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  • Di., 02. März 2021, 12:59 Uhr
    LANDESKRIMINALAMT: Hinter vielen verlockenden Angeboten stecken Betrüger

    Warnung vor Anlagebetrug




    lässt so manchen nach Möglichkeiten einer lukrativen Geldanlage suchen. Foto: Geld_AdobeStock_124781698


    Mainz (ots) - Wer kennt sie nicht? Werbung für lukrative Geldanlagen. Geworben
    wird mit kleinen Anlagebeträgen und hohen Renditen und Gewinnen! Doch Vorsicht: Hinter vielen verlockenden Angeboten stecken Betrüger, die es nur auf  Geld abgesehen haben. Das Landeskriminalamt und die Verbraucherzentrale
    Rheinland-Pfalz geben Tipps zum Schutz vor Anlagebetrug.

    Die geringe Ertragslage auf Spareinlagen in der derzeitigen Niedrigzinsphase
    lässt so manchen nach Möglichkeiten einer lukrativen Geldanlage suchen. Das
    heutige Recherchemedium schlechthin ist hierfür das Internet sowie soziale
    Medien.

    Das wissen auch die Täter, die sich diese Investitionsbeträge zu eigen
    machen wollen. Ihre betrügerischen Angebote für Finanzprodukte sind über
    Suchmaschinen, soziale Medien und Affiliate-Netzwerke zu finden. Auch werden
    Spam-Mails genutzt, die so konzipiert sind, dass gängige Spamfilter umgangen
    werden.


    Die Täter suggerieren den Anlegern hohe Renditen oder Gewinnchancen
    (teilweise 30 Prozent!). Die eingesetzten Anlagebeträge sind dabei zunächst sehr
    gering - ab 250 Euro. So gelingt es den Tätern relativ schnell, potenzielle
    Kunden für sich zu gewinnen.


    Angebliche Anlagesoftware
    Ist ein Anleger ins Netz der Täter gegangen, indem er sich registriert hat, wird
    er durch einen Berater, der sich meist als "Trader" oder "Broker" bezeichnet,
    unverzüglich kontaktiert. Überweist der Anleger den vereinbarten
    "Investitionsbetrag", erhält er Zugang zu einer angeblichen Anlagesoftware. Das
    Geld des Kunden ist jedoch bereits zu diesem Zeitpunkt verloren. Eine Geldanlage
    findet nämlich erst gar nicht statt.


    Bei der Anlagesoftware handelt es sich lediglich um ein Simulationsprogramm zu den angeblichen Investitions- bzw. Kursentwicklungen! Darüber hinaus schlagen die Betrüger aus fadenscheinigen Gründen einen Zugriff auf den Computer des Anlegers vor, beispielsweise um ihm das "Programm" zu erklären. Tatsächlich nutzen die Täter diese Möglichkeit, um sich einen Überblick über das Vermögen des Opfers zu verschaffen oder weitere Daten auszuspähen.


    Enger Kontakt
    Über die Anlagesoftware werden dem bereits zu diesem Zeitpunkt Geschädigten
    immer höhere Gewinne und Gewinnchancen vorgegaukelt. Der enge Kontakt per
    Telefon oder Messenger-Dienst zu den falschen Beratern, die versuchen, sich ihr
    Vertrauen zu erschleichen, erleichtert hierbei die Manipulation für weitere
    Investitionen. Zum Teil melden sich weitere Berater anderer angeblicher
    Plattformen, um den Unwissenden noch weitere Investitionen zu entlocken.

    Dieser Abzocke kann entgegengewirkt werden, indem der potenzielle Anleger vorab
    erkennt, dass es sich um betrügerische Internetseiten und Anbieter für
    Finanzprodukte handelt.

    Mit folgenden Empfehlungen des Landeskriminalamtes und der Verbraucherzentrale kann man sich vor Anlagebetrug schützen:

      - Auf das Anklicken von dubiosen Anzeigen mit unseriösen Versprechungen wie extrem hohen Gewinnen oder Renditen verzichten. Realistisch bleiben: Je
        höher die Rendite, desto höher ist in der Regel auch das Risiko.
        Darüber hinaus wird bei dieser Form des Anlagebetrugs in rein
        gar nichts investiert! Es liegt von Anfang an ein Betrug vor!

      - Persönliche Daten fremden Personen nicht mitteilen und  Fremden nicht leichtsinnig erlauben, per Fernwartung oder Passwortweitergabe den Zugriff auf den Computer oder Smartphone. Es droht Schadsoftware und Datenklau.

      - Nicht von Begriffen wie "kleiner Anlagebetrag, große Rendite oder hohe Gewinne" blenden lassen. Häufig handelt es sich in diesen Fällen um einen Betrugsversuch.

      -  Impressum prüfen: Der erste Schritt sollte immer die Prüfung des Impressums sein. Fehlt ein Impressum, gilt es auf jeden Fall, Abstand zu nehmen. Das Vorhandensein eines  Impressums heißt jedoch nicht, dem Internetseitenbetreiber
        blindlings zu vertrauen. Auch hier werden oftmals Falschangaben gemacht.

      - Geschäftsmodell auf Transparenz überprüfen: Erhält man erst nach der Kontaktaufnahme oder nach einer Registrierung genauere Informationen über das Geschäftsmodell, ist Misstrauen angesagt. Vor der Einzahlung eines Betrages sollte man sich immer unabhängig beraten lassen, etwa bei der Verbraucherzentrale.

      - Auf eine Lizenz achten: Es gilt zu überprüfen, ob es sich um ein von der BaFin oder einem anderen EU-Land lizenziertes Unternehmen handelt. Dies kann über die Unternehmensdatenbank der BaFin unter https://portal.mvp.bafin.de/database/InstInfo/start.do abgefragt werden. Das Vorliegen einer Lizenz gibt jedoch auch nicht als hundertprozentige Sicherheit, da betrügerische Lizenzen zum Teil im Ausland erworben werden können!

      - Wer trotz aller Vorsichtsmaßnahmen unsicher ist, kann bei Polizei oder Verbraucherzentrale nach Erkenntnissen zu dem Anbieter nachfragen.

      - Bei Verdacht, Opfer dieser Betrugsmasche geworden zu
        sein, Anzeige bei der Polizei erstatten.

    Weitere Informationen bieten Verbraucherzentrale und Polizei auf ihren
    Internetseiten unter folgenden Links:

    https://www.verbraucherzentrale-rlp.de/wissen/geld-versicherungen/sparen-und-anl
    egen/kryptowaehrungen-unserioese-geschaefte-rund-um-bitcoin-co-23516

    www.cybersicherheit-rlp.de

    https://www.polizei-beratung.de/startseite-und-aktionen/aktuelles/detailansicht/
    vorsicht-vor-online-anlagebetrug/

    Weitere Auskünfte, Hilfen und schriftliche Informationen gibt es bei den Beratungsstellen der Verbraucherzentrale sowie in den Polizeipräsidien.

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