
Zwei Themen prägten die Tagung der Dekanatssynode des Evangelischen Dekanats Worms-Wonnegau am vergangenen Dienstag in Pfeddersheim: die Wiederwahl von Dekanin Jutta Herbert und der Beschluss über die künftige Nutzung und den Erhalt kirchlicher Gebäude im Zuge von Gemeindezusammenschlüssen und Sparzwängen im Zuge des prognostizierten Mitgliederrückganges.
Mit überwältigender Mehrheit bestätigten die Synodalen Pfarrerin Jutta Herbert in ihrem Amt als Dekanin. In ihrer Ansprache blickte Dekanin Herbert dankbar auf ihre bisherige Amtszeit seit März 2021 zurück. Sie beschrieb die Kirche als „Baustelle“, auf der viel erreicht worden sei – von der Bildung der Nachbarschaftsräume über die Eröffnung des Hospizes bis hin zur intensiven Auseinandersetzung mit dem Thema sexualisierte Gewalt. Trotz Pandemie und struktureller Veränderungen sei in den vergangenen Jahren viel „gebaut“ worden.
Herberts besonderer Dank galt den zahlreichen Haupt- und Ehrenamtlichen: „Es ist nicht selbstverständlich, sich unter schwierigen Bedingungen immer wieder einzubringen – dafür danke ich Ihnen allen von Herzen.“
Ein weiterer Schwerpunkt war die Gebäudeentwicklung im landeskirchlichen Transformationsprozesses ekhn2030. Nach Vorgabe der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) muss das Dekanat 20 Prozent seiner Versammlungsfläche einsparen – das heißt: sich von Gebäuden trennen.
Hintergrund ist, dass sich bis zum Jahr 2060 die Zahl der evangelischen Kirchenmitglieder in Deutschland voraussichtlich in etwa halbieren wird. Zu diesem Ergebnis kam eine Prognose, die die Kirche in Auftrag gegeben hatte. Damit verbunden ist auch, wie der Nibelungen Kurier im April 2024 berichtete (Link), ein zu erwartender Einbruch der Kirchensteuern. Darum ist der Gebäudebestand überprüft und beraten worden. Das damals verlautbarte Einsparziel lautete, die gesamtkirchlichen Bauzuweisungsmittel bis zum Jahr 2030 gegenüber 2020 strukturell um 10 bis 15 Millionen Euro zu reduzieren.
Fast zwei Jahre lang haben sich die Verantwortlichen mit der Aufgabe beschäftigt: Gebäude wurden besichtigt, Berechnungen angestellt und der Austausch mit den Kirchengemeinden gesucht. „Das Ringen um das eigene Gemeindehaus war sicherlich schmerzlich“, räumte Dekanatspräses Alexander Ebert ein. Offensichtlich hatten die Verantwortlichen gute Vorarbeit geleistet – der eingebrachte Vorschlag wurde einstimmig verabschiedet. Interessierte können den Plan online einsehen unter ekhn.link/FnQkwP
Ferner berichtete die Psychologische Beratungsstelle für Ehe-, Familien- und Lebensfragen im Evangelischen Dekanat Worms-Wonnegau über ihre Arbeit. „Wir geben keine Ratschläge“, betonte Leiter Günter Eiserfey. Der Schwerpunkt liege im Zuhören und im Reflektieren, um Ratsuchende dabei zu unterstützen, Situationen aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten und neue Perspektiven zu entwickeln. Beratung sei keine Therapie, so Eiserfey: „Wir erarbeiten gemeinsam Strategien oder stellen mit Paaren Kommunikationsregeln auf.“ Kontaktiert werden kann die Beratungsstelle per E-Mail an beratung.worms@ekhn.de oder unter Telefon 06241/859525.
Die Beratung ist kostenlos und wird finanziert durch das Dekanat, Zuschüsse der öffentlichen Hand und Spenden.