Fr., 27. August 2021, 15:01 Uhr
SCHULSTART in RLP: Mehr Schüler und Lehrkräfte im neuen Schuljahr
„Vorfahrt für Präsenzunterricht“
„Wir können das neue Schuljahr mit sehr viel Zuversicht beginnen – auch wenn die Corona-Pandemie noch nicht überwunden ist. Wir starten mit anderen, besseren Ausgangsvoraussetzungen als im Vorjahr“, sagte Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig in Mainz. Hubig weiter: „Nachdem das vergangene Jahr erheblich von den Folgen der Corona-Pandemie geprägt war, werden wir den Bedürfnissen von Kindern, Jugendlichen und ihren Familien jetzt ganz klar Priorität einräumen. Dazu gehört natürlich ein zuverlässiges Angebot von Präsenzunterricht.“
„Der Schulstart im Präsenzbetrieb erfolgt entlang erprobter Hygienekonzepte, die ihre hohe Wirksamkeit im Vorjahr bewiesen haben." Das Testkonzept an den Schulen wird mit zwei Tests pro Woche weitergeführt. Außerdem gilt in den ersten beiden Schulwochen die Verpflichtung zum Tragen einer medizinischen Maske – nicht nur im Schulgebäude, sondern auch im Unterricht. Dazu käme, dass die meisten Lehrkräfte doppelt geimpft seien, viele Eltern und Großeltern auch. Unter den 12- bis 17-jährigen seien bereits mehr als ein Viertel mindestens einmal geimpft. Für die Verbesserung der Raumlufthygiene stellt die Landesregierung den Städten, Landkreisen und Gemeinden jetzt das zweite Sofortprogramm über 12 Millionen Euro bereit, mit denen die Träger die Klassenzimmer entsprechend ausstatten können. Damit stehen insgesamt 18 Mio. Euro aus Landesmitteln für Maßnahmen der Verbesserung der Lüftungssituation zur Verfügung,
„Entscheidung nie leicht gemacht"
„Viele Kinder und Jugendliche haben unter den Schulschließungen gelitten. Nicht nur das gemeinsame Lernen, sondern auch der unmittelbare Austausch mit den Mitschülerinnen und Mitschülern und den Lehrkräften fehlte. Die Entscheidung für Schulschließungen haben wir uns deshalb nie leicht gemacht. Ich bin überzeugt davon, dass wir die Folgen der Pandemie gut auffangen werden und dafür sorgen, dass den Schülerinnen und Schülern keine Nachteile entstehen. Dazu haben wir ein millionenschweres Maßnahmenpaket auf den Weg gebracht, das unterschiedliche Förder- und Unterstützungsangebote bündelt und sinnvoll miteinander verknüpft. Ein besonderes Augenmerk legen wir dabei weiter auf die Schülerinnen und Schüler, die schwierigere Ausgangsvoraussetzungen haben. Auch diese Förderung muss vor Ort stattfinden können und deshalb muss der Präsenzunterricht jetzt Vorfahrt haben“, so Hubig.
Erstmals seit Jahren wieder mehr Schüler
Rund 39.500 Erstklässlern starten im Schuljahr 2021/2022 ihre Schulkarriere*. Damit sind die Zahlen der Einschulungen im Vergleich zum Vorjahr erneut gestiegen. Rund 2.600 mehr Kinder als im vergangenen August kommen jetzt in die Schule (Vorjahr: 36.900 Einschulungen). Während in den vergangenen Jahren die Gesamtzahl der Schüler stetig gesunken war, steigt sie an den allgemeinbildenden Schulen nun um rund 3.550 auf insgesamt 412.900 (Vorjahr: 409.330 Schüler). An den berufsbildenden Schulen sinken die Schülerzahlen, von 111.300 Schüler im letzten Schuljahr auf 109.000 in 2021/2022. Die Gesamtzahl aller Schüler an den allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen steigt damit erstmals seit dem Schuljahr 1990/1991. Zum neuen Schuljahr werden insgesamt 521.900 und damit rund 1.250 mehr Schüler eine rheinland-pfälzische Schule besuchen.
