
Von Marcus Diehl › Zu einer nicht alltägliche Ehrung kam es am Sonntag in Leiselheim: Luisa Krückl wurde für ihr ehrenamtliches Engagement zur „Amateurfußballerin des Jahres“ ausgezeichnet. Eine erstaunliche Leistung – und das im jungen Alter von 17 Jahren! Diese Auszeichnung ist noch bemerkenswerter, da die Wahl hierfür bundesweit ausgetragen wurde. Über das DFB-Amateurportal Fussball.de konnte unter fünf Anwärterinnen abgestimmt werden. Zusätzlich hat eine elfköpfige Jury ihr Urteil abgeben. Dabei waren der DFB-Präsident Bernd Neuendorf, Ronny Zimmermann, DFB-Vizepräsident Amateure, Celia Sasic, DFB-Vizepräsidentin, die beiden Sportdirektoren Nia Künzer und Rudi Völler, die Spielführer der Nationalmannschaft Gulia Gwinn und Joshua Kimmich, die DFB-Schiris Fabienne Michel und Dr. Felix Brych, sowie die letztjährigen Gewinner Jessica Freitag und Marcel Schollbach.
Luisa Krückl steht für Inklusion beim SV Leiselheim und spielt selbst aktiv bei den Frauen des 1. FC Kaiserslautern. Nach einem Praktikum in einem Inklusions-Kindergarten sowie von Erfahrungen im privaten Umfeld bemerkte sie, dass der Bedarf in diesem Bereich gegeben ist. Schnell wurde mit dem SV Leiselheim eine Inklusionsmannschaft für sechs bis zwölfjährige Kinder gegründet. Zusammen mit ihrer Mutter, leitet Luisa das Training. Dabei ist es egal, ob die Kinder Anfänger oder schon fortgeschritten sind. Mitmachen kann jeder – entsprechend seiner Möglichkeiten. Der Spaß steht im Vordergrund und die Kinder geben mit ihrer Freude und Herzlichkeit auch vieles wieder zurück.
In der Halbzeitpause der Partie der ersten Mannschaft wurde Luisa mit einem großen Pokal ausgezeichnet. Ronny Zimmermann konnte in seiner kleinen Laudatio verraten, das Joshua Kimmich für Luisa abgestimmt hatte. Für ihn selbst war es ein Highlight diese Anerkennung persönlich auszusprechen. Denn erstens wollte er den Menschen Luisa Krückl kennenlernen und zweitens sehen, was sie Besonderes macht. Dass sie sich in ihren jungen Jahren derart mit dem Thema auseinandersetzt, zeige für ihn, wie wichtig der Fußball sein könne, vor allem neben dem Platz: „Luisa ist ein Wahnsinns-Beispiel für ehrenamtliches Engagement. Der Verein muss unheimlich stolz darauf sein, was sie hier aufgebaut hat und muss sie hochleben lassen. Ich kann nur den Hut vor Luisa ziehen und ,Chapeau’ sagen.“
Der Präsident der Fußballverbandes SWFV, Thomas Bergmann zeigte sich stolz darauf, eine so junge und engagierte Ehrenamtliche in seinem Verbandsgebiet zu haben. Gleichzeitig lobte er den SV Leiselheim für seine Jugendarbeit im Ganzen. Er habe alle Jugendmannschaften besetzt, was in der heutigen Zeit keine Selbstverständlichkeit mehr sei. Andreas Göttel, stellvertretender Landesehrenamtsbeauftragter des SWFV, skizzierte den Werdegang der Preisträgerin und betonte noch einmal ihren Einsatz für den Inklusionsfußball.
Außer mit dem Pokal wurde Luisa mit zwei VIP-Tickets für das nächste Länderspiel der Herren in Köln gegen Nordirland beschenkt. Und der Verein darf sich auf einen neuen Trikotsatz freuen. Noch ist Luisas beruflicher Weg nicht in trockenen Tüchern, aber einem Studium der Sozialpädagogik zeigt sie sich nicht abgeneigt. Die Arbeit mit beeinträchtigten Kindern mache ihr einfach viel Spaß.
Bei der Feier waren natürlich auch einige Schützlinge Luisas. Dabei konnte jeder sehen, mit welcher Harmonie die Kinder und Luisa zusammenstehen.