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  • Mi., 15. Mai 2013, 16:32 Uhr
    Bei einer Großrazzia am 11. Mai waren fast 40 Beamte von Stadt und Polizei im Einsatz und kontrollierten systematisch die Gaststätten in der Rheinstraße

    Was war in der Rheinstraße los?

    In der Rheinstraße gibt es nach Aussage von Stadt und Polizei eine Diskrepanz zwischen real vorkommendem Verbrechen und dem Empfinden der Bevölkerung. Foto: Gernot Kirch


    VON GERNOT KIRCH Seit Jahren gilt die Rheinstraße in der Wormser Altstadt als Problemzone. Immer wieder beschweren sich Anwohner über Lärm, Schmutz und ein angeblich zwielichtiges Milieu, das dort verkehre.

    Inzwischen ist auch eine Bürgerinitiative aktiv, die ein strikteres Vorgehen der Ordnungsbehörden fordert. So warfen einige Anwohner der Polizei und der Stadt teilweise schon Tatenlosigkeit und ein zu "lasches" Agieren vor.

    Um für ein klares Lagebild zu sorgen und den Vorwurf der Passivität zu widerlegen, führte die Polizei und die Stadt Worms am vergangenen Samstagabend eine Großrazzia in der Rheinstraße durch. Insgesamt waren rund 40 Beamte von Polizei, Vollzugsdienst, Zoll, Ausländerbehörde und dem zuständigen Amt für Gaststätten beteiligt.

    Am Mittwochmorgen informierten die beteiligten Dienststellen auf einer Pressekonferenz die Medien. Der 1. Beigeordnete Hans-Joachim Kosubek erläuterte dabei die Einzelheiten des Großeinsatzes: So seien am 11. Mai, gegen 23 Uhr, die Ordnungskräfte mit mehreren Fahrzeugen von zwei Seiten in die Rheinstraße eingefahren.

    Nachdem die Beamte ausgestiegen waren, hätten sie vier Gaststätten betreten, um dort intensive Kontrollen durchzuführen. Der Einsatz habe bis etwa gegen 3 Uhr nachts gedauert.

    Man habe allerdings keinerlei Erkenntnisse auf illegale Aktivitäten habe ermittelt. Weder seien Drogen gefunden worden, noch habe sich der Vorwurf von Prostitution oder Geldwäsche bestätigt, und auch alle angetroffenen Ausländer hätten gültige Papiere vorlegen können. Einzig bei zwei Beschäftigten sei die Frage aufgetreten, ob es sich um Scheinselbstständige handele.

    Fazit der Aktion sei nach Aussage von Hans-Joachim Kosubek, dass die vielfach gemachten Vorwürfe illegaler Machenschaften in der Rheinstraße der Überprüfung nicht standgehalten hätten. Auf die Frage, wie es sich mit dem Lärm verhalte, erklärte Angelika Zeyck, Leiterin der Bereiche Sicherheit und Ordnung bei der Stadt Worms, dass alleine im Jahr 2012 die städtischen Mitarbeiter 28 Mal Lärmmessungen durchgeführt haben.

    TÜV bescheinigt Durchschnitts-Lärmwerte
    Dabei sei der durchschnittliche Geräuschpegel nicht überhalb der erlaubten Grenze von 45 Dezibel gewesen. In der Nacht vom 14. auf den 15. September habe man sogar durch externe Experten vom TÜV Messungen durchführen lassen. Auch dabei seien keine überhöhten Durchschnittswerte ermittelt worden. Wobei sie anfügte, dass es natürlich dann lauter werde, wenn ein Auto durchfahre oder anhalte und wieder starte. Doch seien dies eben keine Durchschnittswerte.

    Und in der Innenstadt sei ein gewisser Autoverkehr, etwa auch durch Taxen, normal. Etwas lärmintensiver könne es auch werden, wenn etwa eine Gruppe Jugendlicher durch die Rheinstraße laufe. Doch um eine Handhabe gegen eine bestimmte Gaststätte zu haben, müsse der eindeutig ihr zugeordnet werden können.

    Hans-Joachim Kosubek wies hier darauf hin, dass es nicht verboten sei, durch die Rheinstraße zu laufen. Ebenso wenig sei es illegal, wenn mehrere Männer auf der Straße zusammen stünden. Ein Umstand, der auch aufgrund des Nichtrauchergesetzes angestoßen worden sei, durch das Raucher "gezwungen" seien, zum Rauchen vor das Lokal zu gehen. Der 1. Beigeordnete ergänzte hier, dass er Fotos von Anwohnern erhalten habe, auf denen mehrere Männer abgebildet seien, die auf der Straße stünden. Damit könne man nichts anfangen, denn dies würde gegen kein Gesetz verstoßen.

    Gleichwohl werde die Stadt die Unterlagen zur Rheinstraße jetzt nicht zu den Akten legen. Vielmehr würde man weiter ein waches Auge auf die Straße haben. Anwohner hätten ihm gegenüber geäußert, dass sich die Situation verbessert habe, seit Stadt und Polizei dort präsenter seien und regelmäßig kontrollierten.

    Der Stellvertretende Leiter der Wormser Polizeiinspektion, Erster Polizeihauptkommissar Dietmar Haller, bestätigte die Aussagen Kosubeks und Zeycks und fügte an, dass das Hauptproblem in der Rheinstraße die Diskrepanz zwischen real vorkommenden Verbrechen und dem subjektiven Empfinden der Anwohner sei.

    Haller: aus polizeilicher Sicht eine normale Straße
    Laut Haller sei die Rheinstraße aus polizeilicher Sicht eine völlig normale Straße in der Innenstadt. Hier gäbe es nicht mehr Delikte wie an anderer Stelle. Dazu nannte er einigen Zahlen. So habe es statistisch in den Jahren zwischen 2004 und 2011 in der Rheinstraße jährlich zwischen 17 bis 30 Eigentumsdelikte gegeben, es seien 9 bis 20 Körperverletzungen registriert worden und es hätten zwischen 4 bis 12 Sachbeschädigungen stattgefunden.

    Dies seien normale Durchschnittswerte in der Innenstadt. Und die Anzahl der Delikte würde im Jahresvergleich weder signifikant steigen noch abnehmen. Dennoch werde auch die Polizei die Rheinstraße weiterhin im Blick haben. Und dies sowohl mit Streifenbeamten wie mit verdeckten Ermittlern.

     

     

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