Mi., 19. Juli 2023, 09:34 Uhr
WORMS: Stadt und Domgemeinde richten automatische Beregnungsanlage für den Domplatz ein
Vorbild Lutheranlage
Das trostlose und vertrocknete Bild, das der Domplatz regelmäßig in den Sommermonaten abgibt, wird bald der Vergangenheit angehören. So hoffen jedenfalls Propst Tobias Schäfer von der Domgemeinde und Dieter Rauh, der Chef der Abteilung für die Grünflächen der Stadt Worms. Momentan wird auf dem Domplatz eine automatische Beregnungsanlage eingebaut, wie sie etwa auch auf dem Lutherplatz bereits seit einigen Jahren in Betrieb ist.
„Wir hoffen, damit nicht nur Personalkosten und Ressourcen einzusparen, sondern vor allem auch für einen grünen Domplatz zu sorgen“, erklärt Dieter Rauh. Dass die Stadt hier ein Interesse hat, liegt daran, dass ein alter Vertrag regelt, dass die Stadt für die Unterhaltung und Pflege des Platzes aufkommen muss. „Damals in den 30er Jahren wurde der Domplatz nach der großen Domrenovierung wieder instandgesetzt. Die Domgemeinde hat sich damals vertraglich bereit erklärt, den Domplatz als öffentliche Anlage zugänglich zu machen und auch den Durchgang zum Platz der Partnerschaft offen zugänglich zu halten. Im Gegenzug hat die Stadt die Unterhaltung von Domplatz und Kreuzgang übernommen.
„Auch wenn unsere Leute sich alle Mühe gegeben haben, den Platz im Sommer zu wässern, war es doch unterm Strich vergeblich: Wir haben viel Wasser verbraucht, viel Personal aufwenden müssen, um die Rasensprenger aufzustellen und zu versetzten, ohne dass es wirklich etwas gebracht hätte“, weiß Dieter Rauh zu berichten. Dabei sei der Domplatz auch touristisch einer der wichtigsten Plätze. Mit der Beregnungsanlage werde es nun möglich, den Platz im Sommer nachts automatisch zu beregnen. Dabei werde nur ein Bruchteil des Wassers verbraucht, das bisher nötig war, ohne dass es in der Hitze wirklich etwas gebracht hätte.
Dass die Beregnung nun eingebaut werden könne, war ein weiter Weg: erst musste mit der Archäologie und Denkmalpflege gesprochen werden. Weil die Leitungen sehr oberflächennah verlegt werden, konnten hier alle Bedenken ausgeräumt werden; dann mussten die Georadar-Untersuchungen abgeschlossen sein, mit denen der Platz vor wenigen Wochen untersucht wurde. Nun konnte mit dem Einbau der Beregnung begonnen werden. Die Kosten teilen sich Stadt und Domgemeinde – denn am Ende hätten ja alle Seiten etwas davon. Vor allem aber für die Wormserinnen und Wormser und die Touristen würde der Platz so auch über den Sommer erheblich aufgewertet, freuen sich der Propst und Dieter Rauh.