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  • Do., 19. Dezember 2024, 11:12 Uhr
    WASSERWERK ZWECKVERBAND SEEBACHGEBIET: Einheitliches Trinkwasser / Wesentlicher Beitrag zur Versorgungssicherheit

    Wasserpreise bleiben stabil

    Der Jugendstil-Klinkerbau aus den Jahren 1905/06 ist denkmalgeschützt und beherbergt in Osthofen das Wasserwerk.
    Foto: Rudolf Uhrig

    Von Rudolf Uhrig › „Die ersten Sandkörner haben schon Kalk angesetzt“, scherzt Walter Wagner, Verbandsvorsteher des Wasserwerkes Zweckverband Seebachgebiet, am Mittwochabend im Sitzungssaal des Wasserwerks Osthofen, wohin die Körperschaft des öffentlichen Rechts zur Verbandsversammlung eingeladen hatte. Gemeint war die zentrale Wasserenthärtungsanlage, die sich seit wenigen Tagen nach 2,5-jähriger Bauzeit in Handbetrieb in der Testphase befindet. „Sie läuft derzeit sieben Stunden lang an fünf Tagen; 2000 Kubikmeter Wasser wurden bereits enthärtet“, erklärt Werkleiter Christian Gukenbiehl.

    Ursprünglich mit 3,5 Millionen Euro kalkuliert, erfolgte der Spatenstich im September 2022. Jetzt kostet sie etwas über sechs Millionen Euro. „Die Lieferketten sind für die Teuerung verantwortlich; immer wieder Verzögerungen und Preisanhebungen waren die Ursache“, so der Werkleiter.

    Aber die 60.000 Kunden, die das Wasserwerk in den Verbandsgemeinden Wonnegau und Monsheim, in Teilen des Alzeyer Landes, Eich, Hamm und Mettenheim sowie die Wormser Stadtteile Abenheim, Heppenheim, Pfeddersheim und Rheindürkheim mit Trinkwasser versorgt, dürfen sich aber dennoch freuen, sogar doppelt.

    Wasser wird enthärtet

    Die Einbindung des aus sechs Brunnen des ZWS geförderten Trinkwassers kann unbedenklich über die Enthärtungsanlage gefahren werden. Somit wird im gesamten Rohrleitungsnetz und vor allem in den vielen tausend Kubikmeter fassenden Hochbehältern das bereits vorhandene Wasser Zug um Zug durch enthärtetes Wasser ersetzt, bis die gewünschte Zielhärte erreicht ist. Diese liegt bei 12-14 °dH, dies entspricht der Qualitätsstufe „mittel“, derzeit sind es gut über 20 °dH (Grad deutsche Härte), also hart. Bei der im Wasserwerk gebauten Enthärtungsanlage wird ausschließlich Calcium in Form von Calciumcarbonat durch eine Fällungsreaktion entfernt; häusliche Enthärtungsanlagen, die meist als Ionentauscher betrieben werden, werden somit überflüssig. 

    Das gesamte Versorgungsgebiet wird künftig mit einheitlichem Wasser versorgt, es leistet somit zusätzlich einen wesentlichen Beitrag zur Versorgungssicherheit. Und wie Christian Gukenbiehl mitteilt, sollen die Preise bei 1,70 Euro, netto liegen und stabil bleiben.

    Solide Wirtschaftszahlen

    Dies bestätigt auch der stellvertretende Verbandsvorsitzende Ralph Bothe, denn trotz der mit der Anlage erfolgten hohen Investition sei gemäß dem vorgelegten Wirtschaftsplan für 2025 keine Erhöhung der Wasserpreise geplant. „Angesichts eines für 2024 erwarteten deutlichen Gewinns haben wir die Möglichkeit, für 2025 mit einem kalkulierten Jahresfehlbetrag in die Planungen zu gehen“, erläutert Ralph Bothe.

    Das Wasserwerk Zweckverband Seebachgebiet, mit einer Bilanzsumme von etwas über 42,2 Millionen Euro ist wirtschaftlich solide, dies belegt auch Nadine Koch, die das Zahlenwerk vorträgt. Die Körperschaft beschäftigt derzeit 31 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, „wobei noch zwei Spezialisten händeringend gesucht werden“, sagt Gukenbiehl.

    Grundwasser erholt sich nur langsam

    Die Wasserverbräuche und Bedarfsentwicklung liegen im Mittel bei drei Millionen Kubikmetern im Jahr, erläutert Gukenbiehl. Allerdings verweist er auch auf Schwankungen, die aufgrund von klimatischen Entwicklungen innerhalb des Jahres auftreten können. „Durch die zögerliche Grundwasserneubildung erfolgt die Erholung der Grundwasserstände nur sehr langsam“, so der Fachmann. Wobei Gukenbiehl aber Entwarnung gibt, denn zurzeit habe dies keine Auswirkungen auf die Förderung. „Und sollte im Sommer mal ein Beregnungs- und Berieslungsverbot bzw. dessen Drosselung erforderlich sein, so teilen wir das im Amtsblatt oder dem Nibelungen Kurier mit“, so Walter Wagner.

    Nächste Arbeiten

    Als „größte Baustelle“ und Investition wird das Wasserwerk im Jahr 2025 die Zuleitung zum Hochbehälter und dessen Baubeginn in Gundersheim zu stemmen haben. Aber auch diverse Erneuerungen der Ortsnetze werden erforderlich werden.

    Hans-Peter Weiler wollte aufgrund einer möglichen Bedrohungslage hinsichtlich von Cyberangriffen wissen, wie es um die Sicherheitslage bestellt ist. „Unsere Hard- und Software wird ständig überprüft und mit den neuesten Programmen geschützt“, sagt Werkleiter Gukenbiehl.

    Auf dem Dach der neuen Halle wird zudem später eine Photovoltaikanlage montiert werden, mit der die Anlage künftig autark betrieben wird. Alle Schaltschränke wurden im zweiten Stock eingebaut, um einem Ausfall bei einem möglichen Hochwasserszenario vorzubeugen.

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