Bildung als Brennpunkt im Gerd-Lauber-Haus / Einblicke mit Sozialdezernent Waldemar Herder
Von Armut und Aufstieg
Flankiert von Karl Kronauer, Waldemar Herder sowie Stefan Hess-Martin und Dieter Gleim freuten sich Ernst Hinkel, Friedel Knese, Walpurga Linder und Anni Maier über ihre Ehrenurkunden aus den Händen des Kreisvorsitzenden Timo Horst (Bildmitte).
Eingeladen von der Arbeiterwohlfahrt Worms-Mitte erörterte Sozialdezernent Waldemar Herder im Gerd-Lauber-Haus seine Gedanken zum Spannungsfeld zwischen Bildung und Armut als eine gesellschaftliche Herausforderung. Ist Bildung eine Wunderwaffe gegen soziale Armut, fragte Herder und stellte sogleich fest: „Gebildete Menschen werden nicht immer reich – allerdings verringert ein zunehmender Grad an Bildung immerhin das Risiko der Armut!“
Chancen mittels Bildung
Rund 800.000 Euro muss der deutsche Sozialstaat durchschnittlich im Leben eines Empfängers des sogenannten „Hartz IV“ nach Angaben des Wormser Bildungsdezernenten aufwenden. Statt erst im im späteren Leben sollten staatliche Mittel besser bereits möglichst frühzeitig für die Köpfe künftiger Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer investiert werden. „Wir müssen Schülerinnen und Schüler intensiver unterstützen und begleiten“, spricht sich Herder sowohl für eine umfassendere Schulsozial- als auch Elternarbeit aus. Ein durchaus immer noch vorkommendes „Kind, Du willst was besseres werden wie wir“ dürfe es nicht mehr geben.
Lernerfolge als positiver Trend
„Sind früher 8,9 Prozent der Jugendlichen in Worms ohne Abschluss von der Schule abgegangen, sind es heute nur noch knapp fünf Prozent“, lobte Herder einen positiven Trend. Indem künftig die Übergänge zwischen Kindergarten, Schule und Beruf als „Bildungsketten“ auch unter Einbezug der Familien oder zum Beispiel Vereine und Wohlfahrtsverbände stärker verzahnt werden, gelte es, den schulischen und späteren Werdegang der Heranwachsenden noch erfolgreicher zu gestalten. „Wir brauchen ein von der Kita bis zur Hochschule verzahnend denkendes Sozial- und Bildungsdezernat“, dankte AWO-Kreisvorsitzender Timo Horst im Beisein des Landtagsabgeordneten Jens Guth und des Ortsvereinsvorsitzenden Karl Kronauer den kurzweiligen Einblick Waldemar Herders.
Ehrungen
Als langjährige Mitglieder der Wormser Arbeiterwohlfahrt sind Ernst Hinkel (40 Jahre), Walpurga Linder und Anni Maier (beide 25 Jahre) sowie Friedel Knese für ihr über 25 Jahre hinweg bekleidetes Amt der Kassiererin des AWO Heimbauvereins geehrt worden.