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  • Mo., 23. Dezember 2013, 11:05 Uhr
    Wilhelm Gerlach nach 27 Jahre als Vorstandsmitglied der Volksbank Alzey-Worms eG in den Ruhestand verabschiedet

    Vom Azubi zum Vorstand

    „Wenn ein Stück aus dem Herzen der Bank gerissen wird“, dann sollte das nicht stillschweigend gehen, meinte Axel Haas, Aufsichtsratsvorsitzender der Volksbank Alzey-Worms mit dem Blick in die Runde von rund 150 hochrangigen Vertretern aus Wirtschaft, Politik und kommunalen Verwaltungen. Die gaben mit ihrer Anwesenheit ein beeindruckendes Zeichen ihrer Wertschätzung für Volksbank-Direktor Wilhelm Gerlach, der nach 47 Jahren, davon insgesamt 27 Jahre als Vorstandsmitglied und zuletzt als Vorstandsvorsitzender, in den Ruhestand wechselt. Dieses Stück werde fehlen, meinte Axel Haas. Rhythmusstörungen könnten anfangs die Folge sein, doch die Schlagkraft der Bank nicht schmälern, weil Wilhelm Gerlach mit dazu beigetragen habe, „dass dieses Herz überhaupt so kräftig und gesund schlagen kann“.

    Vom Azubi zum Vorstand
    Mit Fakten untermauerte der Aufsichtsratsvorsitzende die Wertung des beruflichen Werdeganges eines Mannes, der sich vom Azubi bis zum Vorstandsvorsitzenden hochgearbeitet hat. Nach dem Eintritt als Banklehrling im Jahr 1966, stellte sich Wilhelm Gerlach 1978 den Aufgaben eines Kreditsachbearbeiters, übernahm danach die Abteilungen Marketing und Personal und wurde 1987 in den Vorstand der Volksbank Alzey berufen, dessen Vorsitz er 2006 übernahm. Seit September letzten Jahres teilte er sich nach erfolgter Fusion mit der Volksbank Worms-Wonnegau dieses Amt mit seinem Wormser Kollegen Bernd Hühn in einer schlagkräftigen Doppelspitze. Daneben erfüllte Wilhelm Gerlach herausragende Aufgaben im genossenschaftlichen Bereich und stellte sich ehrenamtlichen Aufgaben, z. B. als Vorsitzender des Gewerbevereins Alzey oder in der Präsidentschaft der Alzeyer Rotarier. Vielseitig orientiert und interessiert sei der rational denkende Stratege Wilhelm Gerlach Dank mit seiner äußerst gewinnenden Art jedoch immer Mensch geblieben, lobte Haas den scheidenden Bankdirektor.

    Mit Empathie, Energie und Engagement
    Die Aufzählung all der guten Eigenschaften des zukünftigen Ruheständlers erweiterte der Verbandspräsident des Genossenschaftsverbandes, Michael Bockelmann, mit der Aufzählung „der drei „E’s“, die für die vorbildliche Persönlichkeit von Wilhelm Gerlach sprächen. „Ein „E“ steht für Empathie, wichtig für einen Kunden- und Bankversteher, das zweite „E“ für Energie, die sowohl in den Beruf, als auch in die Ehrenämter investiert wurde. Engagement ist mit dem dritten „E“ gekennzeichnet und damit die berufliche Klammer, die alle Aufgaben zusammenhält“.

    Wie alle Redner bei dieser Verabschiedungsfeier verfasste Vorstandsvorsitzender Bernd Hühn, der sich zusammen mit seinem guten, langjährigen Freund Gerlach nach der Bankenfusion die Vorstandsspitze teilte, seine Abschiedsworte mit launigen Anmerkungen. Er befand sich damit auf dem gleichen Level wie sein scheidender Kollege, dem alle Redner einen „ganz wunderbaren Humor und Schlagfertigkeit“ bescheinigten. Die Chemie zwischen beiden habe gestimmt, meinte Hühn, die gegenseitige Verlässlichkeit habe nie in Frage gestanden und einstimmige Beschlüsse seien an der Tagesordnung gewesen, reüssierte Hühn. Als Mensch werde ihm Kollege Wilhelm Gerlach fehlen, bekannte er, aber auch als „freundschaftlich zugetaner Kollege, der nicht nur ehrgeizig und zielstrebig ist, sondern der sich durch seine positive Ausstrahlung, seinem gesunden Menschenverstand und durch seine christliche und soziale Einstellung auszeichnet“.

    „Erst einmal tief durchatmen“
    Der solchermaßen Vielgelobte musste vor seiner Dankesrede „erst einmal tief durchatmen“. Jeder Mensch müsse ein wenig mehr tun als im vorgegeben werde, merkte Wilhelm Gerlach an. „Genau das habe ich versucht“ meinte er bescheiden und ergänzte sein persönliches Fazit mit dem für ihn symptomatischen Wunsch „Wenn es meine Bank wäre, würde ich einfach weiterarbeiten“.

    Mit dem Dank an alle Mitarbeiter, Kollegen und an seine Familie, ließ Wilhelm Gerlach auch einen Blick in seine persönliche Zukunft zu. Seine Englischkenntnisse habe er vor aufzupolieren, ein intensiver Opa wolle er werden und sich mehr seiner Familie widmen, versprach er.

    Mit stehendem Applaus verabschiedeten sich die Weggefährten aus vielen beruflichen Ebenen von Wilhelm Gerlach, dessen Lebensmaxime letztlich so einfach wie nachahmenswert ist: „Erfolg im Leben hat der gehabt, der anständig gelebt, gelacht und geliebt hat“.

    Die Verabschiedung von Bankdirektor Wilhelm Gerlach in den Ruhestand nahm Bürgermeister Christoph Burkhard zum Anlass, den Pensionär mit der goldenen Ehrennadel der Stadt Alzey auszuzeichnen. Die Feierstunde bereicherte der stellvertretende Vorsitzende des Schillerkreises, Christoph Ochs, mit einer Dankadresse und das Volksbank-Orchester mit musikalischen Zwischenspielen.

     

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