Der Wormser Stadtrat diskutierte über den Planungsstand der Großveranstaltung im kommenden Jahr in der Nibelungenstadt
Was darf der Rheinland-Pfalz-Tag kosten?
Der Wormser Stadtrat diskutierte über den Rheinland-Pfalz-Tag in Worms. Archivfoto: Gernot Kirch
Von Gernot Kirch Der Rheinland-Pfalz-Tag findet vom 1. bis 3. Juni 2018 in Worms statt. An den drei Tagen werden rund 300.000 Besucher in der Nibelungenstadt erwartet. Auf der Stadtratssitzung am vergangenen Mittwoch diskutierten die Ratsmitglieder über das Großereignis. Neben der Freude, sich den Gästen aus dem ganzen Land präsentieren zu können, gab es allerdings auch kritische Fragen und Anmerkungen. In erster Linie betrafen diese die Kosten, die auf Worms zukommen. Richard Grünewald von den Grünen stellte die mündliche Anfrage: „Was kostet es, was darf es kosten?“ Weiter fügte er an, dass es diesbezüglich natürlich noch keine Aufrechnung im Detail geben könne, er aber gerne eine grobe Richtschnur hätte. Er kalkuliere mit zwei bis drei Euro pro Teilnehmer, sodass man leicht bei einer Millionen Euro liege. Richard Grünewald schlug hier eine Deckelung des Budgets vor, zumal aus den zwei oder drei Euro pro Kopf leicht fünf Euro werden könnten.
Sicherheit als großes Thema
Orientiert sich Worms an den Kosten des Rheinland-Pfalz-Tages von Alzey aus dem Jahr 2016, müssen mit rund 400.000 Euro gerechnet werden. Allerdings birgt das Sicherheitskonzept diesbezüglich noch einige Unsicherheitsfaktoren, denn diesem Thema kommt seit den Terroranschlägen von Berlin, Paris und Manchester eine viel größere Bedeutung zu. Oberbürgermeister Michael Kissel erläuterte hier, dass die Durchführung des „Tages der deutschen Einheit“ am 3. Oktober in Mainz im Hinblick auf die Sicherheit mit Spannung erwartet werde. Schon jetzt werde aber über dieses Thema in Worms intensiv nachgedacht.
Hinsichtlich der Kosten des Rheinland-Pfalz-Tages sagte der Oberbürgermeister, dass im städtischen Haushalt für das Jahr 2018 selbstverständlich ein entsprechendes Budget ausgewiesen werde.
Chancen sehen
Der Stadtchef wies aber auch darauf hin, dass der Rheinland-Pfalz-Tag nicht nur unter dem Aspekt „Geld“ betrachtet werden sollte, sondern auch die Chancen gesehen werden müssten. So schaue einerseits das ganze Land auf Worms, anderseits gehe es auch darum, die Einwohner zu motivieren, sich mit ihrer Heimatstadt Worms zu identifizieren. Bei den finanziellen Aufwendungen müsse auch immer bedacht werden, was sind kurzfristige Kosten, also nur für den Rheinland-Pfalz-Tag, und was sind nachhaltige Ausgaben, von denen die Bürger noch lange einen Nutzen haben.
Abschließend wies der Stadtchef daraufhin, dass es jetzt auch darum gehe, Drittmittel und Sponsorengelder zu akquirieren.
Ein Aspekt, der im Stadtrat kaum diskutiert wurde, ist die Park- und Verkehrssituation beim Rheinland-Pfalz-Tag in Worms. Hier dürfte es ebenfalls noch zu Diskussionen kommen.