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  • Mo., 13. Oktober 2014, 10:36 Uhr
    Führung von „Nachtwächter“ Raimund Sürder und Vorsitzender des Heimat- und Kulturvereins Wolfgang Hasch in Worms-Hochheim

    Was hat Karl der Große für Spuren hinterlassen?

    Dieser Frage gingen der „Nachtwächter“ Raimund Sürder und der Vorsitzende des Heimat- und Kulturvereins Wolfgang Hasch nach. Trotz des feuchten Wetters folgten über 60 interessierte Bürger ihrer Führung durch Hochheim, zum Teil mit brennenden Pechfackeln. Zunächst erläuterte Wolfgang Hasch Hochheims Geschichte. Die Kelten siedelten 800 Jahre vor Christi Geburt im Wormser Raum, auch in Hochheim. Ein keltischer Friedhof mit über 200 Gräbern belegt dies mit Grabbeigaben aus dem Beginn der Eisenzeit. Schon sehr früh entsteht hier ein Feudalsystem. So ist auch eine Fürstin von Worms-Herrnsheim nachzuweisen. Der keltische Name von Worms ist Borbetomagus. Die Römer kamen bekanntlich 10 v. Chr. nach Worms. Um 413 n. Chr. lebten dann hier die Burgunder, die aber einen Pakt mit den Römern brachen, als sie in Belgica einfielen. Die Römer brachten die Hunnen unter Attila dazu, die Burgunder dafür zu bestrafen.

    In das anschließend fast menschenleere Land kamen um 600 dann die Franken vom Niederrhein. Die Merowinger waren das Königsgeschlecht, die im 8. Jahrhundert von den Hausmeiern, den Karolingern, an der Macht abgelöst wurden. Die Christianisierung durch Bonifatius fällt in diese Zeit. Dabei ging es nicht immer zimperlich zu. Karl Martell (der „Hammer“) vergrößerte das Frankenreich. Nach seinem Tod übernahm Karlmann das Regiment. Ihm folgte Pippin, der Kleine. In einer große Reichsversammlung: gelingt es Pippin 764, das Frankenreich zu einigen. Sein Sohn ging als Karl der Große in die Geschichtsbücher ein, der Desiderata, die Tochter des bezwungenen Langobardenkönigs, heiratete. Sein Beiname, der „Sachsenschlächter“, sagt alles. Auch vom Bayernherzog Tassilo erzwang er den Treueeid.

    Karls Nachfolger Ludwig (der Fromme) residierte häufig in Worms. Der Streit unter seinen Söhnen schwächte das Frankenreich. 843 wurde es unter den Söhnen dreigeteilt. Die Normannen, die 881 n das Reich einfielen, beendeten die Zeit der Karolinger.

    Hochheimer Straßennamen erinnern an die Karolinger: Pippin-, Karl-Martell- und Karlmann-Straße sind hier zu finden. Die stellvertretende Wormser CDU-Vorsitzende Marion Hartmann und der CDU-Ortsvorsitzende Heiner Fürst dankten Wolfgang Hasch für seine imposanten Erläuterungen zur Ortsgeschichte und „Nachtwächter“ Raimund Sürder, der mit lustigen kleinen Liedbeiträgen die Gruppe angeführt hatte.

     

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