Deutlich mehr Einstellungen in den Schuldienst
„In den ersten Tagen ist es wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler wieder an das gemeinsame Lernen herangeführt werden. Individuelle Bedarfe werden erfasst und Schülerinnen und Schüler gezielt gefördert. Dazu braucht es gut ausgebildete und motivierte Lehrkräfte – die haben wir in Rheinland-Pfalz“, sagte Hubig. Zu den Mehreinstellungen aufgrund der bereits prognostizierten höheren Zahl an Schülern wurden im Haushalt 345 zusätzliche Stellen vorgesehen – etwa zur weiteren Verbesserung der Unterrichtsversorgung. Rund 1.400 neue Lehrer werden zum Schuljahresstart 2021/2022 in den rheinland-pfälzischen Schuldienst eingestellt, einschließlich der Stellenbesetzungen, die an den berufsbildenden Schulen traditionell erst zum 1. November 2020 erfolgen. Im Vorjahr wurden insgesamt 1.100 Stellen besetzt.
„Die Corona-Pandemie hat deutlich gemacht, dass keine technische Errungenschaft eine gut ausgebildete und motivierte Lehrkraft ersetzen kann. Wir setzen deshalb in Rheinland-Pfalz weiter selbst auf Ausbildung und Einstellung und können uns auf dem bundesweit angespannten Fachkräftemarkt wie bisher auch sehr gut behaupten“, so die Bildungsministerin. 284 neue Kollegen werden unmittelbar nach dem rheinland-pfälzischen Vorbereitungsdienst eingestellt. 411 der auf eine Planstelle eingestellten Lehrkräfte hatten unmittelbar zuvor einen Vertretungsvertrag in Rheinland-Pfalz. Wie in den Vorjahren stünde Rheinland-Pfalz dank seiner langfristigen Ausbildungs- und Einstellungspolitik trotz steigender Schülerzahlen sehr gut da. Auch in diesem Schuljahr können alle Planstellen mit grundständig ausgebildeten Lehrkräften besetzt werden. Der bundesweite Fachkräftebedarf an Lehrkräften macht sich aber vor allem in den Lehrämtern Grundschule und Förderschule bemerkbar. Im laufenden Einstellungsgeschäft zeigt sich, dass an Grundschulen voraussichtlich 35 Planstellen erst zum Start des zweiten Schulhalbjahres im Februar 2022 mit grundständig ausgebildeten Lehrkräften besetzt werden können. Bis dahin werden qualifizierte Vertretungslehrkräften eingesetzt. Am Ausbildungsmarkt für die besonders gefragten Grundschullehrkräfte zeichnet sich inzwischen eine sehr erfreuliche Trendwende ab. Die Initiativen der Landesregierung, mehr junge Menschen für den Lehrerberuf zu gewinnen, waren erfolgreich. Die Zahl derjenigen, die sich in Rheinland-Pfalz für ein Studium auf das Lehramt an Grundschulen entschieden, steigt. Die Einstellungssituation wird sich mit mehr erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen an den Studienseminaren entspannen.
Zur nachhaltigen Bewältigung der Corona-Pandemie wurden in Rheinland-Pfalz 48 Millionen Euro für den Abschluss befristeter Verträge an Schulen zur Verfügung gestellt, aus denen auch die Bedarfe im neuen Schuljahr abgedeckt werden können. Zur Förderung von Schülerinnen und Schülern an öffentlichen Schulen stehen im Rahmen des Corona-Aufholprogramms darüber hinaus jeweils 10 Millionen Euro für die Schuljahre 2021/2022 und 2022/2023 für zusätzliches Personal zur Verfügung. Alle am Projekt PES teilnehmenden Schulen sowie alle Grundschulen können von den Schulbudgets profitieren. Die zusätzlichen Mittel können für Personal etwa zur Abdeckung von Ausfällen von Lehrkräften, für pandemiebedingt erhöhten Planungs- und Organisationsaufwand für Schulleitungen, für zusätzliche Aufsichten oder bei versetzten Pausenregelungen eingesetzt werden.
„Ganz herzlich bedanke ich mich bei allen an Schule Beteiligten, bei den Schülern und Schülerinnen, den Lehrkräften, Schulleitungen, den Eltern dafür, dass sie in der Pandemie zusammenstehen und dafür sorgen, dass die so wichtigen Bildungsangebote bestmöglich verwirklicht wurden und werden“, so Hubig.