Die Gratiszeitung für Worms und das Nibelungenland
Sie sind hier: Startseite » Nachrichten » Von der Entmündigung zur rechtlichen Unterstützung
Do., 23. November 2023, 11:46 Uhr
NIBELUNGENLAND: Betreuungsverein im Diakonischen Werk Worms-Alzey feiert 30-jähriges Bestehen
Von der Entmündigung zur rechtlichen Unterstützung
Laudatoren und Verantwortliche des diakonischen Betreuungsvereines auf der Jubiläumsfeier in der Magnuskirche.
Seit der Gründung des Betreuungsverein im Diakonischen Werk Worms-Alzey im Jahr 1993 haben sich die gesetzlichen Grundlagen der rechtlichen Betreuung mehrfach geändert. Konstant blieb das Engagement der haupt- und ehrenamtlichen Vereinsmitglieder für die Würde der begleiteten Menschen.
Harald Storch, Dekan im Ruhestand, Gründungsmitglied und aktueller Vorsitzender, eröffnete das 30-jährige Jubiläum am Donnerstagabend in der Magnuskirche mit einer Andacht. Er erinnerte daran, dass bei Vereinsgründung noch nicht von rechtlicher Betreuung, sondern von Vormundschaft gesprochen wurde, unter die die Betroffenen gestellt wurden und damit zumindest teilweise entmündigt waren. Heute gehe es um unterstützende Begleitung und Ermöglichung größtmöglicher Selbstbestimmung. Ziel sei nach Storch eine würdevolle Partnerschaft auf Augenhöhe.
Timo Horst, Beigeordneter der Stadt Worms, wies auf den demografischen Wandel hin. Aktuell würden deutschlandweit etwa 1,3 Millionen Menschen rechtlich betreut. Durch die Überalterung der Gesellschaft werde der Bedarf weiter steigen. Horst skizzierte, dass die Stadt auf das Engagement von Vereinen und privaten Initiativen angewiesen sei, welche sich nicht scheuen würden, Verantwortung zu übernehmen. Für die gute Zusammenarbeit mit den Betreuungsvereinen sei er deshalb sehr dankbar.
„Die Rechte eines Menschen dürfen nur eingeschränkt werden, so lange es unbedingt erforderlich ist“, betonte Klaus Mehring, Kreisbeigeordneter im Landkreis Alzey-Worms. Des Weiteren hob er die Leistung aller Beteiligten hervor und schloss sich dem Dank seiner Vorredner, unter anderem auch Klaus Engelberty, Geschäftsführer des Betreuungsvereins, an.