Stadt. Kulturausschuss: Historisches Erbe der Stadt Worms findet musealen Widerhall / Neues zur großen Landesausstellung 2021
Vom Mittelalter in die Moderne
VON FLORIAN HELFERT Worms schrieb Weltgeschichte und beheimatete eine der wichtigsten jüdischen Ansiedlungen in Mitteleuropa. Das 500jährige Reichstagsjubiläum im kommenden Jahr sowie der Antrag auf das Weltkulturerbe greifen auf diese reiche Historie zurück und wirken sich positiv auf die Wormser Museumslandschaft aus.
„Seit 1982 ist unsere Ausstellung im Jüdischen Museum im Raschi-Haus im Wesentlichen unverändert“, äußerte Stadtarchivar Dr. Gerold Bönnen in der Sitzung des Kulturausschusses am Mittwoch im Wormser seine Freude, jetzt die Chance einer Modernisierung ergreifen zu können: Auf Grundlage eines Kooperationsvertrags mit dem Land und bei gemeinsamer Finanzierung des Vorhabens werde das Thema des beantragten Weltkulturerbes und der SchUM-Städte für einen Zeitraum von fünf Jahren in einer neuen Ausstellung dargestellt werden. Angestrebt werde, wie der Historiker in der Sitzung des Kulturausschusses am Mittwoch im Wormser erklärte, die Ausstellung bereits im September oder Oktober eröffnen zu können.
„Hier stehe ich – Gewissen und Protest – 1521 bis 2021“
Zur geplanten Landesausstellung rund um den Wormser Reichstag mit Martin Luther vor 500 Jahren informierten wiederum die beiden Leiter des städtischen Museums im Andreasstift, Dr. Olaf Mückain und Ulrike Breitweiser, über den aktuellen Zwischenstand.
Die Dramaturgie der Ausstellung beginnt mit Martin Luther in Worms in der historischen Stiftskirche und nach einem Parforce-Ritt durch die Geschichte laden moderne Gewissensfragen gegen Ende des Besuches zum Nachdenken beispielsweise über Künstliche Intelligenz ein. Dabei achten die Macher auch darauf, „mal akkustisch, mal optisch-visuell“ alle Sinne an den Themeninseln anzusprechen.
„Wir werden Corona weder komplett antizipieren noch ignorieren können“, legte Dr. Olaf Mückain auf Nachfrage Hans-Peter Weilers dar. Als Verwaltungsleiterin des Museums ergänzte Ulrike Breitwieser, dass man hierzu im Austausch mit weiteren Museen wie etwa der benachbarten SchUM-Stadt Speyer sowie mit dem Museumsbund stehe.