Mi., 14. Oktober 2015, 22:52 Uhr
Mit den Rheinhessen-Walkern durch das faszinierende Hohlwegeparadies bei Alsheim zum Heiligen Häuschen
Von der Frühmesse zur Steppenhexe
Bei goldenem Oktoberwetter folgten am vergangenen Sonntag, dem11. Oktober rund achtzig Nordic-Walker und Wanderer der Einladung der Rheinhessen-Walker nach Alsheim. Alsheim ist weithin bekannt durch ein kilometerlanges Netz an Hohlwegen, das eine einzigartige Tier-und Pflanzenwelt aufzuweisen hat. Längst nicht alle sind durch Infotafeln ausgewiesen. Genau diese haben die Rheinhessen-Walker unter der Leitung von Sigrid Krebs ins Visier genommen. Bürgermeister Hoffmann, der die Gäste begrüßte zeigte sich erfreut über das Interesse der walking- und wanderfreudigen Besucher aus ganz Rheinhessen und dem benachbarten Hessen.
Dass die Hohlwege höchst unterschiedlich sind, sowohl im Bewuchs als auch in Ihrer Erscheinung überraschte die Besucher. Aufmerksam folgten Sie den Ausführungen von Sigrid Krebs über die Entstehungsgeschichte und Geologie der Hohlwege, der Tier- und Pflanzenwelt sowie über die Auswirkungen des fruchtbaren Lössbodens auf den Weinbau. Warum heißt die Weinlage Frühmesse, was ist eine Gemarkung, eine Gewann, eine Flur? Und welche Weinsorten gedeihen in die Frühmesse, deren Gewanne solche herrlich klingenden Namen wie Donau, Rosenberg, Sandhöhle, Erbental oder Goldberg tragen?
Interessante Kombination
Eine interessante Kombination zwischen Wissensvermittlung und sportlich aber auch genussvoller Ertüchtigung. Denn am „Heljerheisje“ (Heiliges Häuschen) kredenzte der Winzer Dieter Heck prämierte Weine der Lage Frühmesse. Hier an der Gemarkungsgrenze zu Dorn-Dürkheim, wo einst eine mittelalterliche Fernstraße von Worms nach Mainz verlief, erbaute im 15. Jahrhundert das Kloster Maria Münster das Heilige Häuschen dem Wanderer zur Rast und zum Gebet an einer Stelle mit dem schönsten Blick auf die Rheinebene und dem Odenwald.
Ein Zeugnis vergangener Zeiten ist auch die Weißmühle, eine ehemalige Weizenmühle, die schon lange kein Korn mehr mahlt. Das Mühlrad ist nicht mehr vorhanden, doch im Bruchsteinmauerwerk des Mühlgebäudes konnten die Rheinhessen-Walker und ihre Anhänger noch gut das Loch zu erkennen, an dem das Mühlrad eingelassen war.
Zum Abschluss Zwiebelkuchen und Federweißer
Zum Abschluss der acht Kilometer langen Tour gab es im besonderen Ambiente des Alten Kelterhauses als Belohnung das typisch rheinhessische Herbstgericht Zwiebelkuchen und Federweißer. Zum Abschied waren sich alle Teilnehmer einig, dass die Erkundung der Hohlwege ein besonderes Erlebnis war und lobten gleichzeitig die gute Organisation. „ Dies war ein war ein wunderschöner Tag, herzlichen Dank. Die Touren der Rheinhessen-Walker sind immer schön aber dieses Mal ganz besonders“, meinte Erhard Sahm aus Nierstein-Schwabsburg, der schon des Öfteren an den Nordic-Walking Events teilgenommen hat. „Man merkt, dass sie mit Leib und Seele und großer Begeisterung bei der Sache sind und umfangreiches Wissen ansprechend vermitteln.“
Die Rheinhessen-Walker bieten geführte Touren durch das rheinhessische Hügelland an - stets verbunden mit Infos zu Kultur und Natur, incl. Wein-Vesper beim Winzer. Im Zeitraum von März bis November werden außerdem einmal im Monat, jeweils am zweiten Wochenende offene Führungen durchgeführt. Die letzte Führung in diesem Jahr findet am 7. November in Zornheim unter dem Titel: „Zornheimer Wanderstern im Sonnenuntergang“ statt.