alten Kunst des Dreschens erproben. Dem Gewinner des Laienwettbewerbs winkt ein lebender Hahn als Trophäe.
Jung und Alt griffen zum Flegel
Unter den Mannschaften waren erfahrene Drescher ebenso wie junger Nachwuchs vertreten. Der älteste Drescher mit 84 Jahren war sicherlich Hans Weinbach. Er ist seit dem ersten Dreschen mit dabei und trat gemeinsam mit Vetretern zwei weiterer Generationen seiner Familie als 3er Team an. Sie sicherten sich gemeinsam mit den Domänendreschern aus Erbes-Büdesheim, die bereits seit 25 Jahren dabei sind, den dritten Platz. Bei Familie Metzmann ist der Nachwuchs acht und zehn Jahre alt und hatte fleißig mit Mutter Sabine geübt. Zusammen mit den Minis aus dem Weingut Wechsler traten sie in der Nachwuchswertung an. Auch die Mannschaft des Westhofener Bauernvereins - jahrelanger Favorit – war natürlich mit dabei und wurde ihrer Siegerrolle gerecht.
Die Trachtengruppe Hengen aus Bad Urach, die eine Anfahrt von über 200 Kilometer hatte, stellte gleich vier Mannschaften. Da gab es "die net so Hüpschen" und "die Hüpschen", welche von der amtierenden Traubenblütenkönigin Katja I. unterstützt wurden.
"Die net so Hüpschen" konnten sich schließlichauf den ersten Platz dreschen, während sich das Team um die Traubenblütenkönigin auf Platz 4 wiederfand. Auch die Junioren (2. Platz) und Senioren (5. Platz) aus Bad Urach zeigten ihr Dreschtalent mit guten Platzierungen.
Moritz gewinnt den Hahn
Moritz Kühn aus Westhofen war der stolze Gewinner des lebenden Hahns. Im Wettbewerb der Besucher lag er mit der neunjährigen Lotta Wechsler zunächst gleichauf. Im zweiten Durchgang war er jedoch ein wenig schneller. Der Neunjährigen zollte er jedoch seinen Respekt und überließ ihr den Hahn, der nun mit Namen Hugo im Weingut Wechsler lebt.
Das Dreikönigsdreschen ist sicherlich eines der schönsten Bräuche der Region und zieht alljährlich Besucher aus nah und fern nach Westhofen. Wer Interesse hat, seine Geschicklichkeit im Dreschen zu versuchen, kann sich an den Heimatverein Westhofen e.V. wenden. Der nächste Wettbewerb findet am Sonntag, dem 13. Januar 2024, statt.
Die Mannschaftsplatzierungen 4er Teams
Trachtengruppe Hengen "Die net so Hüpsche" aus Bad Urach
Lerchengässer Dreschelite aus Westhofen
Scheunendrescher Hangen-Weißheim
Trachtengruppe Hengen "Die Hüpschen" aus Bad Urach (unterstützt durch Traubenblütenkönigin Katja I.)
Domänen Drescher aus Erbes-Büdeshei
Westowwer Schuppeklopper aus Westhofen
Westowwer Mäd'
3er Teams
Bauernverein Westhofen
Trachtengruppe Hengen Junioren
Domänendrescher aus Erbes-Büdesheim
Drei Generationen der Familie Weinbach
Scheunendrescher Hangen-Weißheim
Trachtengruppen Hengen Senioren
Westhowwer Schuppeklopper
Westhofener Winzerflegel
Westhowwer Mäd'
3er Wettkampf der Minis
Minis vom Weingut Wechsler
Minis der Familie Metzmann[ngg src="galleries" ids="2660" display="basic_thumbnail" thumbnail_crop="0"]