
Von JÜRGEN JAAP | Es wäre zu schön gewesen, ging aber doch nicht in Erfüllung. Die Vizemeisterschaft in der Fußball-Oberliga Rheinland-Pfalz / Saar hatte die TSG Pfeddersheim bis in die Schlussminuten der Saison 2018/2019 zum Greifen nah. Binnen einer halben Stunde glitt dem Team um den jungen Trainer Marc Heidenmann aber doch noch nach einer scheinbar beruhigenden zwischenzeitlichen 2:0-Führung der Traum vom „Vize“ aus den Händen. Der entscheidende Treffer per Foulelfmeter zum 3:2-Heimsieg über die Rheinhessen gelang dem FV Diefflen zwei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit. „Bitter, wie bitter“, mochte Marc Heidenmann den dramatisch unglücklichen Abschluss einer sonst so hervorragenden Saison seiner Mannschaft kaum begreifen wollen.
Das finale Saisonspiel bei den Saarländern führte Pfeddersheim wie schon die 33 Partien zuvor durch ein Wellental der Gefühle. „Der Start ins Match verlief genauso, wie wir uns das vorgestellt hatten“, sah Marc Heidenmann sein Team sofort im Vorwärtsgang. Einen Punkt benötigte Pfeddersheim noch, um die Vizemeisterschaft zu erringen. Also ab nach vorne, Tore schießen. Zuständig dafür: der Kapitän. Sebastian Kaster markierte bereits nach drei Minuten auf Flanke von Henrik Nagel das 1:0. Kurz vor der Pause legte er nach überragender Vorarbeit von Luftrim Kodraliu nach (40.). Alles also in Butter? „Nicht wirklich“, fand Marc Heidenmann, denn: „Wir haben das Spiel nie richtig in den Griff bekommen, kamen eher nur durch geschickte Umschalt-Aktionen zu Chancen.“ Zwei davon vergaben Kaster und sein kongenialer Sturmpartner Andreas Buch, als sie frei vor dem Tor vergaben. „Das wäre die Entscheidung gewesen“, meinte der TSG-Coach.
TSG lässt sich den Schneid abkaufen
Die Vorentscheidung blieb aus und FV Diefflen kam immer mehr auf. Kaum einen Zweikampf entschied Pfeddersheim nach einer Stunde Spielzeit mehr für sich. „Diefflen war heiß, war das bessere Team, hat uns den Schneid abgekauft“, stellte Marc Heidenmann ernüchtert fest. Und die Saarländer trafen. Erst glückte Fabian Poß der 1:2-Anschluss (61.), ehe Marvin Guss den Ausgleich herstellte (69.). „Wir mussten viel, viel verteidigen“, stemmte sich Pfeddersheim mit letzter Kraft gegen die nun drohende Niederlage. Vergeblich. Doppelt bitter für die TSG: Mathias Tillschneider, laut Marc Heidenmann „unser bester Akteur an einem gebrauchten Tag der Mannschaft“, beging kurz vor dem Abpfiff im Strafraum ein Foul, das einen Elfmeter nach sich zog. Lukas Latz verwandelte eiskalt (88.) und stürzte die Rheinhessen so von der Himmelsleiter, auf der sie in einer bis dahin überragenden Saison ganz nah an die Vizemeisterschaft geklettert waren.
„Wir waren einfach nicht gut genug in Diefflen, haben insgesamt verdient verloren“, merkte man Marc Heidenmann den Frust über die dramatisch entglittene Vizemeisterschaft schon an. Doch nach kurzer Besinnung überwog beim 29-Jährigen der Stolz über die gute Leistung des Spieljahres: „Rang drei bei 60 Punkten kann sich sehen lassen.“ In der Tat. Das Oberliga-Team der TSG Pfeddersheim hat 2018/2019 eine prima Entwicklung vollzogen, war dicht dran an den Relegations-Spielen zum Aufstieg in die Regionalliga, auf die der Verein aus organisatorischen und finanziellen Gründen – in der Sache selbst durchaus nachvollziehbar – zu einem für die Mannschaft jedoch sportlich äußerst ungünstigen Zeitpunkt verzichtete. „Feiern wird das Team“, versprach Marc Heidenmann kurz nach der bitteren Pleite in Diefflen, „diese starke Saisonleistung im Rahmen eines Grillfestes allerdings ohne Wenn und Aber.“
Fußball Oberliga Rheinland-Pfalz / Saar:
FV Diefflen – TSG Pfeddersheim 3:2 (0:2)
TSG Pfeddersheim: Stofleth – Andreas Tillschneider, Mathias Tillschneider, Himmel, Nagel – Bhatti (72. Udagawa), Candir, Kodraliu, Schmidt (76. Ludwig) – Buch, Kaster (82. Kassa).
Tore: 0:1 Kaster (3.), 0:2 Kaster (40.), 1:2 Poß (61.), 2:2 Guss (69.), 3:2 Latz (88. / Foulelfmeter).