Horchheim feierte seinen Sommertag mit Gebet, Sommerweck und Winterverbrennung
Von Hunger, Kinderklag und Mütterfluch
Das Spektakel des Sommertages beziehungsweise der Winterverbrennung war für viele Horchheimer ein willkommener Anlass zum Teilnehmen. Foto: Florian Helfert
VON FLORIAN HELFERT Bei bestem Wetter zelebrierte die Wormser Eisbachtalgemeinde Horchheim ihren Sommertag. Auf dem Marktplatz vor dem Rathaus berichteten die Gewandeten des Horchheimer Brauchtaumvereines zunächst über das traurige Schicksal der Kindsmörderin Elsbeth, welche – sitzengelassen – in großer Not ihr neugeborenes Kind in einem Brunnen ertränkte habe. „Dennoch siegt am Ende der Fronbergsage“, so Hans-Werner Müller in seiner Rolle als Schultheiß, „die Hoffnung.“
Bevor Elsbeth nämlich auf dem Fronberg hingerichtet worden sei, habe sie allen Kindern der Gemeinde ihre Felder vermacht – auf dass sich Hunger, Kinderklag und Mütterfluch nie mehr wiederholen. Dafür sollen im Gegenzug jedes Jahr am Sonntag Lätare die Horchheimer Kinder für ihr Seelenheil auf dem Fronberg beten. Auf dem Weg zur großen Winterverbrennung stoppte der Zug mit zahlreichen Kindern folglich auf dem Fronberg zum verpflichtenden Gebet mit Pfarrer Dr. Joachim Springer.
Anschließend ging es weiter in Richtung des Ortsausganges, um gegenüber dem Wendeplatz einen Schneemann einzuheizen. Eine Aufgabe, welcher sich die Freiwillige Feuerwehr gerne mit Feuer und Flamme widmete. Und zurück auf dem Marktplatz warfen Ortsvorsteher Volker Janson und der designierte Oberbürgermeister Adolf Kessel gemeinsam mit Mitgliedern des Ortsbeirates sowie den Gewandeten die berühmten Sommerwecken ins beseelt wartende Publikum.