„Trilogie im Rheinknie“: Bodo Bach begeistert in Alsheim
Von der Überholspur ins Bürgerhaus
Das Bild zeigt Bodo Bach (rechts) mit Hans-Günther Kissinger vom Verkehrsverein Alsheim (links). Foto: Rainer E. Rühl
Fast ein Stunde vor Beginn ist der Saal des Bürgerhauses in Alsheim nahezu voll besetzt. Der Offenbacher Comedian Bodo Bach hat sich mit seinem aktuellen Programm „Auf der Überholspur“ angesagt und 250 Gäste sind gekommen, um ihn live in Alsheim zu erleben.
Bereits im Foyer wird man von den Alsheimer Kerbeborsch mit einem Secco aus dem Weingut Seidel-Dudenhöfer begrüßt und so auf den Abend eingestimmt. Im Saal haben die Landfrauen ein reichhaltiges Angebot von Speisen vorbereitet. Darunter eine Trilogie vom Schinken und eine Trilogie vom Käse – womit Sie Bezug auf den Titel der Veranstaltung nehmen. „Trilogie im Rheinknie“, so der Titel, eine kulturelle Veranstaltung, die nun bereits zum achten Mal stattfindet. Eine Trilogie aus den drei Ks – Keller Kleinkunst und Kulinarisches. Die guten Tropfen aus dem Keller kommen wie bei den bisherigen Veranstaltungen dieser Reihe von Alsheimer Winzern.
Nach einem kleinen Warm-Up mit witzigen Video-Clips begrüßt der Vorsitzende des Verkehrsvereins, Hans-Günther Kissinger, die Gäste im Namen der drei Veranstalter: Verkehrsverein, Landfrauen und Ortsgemeinde, ebenfalls eine Trilogie, wie Kissinger bemerkt.
Im Anschluss an diese Begrüßung betritt Bodo Bach kurz nach 20.00 Uhr unter Applaus die Bühne und beginnt sofort die Kommunikation mit dem Publikum. Nachdem ihm einige Gäste durch besonders lautstarkes Gelächter auffallen, fragte er, ob sie lachen würden, oder ob sie nur vergessen hätten, ihre Tabletten zu nehmen. Was erneut schallendes Gelächter provoziert.
Der rote Faden des Abends ist die Beschäftigung mit dem Alter und den daraus resultierenden „Problemen“. Angefangen beim Internet über die Werbung, die den Begriff „alt“ tunlichst vermeidet und deshalb lieber von „Best Ager“, „Midlife Boomer“ oder „Silver Daddy“ spricht, wenn sie ältere Menschen meint, bis hin zu körperlichen Defiziten wie „Kopfherbst“, womit Bodo Bach seine Glatze umschreibt. „Woran merkt man dass man alt wird?“, fragt der Comedian und liefert natürlich gleich die Antwort: „Bei jungen Menschen tut das linke Bein weh, weil sie es benutzt haben. Mir tut es weh, nur weil ich es habe!“
Dabei sei alt werden nicht immer nur schlecht, so Bodo Bach. Man werde gelassener und müsse nicht jede Mode mitmachen. Man soll sich nicht einreden lassen, dass im Alter alles schlechter werde – Frauen beispielsweise seien wie Obst – sie würden im Alter reif und süß. Während Männer eher mit Käse vergleichbar seien. Die würden eher stinkig.
Inspirationen aus dem Leben
Bodo Bach nimmt seine Inspirationen aus seinem Leben. Er lässt die Besucher teilhaben an seinen Freuden und Leiden. Was die Zuschauer so oder so mit Lachtränen in den Augen verfolgen. Überhaupt ist ein Abend mit Bodo Bach ein einziges Zwerchfell-Training. Er zieht alle Register und lässt nichts aus.
Fußball, ganz klar ein Lieblingsthema des Offenbachers wird problemlos verknüpft mit dem roten Faden des Alterns, indem er von Spielern und Trainern berichtet, die ihre Glatze durch Haarverpflanzung wieder in wallende Pracht verwandelt haben. Das Autofahren – seine zweite Leidenschaft. Hier regt er sich über die sinnlose Automatisierung in den neuen Autos auf. Er prophezeit, dass eines Tages das Auto selbsttätig eine Anzeige an die Polizei sendet, sobald der Fahrer zu schnell fährt.
Er berichtet auch von Dingen, die er so gar nicht leiden kann. Hotelzimmer, die man ohne mitgebrachten Werkzeugkasten nicht wohnlich machen kann, Busreisen und Tanzveranstaltungen. So erzählt er ausführlich von einer Busreise, die seine Frau Gerda bei einem Preisausschreiben gewonnen hatte. Kaum gestartet, wurde die Reisegesellschaft auf vielfachen Wunsch mit Volksmusik beschallt. Für Bach ein Martyrium, das er nur stoppen konnte, indem er den Inhalt einer Cola-Dose gezielt über die Stereoanlage des Busfahrers ergoss.
Immer wieder äußert er sich fast schon verwundert über die Begeisterungsfähigkeit des Alsheimer Publikums. So etwas habe er noch nicht oft erlebt. Er sei oft in Rheinhessen unterwegs und kenne auch die Mentalität hier gut – aber so eine Begeisterung wie an diesem Abend sei auch für ihn etwas Besonderes. Wiederholt bedankt er sich beim Publikum. Und so ist es auch klar, dass nach dem ersten Abgang am Ende des Programms noch Zugaben folgen.
Als dann gegen 23.00 Uhr der letzte Applaus verhallt, kann man unter den Gästen auf dem Heimweg immer noch den einen oder anderen Lacher vernehmen.