Durchkämpfen wie etwa Jan Hochgesand im Spiel gegen TSV Schott Mainz: Das muss die Devise für die zweite Welle der HSG Worms in den beiden Relegationsspielen zur Rheinhessenliga gegen DJK GW Bingen-Büdesheim sein. Foto: Marcus Diehl.
Von Jürgen Jaap |
Oberliga Rheinland-Pfalz / Saar – Männer:
TV Offenbach – HSG Worms (So., 28. April, 18 Uhr)
HSG Worms – HSG Rhein-Nahe Bingen (Mi., 01. Mai, 18 Uhr)
Nach der Siegesserie ist vor dem Endspurt der Saison 2018/2019. Sechs Spiele lang blieben die Handballer der HSG Worms in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar ungeschlagen. Dem Tabellenzweiten MSG Handballfreunde Illtal mussten sich die Wormser Drachen nach starker erster Halbzeit aber zuletzt deutlich mit 28:40 (19:21) beugen. Nun hat die Mannschaft um Trainer Marco Tremmel zwei weitere große Kaliber der Oberliga Rheinland-Pfalz / Saar vor der Brust. Sonntagabend geht es in die Pfalz zum aktuellen Tabellensiebten TV Offenbach, ehe am Tag der Arbeit der Tabellensechste HSG Rhein-Nahe Bingen in der Nikolaus-Dörr-Halle seine Visitenkarte zum letzten Heimspiel der Saison abgeben wird.
Eine lange, emotionale und kräftezehrende Saison neigt sich langsam aber sicher dem Ende entgegen. Gleichwohl möchten die Wormser Drachen die Runde möglichst erfolgreich abschließen. „Wir haben noch insgesamt drei schwere Spiele, wollen aber jedes dieser Spiele gewinnen“, sagt HSG-Trainer Marco Tremmel wohl wissend, dass jede Partie für sich noch einmal eine große Herausforderung für den Tabellenzehnten darstellen wird. Den Anfang des Saisonfinales macht die HSG Worms beim heimstarken TV Offenbach. Allerdings plagen Marco Tremmel („Der Kader stellt sich aktuell fast von selbst auf“) Personalsorgen. Neben Fabian Markert, der sich gerade erfolgreich einer OP unterzog, fehlen definitiv Jan Gabrys und Moritz Brestrich. Ein großes Fragezeichen steht hinter dem Einsatz von Linksaußen Marvin Seyfried, der durch eine Verletzung in Illtal nach wie vor gehandicapt ist. Trotz der Ausfälle glaubt Marco Tremmel an die Chance seiner Mannschaft. „Wir haben auswärts in dieser Saison schon einige richtig gute Spiele hingelegt, das können wir auch in Offenbach.“
In Feierlaune möchten sich die Wormser Drachen am Mai-Feiertag ihrem treuen Publikum präsentieren. Würde nicht schon allein das zumeist sehr emotionale rheinhessische Handball-Lokalderby gegen die HSG Rhein-Nahe Bingen für mächtig Zunder in der Nikolaus-Dörr-Halle sorgen, so soll nach dem finalen Heimspiel der Spielzeit 2018 /2019 der längst feststehende Oberliga-Klassenerhalt in einer „After-Game-Party“ gebührend gefeiert werden. Feiertag eben. Zuvor aber wird es gewiss wieder mitreißenden – und geht es nach Marco Tremmel – auch erfolgreichen Handballsport geben. Allerdings: „Durch das Fehlen einiger Leistungsträger werden jetzt Spieler wie Pascal Theuer mehr Verantwortung übernehmen. Er macht das schon gut in der Abwehr. Wenn alle ihre Stärken ausspielen, können wir Offenbach und Bingen ärgern“, verspricht Marco Tremmel.
