TSG Pfeddersheim: Vorbereitung auf neue Saison in der Fußball Oberliga Rheinland-Pfalz / Saar läuft auf Hochtouren / 2:0-Sieg im zweiten Test gegen Verbandsligist TuS Marienborn
Vorne drauf und hinten dicht
Elias Burkert (hinten) und Rouven Amos (vorne) gingen im Test gegen Verbandsligist TuS Marienborn mit großem Einsatzwillen zu Werke. Die beiden Neuzugänge im Dress der TSG Pfeddersheim setzten beim ersten Auftritt vor heimischem Publikum zahlreiche Akzente. Foto: Felix Diehl
VON JÜRGEN JAAP | TSG Pfeddersheim 2021/2022: Da ist jede Menge „Gut-drauf“ und ganz offensichtlich viel Lust auf Fußball drin. Seit gut drei Wochen bereiten sich die Kicker aus Pfeddersheim nun auf die neue Saison 2021/2022 in der Fußball Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar vor. Fast acht Monate hatte das Team ob des Corona-Lockdowns nicht mehr auf dem Fußballplatz gestanden. Das letzte Spiel der TSG fand am 24. Oktober 2020 statt – ein 1:1-Unentschieden im Saarland beim SV Röchling Völklingen. „So ewig lange ist das schon her“, schüttelt Oliver Kirsch, der TSG-Stadionsprecher, bei der Rückkehr der Mannschaft ins Uwe-Becker-Stadion anlässlich des ersten Testspiels vor heimischem Publikum gegen den ambitionierten Verbandsligisten TuS Marienborn nahezu ungläubig den Kopf. Die in der Corona-Auszeit auf elf Positionen gegenüber der nach dem neunten Spieltag vorzeitig abgebrochenen Vorsaison rundum erneuerte Oberliga-Mannschaft ist zurück – und wie.
Zufriedenheit mit dem Stand der Vorbereitung „Ich bin insgesamt sehr zufrieden“, wird Daniel Wilde, der junge 32-jährige Trainer der TSG Pfeddersheim nach der unterhaltsamen Partie über zweimal 35 Minuten feststellen. „Zufrieden mit dem Stand der Vorbereitung, zufrieden mit unserem Kader, zufrieden mit der sehr strukturierten Vorstellung im Spiel gegen Marienborn.“ Man merkt dem jungen Fußball-Trainer – genau wie seiner jungen Mannschaft – die Freude und Leidenschaft am Fußballsport in jeder Sekunde der 70 Minuten Spielzeit an. Trotz Corona-Pause, trotz bereits um 11 Uhr morgens großer Hitze, trotz der völlig umgekrempelten Mannschaft zeigen die Gastgeber ihren knapp 100 Zuschauern viel Sehenswertes und Unterhaltsames.
Wilde etabliert moderne Spielsysteme Modern. So kommt die mit sechs Neuzugängen aufgestellte Truppe im recht neuen 5-4-1 und 5-3-2 oder zwischendurch auch dem bekannten 4-4-2-System daher. Eine Reihe junger Wilder, größtenteils um die 20 Jahre alt, wuselt da gegen die Mainzer auf dem Kunstrasenplatz von erfahrenen Oberligaspielern angeleitet und begleitet umher. Ganz wie gerade bei der Fußball-Europameisterschaft praktiziert, so sausen die Außenverteidiger einem Robin Gosens gleich die Außenlinie auf und ab. Vorne hoch anlaufen und hinten bei Bedarf mit einer Fünferkette stabil stehen. So bereitet Pfeddersheim dem Verbandsligisten ständig Stress. „Ganz gegen unsere Art haben wir nun bereits zweimal zu Null gespielt“, stellt Daniel Wilde nachher positiv erstaunt fest. War die hohe Gegentor-Quote doch ein Manko in der enttäuschend auf Rang acht bei elf Punkten und 15:16 Toren abgeschlossenen letzten Runde.
Zwei Youngster halten Abwehr dicht Typisches Beispiel für die „neue TSG“ etwa: Neuzugang Rouven Amos (von VfR Wormatia Worms U21) zahlt in Hälfte eins jede Menge Kilometergeld auf der rechten Außenbahn. Flink und agil (Wilde: „Amos hat ein gutes Timing“) ist er auch beim ersten Treffer zur Stelle, als sich Fabio Schmidt auf der linken Außenbahn durchtankt und quer hinüber auf Amos flankt – 1:0 (15.). Nach fünf Minuten Abtasten hatte die TSG, von den erfahrenen Akteuren Mathias Tillschneider, Kapitän Tobias Bräuner und Linksfuß Fabio Schmidt dirigiert, die Partie im Griff. Und hinten stand die Abwehr um die Youngster Tim Dietz (aus der eigenen A-Jugend) und Elias Burkert (von der A-Jugend des FC Speyer) in der Innenverteidigung ziemlich sicher. „Elias strahlt Ruhe aus, spielt einen sicheren Ball und ist in den Zweikämpfen stark“, hatte Daniel Wilde ein Sonderlob für den Jungspund parat. Dass „es noch einiges an Detailarbeit braucht“ (Wilde) wurde bei der größten Chance der Gäste offenbar. Bei einem langen Schlag nach vorne stand die TSG-Abwehr unsortiert und Dennis Ritz völlig frei vor TSG-Keeper Alexander Loch. Der 30-jährige „Neue“ vom SGV Freiberg (Oberliga Baden-Württemberg) rettete mit all seiner Regionalliga-Erfahrung (30.).
Teambuilding bei Wandern und Fußball-EM Selbst nach insgesamt sieben Wechseln zur zweiten Hälfte ließ Pfeddersheim gegen die kompakten und kampfstarken Männer des TuS Marienborn wenig zu. Einzig einmal musste Dietz kurz vor der Linie bei einem Konter über Moritz Breier rettend eingreifen (67.). Fast im Gegenzug unterstrich der eingewechselte Melchisedec Yeboah seine Gefährlichkeit und Grundschnelligkeit. Erst tanzte der Stürmer zwei Gegner aus, um dann knallhart mit links ins rechte Eck einzunetzen – 2:0 (69.). Abpfiff und Anpfiff für das Teambuilding der neuen Pfeddersheimer Oberliga-Truppe. Es ging – wie Daniel Wilde verriet – zum Wandern und später am Abend schaute die Truppe im TV gemeinsam bei den Achtelfinals der Fußball-Europameisterschaft zu. Sicher nahm nicht nur der junge TSG-Coach da einiges mit für die weitere Saisonvorbereitung der Pfeddersheimer Oberliga-Truppe.