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Di., 15. Juni 2021, 13:31 Uhr
TENNIS: Herren des TC Rot-Weiß Worms gehen leer aus beim Verbandsliga-Debüt gegen übermächtige Truppe des TC Weiler
Vorfreude trifft Erstaunen und Ernüchterung
Hielt beim Verbandsliga-Debüt gegen die übermächtige Truppe des TC Weiler prima dagegen und sorgte an der Seite von Lukas Gaedt im Doppel auch für den einzigen Satzgewinn der Nibelungenstädter: Maximilian Brandau, die Nummer fünf im Kader der Herren des TC Rot-Weiß Worms. Foto: Marcus Diehl
Die Medenspiele, so heißen die Mannschafts-Saisonspiele im Tennis der Jugend und Erwachsenen in Deutschland, sind alljährlich die Sommer-Highlights der Tennisclubs. 2021 haben die Medenspiele dazu eine besondere Bedeutung, sind sie doch die ersten sportlichen Wettkämpfe überhaupt nach einem gefühlt ewigen Corona-Lockdown von beinahe acht Monaten. Endlich geht es wieder um Aufstieg oder den Klassenerhalt. Der NK lässt die gelben oder grünen Filzkugeln in seiner Serie „Spiel, Satz und Sieg im Nibelungenland“ über die Tennisnetze der Region fliegen. Werfen wir dazu einen Blick in die Verbandsliga der Herren. Rheinhessenliga-Meister und Aufsteiger TC Rot-Weiß Worms schnupperte erste überregionale Tennis-Luft. Es war ein raues Lüftchen, welches den Wormsern um die Ohren wehte. Gegen die international besetzte Truppe aus der Nähe von Bingen gab es beim 0:9 nicht viel zu erben und ferner die Erkenntnis, dass der Klassenerhalt ein schwieriges Unterfangen werden dürfte.
Spiel, Satz und Sieg im Nibelungenland
Vorfreude trifft Erstaunen und Ernüchterung. So könnte man das Debüt der Herrenmannschaft des TC Rot-Weiß Worms nach dem letztjährigen Aufstieg in die Verbandsliga Rheinland-Pfalz auf den Punkt bringen. „Wir wussten schon, dass unsere Kontrahenten in der Verbandsliga eine andere Qualität haben als in der Rheinhessenliga“, ahnte Lukas Gaedt. „Wie enorm hoch das Niveau allerdings wirklich ist, überrascht schon“, schien der 2. Vorsitzende und die Nummer neun im Kader der Rot-Weißen doch ein wenig erstaunt ob der Klasse, die das international besetzte Sextett des TC Weiler auf die Sandplätze der Tennisanlage am Hochheimer Pfrimmpark zauberte.
Wormser Tennisfreunde dürsten nach Live-Sport
Zahlreiche Zuschauer lechzten nach der schier endlosen Corona-Auszeit auf den ersten Auftritt der Mannschaft um Vereinstrainer Franz Stauder. Es dürstete allen Wormser Tennisfreunden offenkundig nach Live-Sport. Sie wurden mit tollem, schnellem und modernem Tennis belohnt. Insbesondere den beiden Kroaten und zwei Italienern im Kader des Gastes merkte man an, dass die jungen Tenniscracks wohl täglich etliche Stunden auf dem Tennisplatz verbringen. Speziell um den Centercourt der Anlage herum gab’s so manches „Ah! und Oh!“ als Ausdruck der Begeisterung über die knallharten Schläge, die zunächst im Duell des Wormsers Dirk Hoffmann mit Giuseppe Tresca über das Netz zischten. Im Power-Duell der beiden Hard-Hitter war es ganz einfach die Fehlerquote, die beim 1:6 und 2:6 den Ausschlag zugunsten des jungen Italieners gab. „Man möchte nie verlieren“, bekannte Dirk Hoffmann, der zugleich befand: „Ein paar mehr Punkte hätte ich schon noch holen können.“
