TSG PFEDDERSHEIM: Pokal Sensation lag in der Luft / Stimmung wie bei einem Europa Cup Spiel
Vor 25 Jahren
Vor fast genau 25 Jahren, genauer gesagt am 15. August 1995, fand im alt ehrwürdigen Ludwigshafener Südweststadion das Erstrunden DFB Pokal Spiel zwischen dem Südwest Pokalsieger TSG Pfeddersheim und dem damaligen Deutschen Meister Borussia Dortmund statt. Das Spiel an einem herrlichen Spätsommerabend wird jedem, der damals unter den über 25.000 Zuschauern dabei war, in bester Erinnerung geblieben sein. Es war ein richtiger Pokalkrimi zwischen den „kleinen“ Pfeddersheimern und dem „großen“ BVB 09 Borussia Dortmund.
Spannender Pokalfight Alles was ein spannendes Pokalspiel ausmacht bekamen die begeisterten Zuschauer aus Nah und Fern geboten. Tolle Torraumszenen, rassige Zweikämpfe, und eine über sich hinaus wachsende TSG Mannschaft würzten den ungemein spannenden Pokalfight. Die Gelb-Schwarzen waren in Bestbesetzung angetreten, trafen aber auf einen Gastgeber, der von Coach Jürgen Klotz hervorragend eingestellt wurde, und von Minute zu Minute selbstsicherer wurde, und tatsächlich an die Pokalsensation glaubte. Mit einem alles überragenden Rudi Stalyga im Tor, der die Dortmunder Offensive immer mehr zur Verzweiflung brachte, einem pfeilschnellen Kalli Schüttler( zeigte wohl sein bestes Spiel seiner Karriere) und dem „Strategen“ Günther Braun (wo war Matthias Sammer?) im Mittelfeld, konnte man den Hitzfeld Schützlingen immer mehr Paroli bieten, und somit stand es nach neunzig Minuten torlos 0:0.
Stadion stand Kopf Das Stadion stand Kopf, mit einer Verlängerung hätte wohl keiner der Zuschauer gerechnet. In der Verlängerung sah man den bis dahin sehr blassen Andy Möller von seiner besten Seite, er war es dann auch, der das Dortmunder Führungstor zum 1:0 erzielte. Doch die kämpferisch über sich hinaus wachsenden Pfeddersheimer erzielten durch Danny Winkler mit einem gekonnten Heber kurz vor Schluss den verdienten Ausgleich. Der Jubel kannte keine Grenzen, das Elfmeterschießen stand an. Hier waren dann die Profis die glücklichere Mannschaft und gewannen mit 4:3 nach Elfmeterschießen. Es war das mit Abstand beste Spiel einer TSG Mannschaft in der bisherigen Vereinsgeschichte, mit diesem überragenden Auftritt hatten die Jürgen Klotz Schützlinge viel für ihr Image getan. Dies sah auch der Coach des glücklichen Gewinners, Ottmar Hitzfeld, genauso. Kurzkommentar von ihm:“ Wir hätten hier ausscheiden können, Pfeddersheim hat sehr gut gespielt.“ Dem war nichts hinzuzufügen.
Hier noch die Namen aller Akteure, die für einen unvergesslichen Pokalabend sorgten:
TSG Pfeddersheim: Stalyga, Mack, Ruh, Rehmann, Langendorf, Braun, Fassbinder, Schüttler, Schröder, Biagioli, Winkler. Eingewechselt wurden: Schantz für Langendorf, Eichinger für Braun, De Simone für Schüttler.
Borussia Dortmund: Klos, Kohler, Cesar, Sammer, Wolters, Freund, Möller, Kree, Tretschok, Sosa, Herrlich. Eingewechselt wurden: Schmidt für Kree, Reinhardt für Tretschok, Ricken für Sosa.
Schiedsrichter war Alfons Berg aus Konz
Ein Bild vom DFB-Pokal Pfeddersheim-Borussia Dortmund vor 25 Jahren. Der Pfeddersheimer Kapitän Günter Braun (links) bei der Platzwahl mit Matthias Sammer. Foto: Marcus Diehl