Mi., 09. Dezember 2020, 15:59 Uhr
CYBERKRIMINALITÄT: Polizei warnt vor neuer Masche und gibt Tipps
Wachsam bleiben
POL-DA: Südhessen (ots) - Besonders perfide agierten Kriminelle, als sie sich am vergangenen Freitag, dem 4. Dezember, die aktuelle öffentliche Diskussion um Corona-Maßnahmen zu Nutze machten und Phishing-Mails verschickten. Eine solche Phishing-Mail, mit der Sparkasse als vermeintlichen Absender, erhielt ein 80-jähriger Darmstädter. In dem elektronischen Schreiben wurde dem Mann suggeriert, dass ein weiterer Lockdown bevorsteht und er sich für zukünftige Bankgeschäfte für ein vereinfachtes und kostenloses Verfahren neu registrieren müsse. Im guten Glauben folgte der Senior den schriftlichen Aufforderungen und öffnete den in der Mail erhaltenen Link. Dieser führte ihn auf eine gefälschte Sparkassenseite, auf der er seine Personalien und die Zugangsdaten zum Online-Banking preisgab.
Doch dem nicht genug: Nur wenige Stunden später, am selben Tag, klingelte das Telefon des Seniors. Am anderen Ende des Hörers eine freundliche Stimme, die vorgab, ein Sparkassenmitarbeiter zu sein. Die Stimme forderte den Mann mit Nachdruck zur Herausgabe mehrere TANs auf, die notwendig seien, um den Auftrag des vereinfachten Verfahrens abschließend generieren zu können. Der 80-Jährige folgte den Aufforderungen. Doch schon bald musste er feststellen, dass es auf seinem Konto zu betrügerischen Sofortüberweisungen in Höhe von mehreren Tausend Euro zugunsten eines fremden Kontos kam.
Vor dem Hintergrund des aktuellen Geschehens warnt die Polizei erneut und eindringlich: Werden Sie aufmerksam, wenn Sie per E-Mail oder am Telefon aufgefordert werden Ihre PIN, TAN oder andere persönliche Daten zu übermitteln! Ihre Bank fordert Sie niemals auf diesem Weg auf! Prüfen Sie genau, wer hinter dem Absender einer Mail stecken könnte.
Um sich vor Angriffen im Netz zu schützen, gibt die Polizei außerdem folgende
Tipps:
- Immer misstrauisch sein, wenn E-Mail Anhänge von scheinbar offiziellen Stellen geöffnet werden sollen. Im Zweifel lieber einmal mehr beim Absender nachfragen.
- Den Aufforderungen in E-Mails, Programme herunterzuladen, nur dann folgen, wenn die entsprechende Datei auch auf der Internetseite des Unternehmens zu finden ist. Grundsätzlich: Kein Download über den direkten Link!
- Niemals auf Geldforderungen eingehen, wenn der PC gesperrt wird.
- Antivirensoftware, Firewall und Updates, inklusive regelmäßig genutzte Anwenderprogramme, immer aktuell halten.
- Regelmäßige Backups von den wichtigsten Daten, wie Dokumente, machen. Die Daten sind auf einer externen Festplatte sicher, wenn die Festplatte nach Abschluss vom Arbeitsrechner getrennt wird.
Weitere Informationen zum Thema Cybercrime und Ansprechpartner für eine Beratung gibt es auch unter
https://www.polizei-beratung.de/