Head Coach Franz Stauder fehlt die Matchpraxis
Wechsel auf dem Centercourt. Im Duell des vielfachen Deutschen Meisters der Herren 30, Herren 35 und Herren 40 mit dem jungen Kroaten Antun Vidak gab’s noch einige Stundenkilometer obendrauf. Der 44-jährige Rheindürkheimer Franz Stauder zeigte sofort seine ganze Klasse. Die einhändige Bilderbuch-Rückhand, knallhartes Service und Netzangriffe mit Schwung. Nicht weniger als fünf Asse sausten dem Kroaten in den ersten beiden Aufschlagspielen um die Ohren. Beim Breakball zum 4:1 für den Wormser dann die Wende im Match. „Wenn ich den mache, gewinn’ ich das Ding“, haderte Franz Stauder nachher über einen leichten Fehler beim Return. Vidak gewann das Spiel sowie sechs weitere in Folge. Immer sicherer agierte der Youngster, während die Bälle von Stauder häufig knapp hinter der Grundlinie landeten. „Fehlende Matchpraxis“ gab der Routinier als Grund dafür mit einem Stoßseufzer versehen zu Protokoll. 3:6, 1:6 hieß es am Ende für den gut 25 Jahre jüngeren Antun Vidak.
Gäste beeindrucken mit ihrer Sicherheit in den Grundschlägen
Apropos Sicherheit. Die Gäste beeindruckten neben etlichen Winnern speziell mit ihrer Sicherheit bei den Grundschlägen. Kaum einmal ein unforced error bei den Cracks des TC Weiler. So hatten es denn auch Team-Kapitän David Anthofer („In den engen Situationen machten die Gäste immer den Punkt“), Neuzugang Fabio Wiehler, ein Student der FH Worms aus Frankfurt, Julian Djabarian und Maximilian Brandau trotz einer insgesamt guten Leistung schwer, entscheidend zu punkten. Speziell Maximilian Brandau zeigte beim 3:6, 2:6 gegen den zwei Leistungsklassen höher eingestuften Manuel Jacob gleichwohl eine couragierte Partie.
Maximilian Brandau / Lukas Gaedt holen „Ehren-Satz“
Gelangt hat alle Courage der Wormser freilich nicht, um einen Satz in den Einzeln „abzustauben“. Dafür zeichneten dann jedoch Maximilian Brandau und Lukas Gaedt im Dreierdoppel verantwortlich. Der erste Durchgang gegen Manuel Jacob und Benjamin Kessler ging mit 7:5 auf das Habenkonto der Gastgeber. Dabei blieb es aber – und bei der ernüchternden Erkenntnis von Lukas Gaedt, „dass wir in den fünf weiteren Saisonspielen wohl schon darauf bauen müssen, dass die Konkurrenz nicht immer, wie etwa TC Weiler, seine Topbesetzung an den Start bringt.“
Tennis Herren Verbandsliga
TC Rot-Weiß Worms – TC Weiler 0:9 (1:18 Sätze)
Einzel:
1: Franz Stauder vs. Antun Vidak (CRO) 3:6 | 1:6
2: Dirk Hoffmann vs. Giuseppe Tresca (ITA) 1:6 | 2:6
3: David Anthofer vs. Tin Antonic (CRO) 0:6 | 0:6
4: Fabio Wiehler vs. Alessio Savoldi (ITA) 0:6 | 1:6
5: Maximilian Brandau vs. Manuel Jacob 3:6 | 2:6
6: Julian Djabarian vs. Benjamin Kessler 0:6 | 0:6
Doppel:
1: Stauder / Hoffmann vs. Vidak / Antonic 3:6 | 4:6
2: Anthofer / Wiehler vs. Tresca / Savoldi 1:6 | 3:6
3: Brandau / Lukas Gaedt vs. Jacob / Kessler 7:5 | 2:6 | 5:10