Bauernverband fordert Informationen und Tatkraft von der Wormser Stadtverwaltung
Wann beginnt der Hamsterschutz?
Der Streit um den Feldhamster entwickelt sich zum Dauerthema in der Stadt. Die Frage dabei ist, was ist Umweltschutz und was Politikum?
Von Gernot Kirch Im Dezember 2014 beschloss der Wormser Haupt- uns Finanzausschuss ein Feldhamsterschutzkonzept für den gesamten Bereich der Nibelungenstadt inklusive der Vororte. Anschließend wurde das Konzept im Stadtrat behandelt. Einer der Schwerpunkte war dabei das 100 Hektar große Gebiet zwischen Pfeddersheim und Heppenheim, auf dem ursprünglich das Gewerbegebiet am "Hohen Stein" entstehen sollte. Aufgrund einer Feldhamsterpopulation konnte das zukunftsweisende Vorhaben, bei dem viele Arbeitsplätze entstanden wären, jedoch nicht realisiert werden.
Laut Beschluss des Haupt- und Finanzausschusses vom Dezember 2014 sollen unter anderem fünf Hektar der Fläche am hohen Stein in sogenannte Feldhamsterschutzzonen umgewandelt werden. Bei den fünf Hektar handelt es sich um Flächen, die im Besitz der Stadt sind. Mit der Umsetzung des Vorhabens und der Ausarbeitung eines Konzeptes war eine Binger Fachagentur beauftragt worden. Aber auch auf Anbauflächen von Landwirten im gesamten Stadtgebiet sollen Maßnahmen umgesetzt werden. Dazu zählen etwa schmale, mehrere Meter breite Schutzstreifen für Feldhamster entstehen, damit diese ich dort vermehren können.
Landwirte warten
In einer Presseerklärung vom Wochenende äußerte der Wormser Bauernverband, dass sie bereits lange auf Informationen von der Stadt warten, wie das Konzept konkret umgesetzt werden soll. Auch sei ihnen bisher kein Ansprechpartner bei der Verwaltung genannt worden, mit dem sie sich auseinandersetzen könnten. Daher hat der Bauernverband für die zweite Märzhälfte ein Gespräch mit den Verantwortlichen bei der Stadt vorgeschlagen. In ihrer Presseerklärung haben die Landwirte ausgeführt, dass mittlerweile viel kostbare Zeit verloren gegangen sei, denn die Planung der Fruchtfolgen auf den Äckern benötigt naturgemäß einen Vorlauf von etwa einem knappen Jahr. Denn wenn ein Landwirt etwa Lieferverträge für Zuckerrüben abgeschlossen habe, könne auf derselben Fläche kurzfristig kein Anbau von Luzernen, also etwa Kleepflanzen, erfolgen, die den Hamster Schutz und Nahrung böten. Daher seien für 2015 fast nur noch einfache Maßnahmen wie etwa das Stehenlassen von Getreidestreifen möglich. Die von den Landwirten vorgeschlagenen höherwertigen Maßnahmen wie zum Beispiel vernetzende Blühstreifen können vegetationsbedingt erst wieder für 2016 eingeplant werden.
Vorschläge auf dem Tisch
Der Bauernverband wies auch daraufhin, wonach ihre Arbeitsgemeinschaft bereits am 8. Februar 2014 ein fachliches Positionspapier an die Stadt Worms gegeben habe, im dem mögliche Maßnahmen erläutert wurden und die Bauern ihre Bereitschaft zum Hamsterschutz erklärten. Auf Einladung der Landwirte, so die Presserklärung, fand am 25. März 2014 ein Treffen von Landwirten, Umweltverbänden und der Stadt (Bereich 3) statt, bei dem ein gemeinsames Vorgehen erörtert wurde. Es sei dabei vereinbart worden, dass die Stadt die Finanzierung kläre, damit Artenschutzmaßnahmen zügig angegangen werden können. Dieses gelang bislang nicht, so die abschließende Anmerkung der Presserklärung.