Oberliga Rheinland-Pfalz / Saar – Frauen:
TG Osthofen – TV Bassenheim (So., 28. April, 16 Uhr)
Noch ist der einstellige Tabellenplatz in der Saison 2018/2019 nicht in trockenen Tüchern. Noch. Im letzten Heimspiel dieser Spielzeit gegen den TV Bassenheim will das Oberliga-Team der TG Osthofen um Chef-Trainer Marcus Otterstätter aber das ausgegebene Saisonziel endlich festzurren. Nach dem klasse herausgespielten 35:31-Erfolg über den Tabellendritten SV Zweibrücken in der Woche vor Ostern erscheint das Vorhaben durchaus realistisch. 24:28-Niederlage im Hinspiel hin oder her: Die TG Osthofen geht mit einem guten Gefühl in die Partie gegen die Frauen aus der Ortsgemeinde im Landkreis Mayen-Koblenz. „Mit der im Spiel gegen Zweibrücken gezeigten Einstellung sollte ein Sieg möglich sein“, glaubt Marcus Otterstätter.
Mit von der Partie dürften wohl auch einige TGO-Nachwuchs-Spielerinnen wie Ann-Christin Knierim, Susanna Graf und Tatjana König sein. „Die Mädels sind fast immer im Training dabei, das soll belohnt werden.“ Allerdings schränkt der Trainer auch ein: „Meine Stammsieben hat aber natürlich schon ein wenig mehr Vertrauen von mir.“ Eines steht für Marcus Otterstätter jedoch ungeachtet der Einsatzzeiten für seine jüngeren Ersatz- oder erfahrenen Stamm-Spielerinnen fest: „Wir wollen zu Hause gegen Bassingen nachlegen.“
Die Saison 2018/2019: Ein Rückblick auf die Leistungen der Mannschaften im Handball-Verband Rheinhessen
Im Handball-Verband Rheinhessen (HVR) ist die reguläre Meisterschafts-Hallenrunde 2018/2019 Geschichte – sieht man einmal von der Qualifikationsrunde der Männer zur Oberliga Rheinland-Pfalz / Saar und der Relegation der Männer zur Rheinhessenliga ab. Die Handballer der TG Osthofen haben Mitte Mai drei schwere Oberliga-Qualifikationsspiele vor der Brust. In zwei noch ausstehenden Spielen am 28. April und 05. Mai duellieren sich dazu die HSG Worms 2 und DJK GW Bingen-Büdesheim um einen freien Platz in der Rheinhessenliga 2019/2020. Zeit also, um auf die Leistungen der lokalen Teams in der abgelaufenen Spielzeit zu schauen. Was wurde erreicht? Ist man zufrieden? Wo soll der Weg nächste Saison hinführen?
Rheinhessenliga – Männer: TG Osthofen
Die Meisterschaft der Rheinhessenliga haben die Männer der TG Osthofen im dramatischen Finale zu Hause in der Wonnegauhalle gegen den neuen Titelträger Sportfreunde Budenheim 2 knapp verpasst. Nun gilt die volle Konzentration den Aufstiegsspielen zur Oberliga Rheinland-Pfalz / Saar der Männer der Landesverbände Pfalz, Rheinhessen, Rheinland und Saarland im Mai 2019. Die Termine für den Vizemeister der Rheinhessenliga:
TG Osthofen – TV Bitburg oder SG Gösenroth / Laufersweiler (So., 12. Mai, 16 Uhr)
HC Dillingen / Diefflen – TG Osthofen (Sa., 18. Mai, 18 Uhr)
TuS Dansenberg 2 – TG Osthofen (Sa., 25. Mai, 19 Uhr)
Rheinhessenliga – Frauen: TG Osthofen 2
„Das muss besser werden.“ Tabellenrang acht bei 12:28 Punkten zaubern nicht wirklich ein Lächeln ins Gesicht von Eric Pressl. Für den Trainer der zweiten Frauenmannschaft der TG Osthofen brachte die Saison 2018/2019 vor allem eines mit sich: „Schwankungen ohne Ende.“ Da stand etwa eine 9:36-Klatsche beim Tabellendritten HSV Sobernheim einem schönen 25:19-Heimsieg gegen den Sechsten TuS Kirn (Eric Pressl: „Unser bestes Saisonspiel“) gegenüber. Rauf und viel zu häufig runter ging es für den TGO-Coach diese Spielzeit mit seiner Mannschaft.
