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  • Di., 29. September 2026, 14:37 Uhr
    WORMS-WONNEGAU: Evangelisches Dekanat schult Haupt- und Ehrenamtliche zur Prävention sexualisierter Gewalt

    Wahrnehmen statt wegsehen – und wissen, was zu tun ist

    Was tun, wenn etwas passiert? Dekanatsjugendreferentin Johanna Claußnitzer-Piel betreute beim World-Café den Thementisch „Notfallmanagement“ und erarbeitete mit den Teilnehmenden konkrete Handlungsmöglichkeiten für den Ernstfall.
    Foto: Yvonne Schnur

    Wie lassen sich Grenzverletzungen erkennen – und wie sollte man reagieren, wenn etwas nicht stimmt? Mit diesen Fragen beschäftigten sich rund 40 Haupt- und Ehrenamtliche beim zweiten Fachtag zur Prävention sexualisierter Gewalt des Evangelischen Dekanats Worms-Wonnegau.

    Nach einem ersten Studientag, bei dem Grundlagen und die Sensibilisierung für sexualisierte Gewalt im Mittelpunkt standen, war die Fortsetzung am vergangenen Samstag bewusst praxisorientiert. Vorbereitet wurde der Fachtag von einer interdisziplinären Arbeitsgruppe des Dekanats mit Fachleuten unter anderem aus Pfarrdienst, Psychologie, Sozialarbeit sowie der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen.

    Wo beginnt eine Grenzverletzung?

    Zum Auftakt konfrontierte ein Rollenspiel die Teilnehmenden mit einer Situation aus dem Gemeindealltag: Ein erwachsener Mann kommentiert das Aussehen einer 13-jährigen Konfirmandin, die sich dadurch unwohl fühlt. Unterschiedliche Reaktionen der Umstehenden machten deutlich, wie verschieden solche Situationen wahrgenommen und bewertet werden können. Anschließend diskutierten die Teilnehmenden anhand weiterer Fallbeispiele aus Kita, Gemeinde, Besuchsdienst sowie Kinder-, Jugend- und Seniorenarbeit, wo Grenzen verlaufen und wie angemessen reagiert werden kann.

    „Unser Ziel ist, dass immer mehr Menschen wahrnehmen statt wegsehen“, betonte Dekanin Jutta Herbert. „Genauso wichtig ist aber, dass sie wissen, was zu tun ist, wenn sie eine Grenzverletzung beobachten oder ein ungutes Gefühl haben. Sensibilität allein reicht nicht – wir müssen auch Sicherheit im Handeln vermitteln.“

    Schutzkonzepte für den Alltag

    Am Nachmittag stand die Entwicklung von Schutzkonzepten im Mittelpunkt. Nach einer Einführung in deren grundlegende Bausteine erarbeiteten die Teilnehmenden in einem World-Café praktische Ansätze zu Beteiligung, Risikoanalyse, Beschwerdemechanismen und Notfallmanagement. Ziel ist es, solche Schutzkonzepte in Gemeinden und Einrichtungen nicht nur formal zu erstellen, sondern im Alltag wirksam werden zu lassen.

    Wissen weitertragen

    Zum Abschluss erklärten sich die Teilnehmenden auf Anregung der Dekanin bereit, als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren zu wirken. Das beim Fachtag erworbene Wissen soll so in Kindertagesstätten und Kirchenvorstände, in die Kinder- und Jugendarbeit sowie weitere Bereiche des kirchlichen Lebens weitergetragen werden.

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