OSTHOFEN: Kinderwingert-Projekt der Kultur- und Weinbotschafter gestartet
Vorfreude auf den eigenen Traubensaft
Voller Elan gingen die Teilnehmer des Kinderwingert-Projektes an die Arbeit. Foto: Mirco Metzler/Die Knipser
Am Samstag, dem 12. März, startete zum ersten Mal in Osthofen das Kinderwingert-Projekt der Kultur- und Weinbotschafter, das in mehreren Kommunen Rheinhessens bereits seit Jahren angeboten wird. Bereits 2021 sollte es unter der Federführung der beiden Kultur- und Weinbotschafter sowie Gästeführer Marion Fink und Dr. Christiane Behm durchgeführt werden. Coronabedingt wurde es um 1 Jahr verschoben. Ziel des Projektes ist es, einen wichtigen Teil der Kultur Rheinhessens für die Kinder erlebbar zu machen.
Patenschaft für Rebe übernommen
15 Kinder aus Osthofen, Westhofen, Bechtheim, Mörstadt, Eich und Worms-Pfeddersheim im Alter von 8 bis 12 Jahren übernehmen ein Jahr die Patenschaft für eine eigene Rebe. An insgesamt vier Terminen im Frühjahr, Sommer und Herbst lernen die Kinder ganz praktisch, was sich das Jahr über in einem Weinberg in der Weinlage „Am Schnapp“ des Partnerweinguts Karl May tut. Wann und wie müssen die Reben im Winter zurückgeschnitten werden? Wie ist der Aufbau einer Rebe? Wie wird die Rebe an den Draht angeheftet? Wie und mit welchen Maschinen wird der Boden bearbeitet? Wann und wie stutzen die Winzer im Sommer Äste und Laub zurück? Wie fahren die Winzer die Ernte ein? Wie wird aus den Trauben ein leckerer Traubensaft? Alles Fragen, die die Kinder nach diesem Projektjahr beantworten können.
Zum Auftakt des ersten Projekttages zeigte die Winzerin Jasmin May, wie man eine Rebe schneidet. Danach wurde von jedem Kind unter Anleitung selbst Hand angelegt und sorgsam überlegt, welche Fruchtrute stehen bleibt und was vom alten Holz weggeschnitten werden muss. Mit viel Elan waren die Kinder dabei, das alte Holz rauszuziehen. Danach wurde jeder Rebstock vorsichtig geheftet, denn bei der derzeitigen Trockenheit muss vorsichtig gebogen werden, damit die Fruchtrute nicht abbricht. Die Kinder haben die gestellten Aufgaben mit viel Sorgfalt, Freude und Eifer bewerkstelligt. In einem Wingertsbuch wurde von den Kindern schon beim ersten Treffen das Schneiden, das Rausziehen und das Heften der Reben mit Fotos und Zeichnungen dokumentiert. Es wurde die Länge des Stamms und der Fruchtrute mit einem Metermaß gemessen, so dass die Entwicklung der jeweiligen Rebe übers Jahr im Wingertsbuch festhalten werden kann.
Damit die Kinder ihre Rebe wiederfinden, wurde ein Namensschild für die eigene Rebe erstellt. Mit ein bisschen Bodenlockerung mit Hilfe der mitgebrachten Harke ging der erste Termin viel zu schnell zu Ende. Im Mai ist der zweite Termin geplant und die Kinder werden dazu angehalten ihre Rebe ab und zu zu besuchen, den Boden zu lockern, Unkraut zu zupfen und so die weitere Entwicklung ihrer Rebe zu beobachten. Die Gruppe hat bei sonnigem Wetter einen tollen Start in die Projektarbeit gehabt. Jeder hat seinen Beitrag dazu geleistet. Johan und Lizzy waren immer die Ersten, die sich meldeten, wenn Fragen zu beantworten waren. Die Ältesten Anni, Sophia und Estelle sind in der praktischen Arbeit des Schneidens und Heftens ganz aufgegangen. Lotta, Leni und Luisa, alle drei in einer Klasse, haben im Dreiergespann gewissenhaft das Wingertsbuch als ihre Spielwiese entdeckt. Die Jungs Niclas und Paul waren glücklich ihre neuen Harken zum Einsatz zu bringen. Mya war die tragende Figur in der Gruppe, wenn es um Hilfsbereitschaft ging. Davon haben vor allem ihre Freundin Jolien, Claire und die jüngste Teilnehmerin Luisa profitiert. Fink und Behm waren mit ihren Mädels und Jungs sehr zufrieden, da alle mit Freude und Interesse bei der Sache waren, sich gegenseitig geholfen haben und ein rücksichtsvoller Umgang das Miteinander bestimmt hat.