„Eine Mannschaft, in der die Mischung aus Erfahrung und Jugend passt“, wie Eric Pressl findet. Die routinierte Katja Morasch im Tor soll den jungen Spielerinnen im Team Halt geben. „Bei Ronja Rogawski und Vanessa Hambrecht klappt das auch ganz gut“, betont Eric Pressl. Die beiden Youngsters im Kader haben bereits einige Einsätze im Oberliga-Team der TGO absolviert. „Wir stehen mit Oberliga-Trainer Marcus Otterstätter in regem Austausch“, erklärt der Trainer der TGO-Zweiten weiter. Schließlich sei die Rheinhessenliga eine gute Plattform, um sich für höhere Aufgaben anzubieten. Und auch, um nächste Spielzeit höhere Ziele anzustreben, wie Eric Pressl bekennt: „Ein positives Punkteverhältnis soll her.“ Das würde dann wohl zugleich mehr bedeuten als „nur“ Rang acht wie diese Spielzeit.
Verbandsliga Rheinhessen – Männer: HSG Worms 2
Relegation zur Rheinhessenliga
DJK GW Bingen-Büdesheim – HSG Worms 2 (So., 28. April, 15 Uhr)
HSG Worms 2 – DJK GW Bingen-Büdesheim (So., 05. Mai, 18 Uhr)
Nach der Saison 2018/2019 ist für die zweite Herrenmannschaft der HSG Worms vor der Relegation zur Rheinhessenliga. Gegen den Tabellenletzten der höchsten Spielklasse im Verband Rheinhessen, DJK Grün-Weiß Bingen-Büdesheim, bestreitet der Oberliga-Unterbau der Wormser Drachen zwei Aufstiegsspiele. „Wir als Verein möchten unsere zweite Mannschaft in der Rheinhessenliga sehen und sind der festen Überzeugung, dass die Jungs sich gegen Bingen-Büdesheim durchsetzen können“, sagt HSG-Vorstand Florian Stenner über die bevorstehenden Entscheidungsspiele und ergänzt: „Der komplette Verein wird die Mannschaft von Uwe Berberich nach Kräften auf dem Weg in die Rheinhessenliga unterstützen. Die Jungs verfügen über die Qualität höher zu spielen, das haben sie bereits im vergangenen Jahr in der Rheinhessenliga angedeutet.“
2017/2018 spielte die HSG-Zweite bereits in der höchsten Spielklasse Rheinhessens. Von riesigem Verletzungspech arg gebeutelt stieg das Team aber unglücklich ab. Nach dem dadurch unvermeidbaren Abstieg hat sich die Mannschaft in der Saison 2018/19 sofort wieder in der Spitzengruppe der Verbandsliga Rheinhessen etabliert. Am Meister TV Alzey war kein Vorbeikommen, obwohl die HSG den designierten Meister am vorletzten Spieltag auswärts besiegen konnte. Am Ende bog die zu großen Teilen zusammengebliebene Truppe, die immer wieder punktuell durch Spieler der A-Jugend verstärkt wurde, auf Platz drei ein. Weil der Zweitplatzierte TV Nieder-Olm 2 nicht aufstiegsberechtigt ist, rücken die Wormser Drachen in die Relegation nach.
„Wir werden nicht nur im Umfeld alles für einen Erfolg tun, sondern auch sportlich“, betont Vorstand Florian Stenner. Vor allem dem Rückspiel komme eine große Bedeutung zu: „In Bingen müssen die Jungs sich ohne Harz gut verkaufen. Es gilt eine gute Ausgangslage zu schaffen, um mit dem Publikum im Rücken und einer heimstarken Mannschaft auf der Platte den Gegner zu besiegen.“ Einziger Wehrmutstropfen: Die Relegationsspiele sind möglichweiser reine Formalität und von keiner sportlichen Relevanz. Denn die Auf- und Abstiegsregelung zwischen HSG Worms 2 und DJK GW Bingen-Büdesheim greift nur dann, wenn der rheinhessische Teilnehmer an der Oberliga-Qualifikation den Aufstieg schafft. Dieser heißt TG Osthofen. Es warten auf die TGO-Truppe allerdings ambitionierte und starke Mannschaften wie die etwa die Drittliga-Reserve vom TuS Dansenberg. Bei den Wormser Drachen drückt man den Wonnegauern nichtsdestotrotz fest die Daumen, denn so könnte eine gute Saison 2018/2019 womöglich noch mit einem Aufstieg der HSG-„Zweiten“ in die Rheinhessenliga abgerundet werden.
