
Von Karolina Krüger Ein Abend von Bürgern für Bürger sollte es werden, als sich die Aula der Nelly-Sachs IGS am Freitagabend anlässlich der 1250 Jahrfeier füllte. 560 Plätze standen für Horchheimer zur Verfügung, die sich auf ein volles und abwechslungsreiches Programm freuen durften. Ortsvorsteher Volker Janson hatte schon im Vorfeld darauf bestanden keinen Festakt, sondern einen bunten Abend anbieten zu wollen. So waren es dann auch nur der Oberbürgermeister Michael Kissel und Innenminister Roger Lewentz, die eine Redeerlaubnis erhielten. Beide unterstrichen die Bedeutung des Vorortes für Worms und Kissel erntete großen Beifall für das inbrünstig in den Raum gestellte „Was wäre Worms ohne Horchheim?“ Neben den Grüßen der Ministerpräsidentin Malu Dreyer zollte Lewentz der Veranstaltung und der Gemeinschaft der Horchheimer großes Lob. Das ehrenamtliche Miteinander sei es das Ortschaften wie Horchheim lebens- und liebenswert machten und aus dem große Kraft für Projekte wie das Jahresprogramm entstünden.
Historisch wurde es als der Herold in das eigens für das Jubiläum von Günter Hammerle geschrieben Stück um die erste urkundliche Erwähnung im Jahr 776 von damals Horgiheim an der Isina im Lorscher Codex einführte. Mit Humor und schauspielerischem Können führten die, seit 22 Jahren im Treffpunkt beheimatete, Theater Gruppe „Die Gaukler“ die Geschichte um eine im Codex beurkundeten Schenkung einer Wassermühle und dazugehörigen Wiese des Müllers Nither an den Abt Gundeland des 764 gegründeten Klosters Lorsch vor.
Auch Prof. Dr. Gerold Bönnen, Leiter des Stadtarchivs berief sich auf diese erste Erwähnung Horchheims zu einer Zeit als die Bierbraukunst erfunden und damit der Grundstein für ein Gemeinschaftsbewusstsein gelegt wurde. Viele Zeugnisse der langen Geschichte Horchheims gilt es im Archiv noch zu ergründen. Neben Akten und Schriftstücken sind es seit dem 19 Jahrhundert besonders die Fotografien, die Geschichte erzählen. Ihren Wert erhalten sie erst mit Abstand zu den gezeigten Anlässen, wichtig dabei ist eine gute Dokumentation der gezeigten Menschen. So ist es besonders das Projekt des Fotografen Johannes Krieg alle Horchheimer zu fotografieren, das sowohl Roger Lewentz , als auch Dr. Bönnen als spannend empfinden und auf rege Beteiligung und gute Dokumentation hoffen.
Meilensteine und Traditionen wie Sommertag, die Arbeit des Hospital Neuhausen, Gurken als landwirtschaftliches und händlerisches Standbein, Ansiedlung vieler Lederarbeiter in Horchheim und die Firma Pfeiffer und Diller, als großer Arbeitgeber bis nach dem zweiten Weltkrieg prägten und prägen neben den zwei großen Kirchen das Ortsbild.
Musikalisch nahmen Männer- und Frauenchor, Cantiamo und das Suzuki-Orchester der Jugendmusikschule die Gäste mit auf die Reise. Schlusspunkt war die Uraufführung des Liedes Mein Horchheim, das in den 1930er Jahren entstandenen und aktuell von Günter Hammerle (Text) und Thomas Kulzer (Musik) überarbeitet worden ist.
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