TG Osthofen 2
Für die Männer der TG Osthofen 2 steht in der Abschlusstabelle ein fünfter Rang bei einem ausgeglichenen Punkteverhältnis von 22:22 zu Buche. „Das ist nicht das, was wir uns vor der Saison 2018/2019 vorgestellt haben“, redet Günter Brenner nicht lange um den heißen Brei herum. „Wir haben zu viele Niederlagen kassiert, hätten weitaus mehr Punkte holen müssen“, zeigt sich der Coach der TGO-„Zweiten“ nicht wirklich zufrieden mit dem Rang im Verbandsliga-Mittelfeld. Die Gründe für das nicht zufriedenstellende Resultat liegen laut Günter Brenner auf der Hand: „Wir hatten viele Verletzte, einfach zu viele Ausfälle. Teilweise standen nur zehn Spieler auf dem Feld.“
Aber die Saison 2018/2019 hatte auch einige positive Aspekte für die „Zweite“ der TGO. So ist Pit Weißbach mit insgesamt 215 Treffern Torschützenkönig der Verbandsliga Rheinhessen. Der Spielführer, sichere Siebenmeterschütze und Rückraumspieler (vorwiegend auf halblinks) ist einer der Leistungsträger im Team. Mit Niklas Ahl hat sich zudem ein junger Akteur im Laufe der Spielzeit kontinuierlich gesteigert. „Ihm ist für die Zukunft einiges zuzutrauen – vielleicht auch in unserer ersten Herrenmannschaft“, meint Günter Brenner. Apropos Zukunft, in die Günter Brenner einen Blick wagt: „In der kommenden Saison wollen wir so weit wie möglich nach vorne in der Verbandsliga rücken, am besten unter die ersten drei Teams in der Tabelle. Das muss unser Anspruch sein!“
Kreisliga – Männer: HSG Worms 3
In die wohlverdiente Sommerpause sind auch die Handballer von der dritten Mannschaft der HSG Worms bereits gegangen. Ein Großteil der „Dritten“ wird zwar die „Zweite“ bei den Relegationsspielen zur Rheinhessenliga anfeuern, das Kreisliga-Team hat mittlerweile aber Pause. Nach 18 Rundenspielen ist die HSG Worms 3 auf dem achten Platz eingelaufen. In Abstiegsnöte geriet die Mannschaft von Neu-Trainer Stefan Wilhelm nie. Nach vorne ging aber genauso wenig, dafür war die Personallage einfach ein ums andere Mal zu dünn. „Die Dritte ist ein richtig guter Haufen, der an guten Tagen auch tollen Handball spielt. Die Jungs haben das gut gemacht, ich erinnere mich noch gut an die furiosen Heimspiele gegen HSG Rhein-Nahe Bingen 3 und HSC Ingelheim 2, als die Mannschaft quasi in der Schlusssekunde jeweils den Sieg einfuhr. Immer wenn die Mannschaft gut besetzt war, ging das Spiel auch erfolgreich aus“, resümiert HSG-Vorstand Florian Stenner.
Besonders bemerkenswert: Nach Meister TSG Ober-Hilbersheim, HSV Sobernheim und TuS Wörrstadt, allesamt erste Mannschaften, war die HSG Worms 3 die offensivstärkste Truppe mit 508 Toren. Auch in der dritten Mannschaft kamen erfreulicherweise immer wieder Spieler aus der A-Jugend zum Einsatz. „Rückblickend konnten wir unsere A-Jugend in allen drei Aktiven-Mannschaften einsetzen und haben unseren Talenten so Spielpraxis in der Oberliga, der Verbandsliga und der Kreisliga verschaffen können“, so Florian Stenner.