Nach Stadtratbeschluss dürfen demnächst rund 20 Pkws am Rande des Wochenmarktes abgestellt werden
Weg frei für Kurzzeitparker
Was heute bereits von vielen Autofahrern praktiziert wird, soll bald legal möglich sein. Foto: Gernot Kirch
Von Gernot Kirch Der Wormser Stadtrat hat auf seiner Sitzung am Mittwoch den Grundsatzbeschluss zum Kurzzeitparken von rund 15 bis 20 Pkws auf dem Marktplatz zwischen Hagenstraße und Petersstraße. Bei nur vier Gegenstimmen von den Grünen und drei Enthaltungen wurde der Antrag mit großer Mehrheit angenommen. Initiiert wurde das Vorhaben gemeinsam von CDU und SPD. Die Details zur Umsetzung soll nun von die Stadtverwaltung ausgearbeitet werden. Dann wird auch klar sein, ab wann die Reglung gilt, wie lange geparkt werden darf und was es kostet. Mit dem Beschluss soll das bisher wilde und nicht zulässige Parken am Rande des Wochenmarktes legalisiert werden. Noch gilt allerdings die Rechtslage, dass jeder, der seinen Wagen auf dem Platz abstellt mit einem „Knöllchen“ rechnen muss.
30 oder 60 Minuten
Im Stadtrat wurde diskutiert, wie lange so ein „Kurzparken“ sein soll: 30 Minuten, 60 Minuten oder gar noch länger? Wobei sich dann natürlich die Frage stellt, ist drei Stunden Dauerparken noch das, was die Ideengeber mit der Erledigung eines Kurzeinkaufes meinten? Ein konkrete Vereinbarung wurde im Rat noch nicht getroffen. Auch die Frage, ob das Abstellen des Pkws kostenlos sein soll oder ein Gebühr notwendig wird, war umstritten. Jeanine Emans-Heischlig von der CDU machte den Vorschlag, den Automat für Parktickets zu nutzen, der sich in unmittelbarer Nähe befindet. Dann wären es die gleichen Gebühren wie überall in der City.
Schön ist etwas anderes
Es wurde im Rat natürlich auch über die Sinnhaftigkeit der Entscheidung diskutiert, denn es gibt sicherlich einen schöneren Anblick als nur auf parkendes Blech zu schauen. So sagte Marcus Centmayer von den Grünen: „Mit dieser Entscheidung konterkarieren wir die städtebaulichen Ziele für unsere Innenstadt!“
Manch ein Bürger befürchtet gar, dass es vor der Dreifaltigkeitskirche bald so aussieht wie auf dem Parkplatz eines Einkaufszentrum, Autos so weit das Auge reicht.
Unabhängig von dem ästhetischen Aspekten gab es auch Befürchtungen über den Verkehrsfluss in der Innenstadt, weil nun bald jeder Wormser denkt, er könne einen von den 15 oder 20 Stellplätzen ergattern. Was zur Folge hat, dass ein „Park-Such-Verkehr“ um Marktplatz einsetzen wird, der den Verkehrsfluss nachhaltig ins Stocken geraten lassen könnte.
Unterstützung für Beschicker
Der Anstoss für die Parkregelung am Marktplatz kommt übrigens von einem Gespräch der Fraktionen von SPD und CDU mit den Beschickern des Wochenmarktes. Mit dem Kurzzeitparken soll die Attraktivität des Marktes gesteigert werden, denn wer möchte nach einem Einkauf schon seine schweren Taschen und Körbe voller Obst und Gemüse durch die ganze Stadt bis zu seinem Auto schleppen. Und der Wochenmarkt kann jede Unterstützung gebrauchen. Ob mit den neunen Abstellmöglichkeiten sich allerdings eine Belebung des erzielen lässt, wurde auch im Rat kritisch hinterfragt. So sagte Timo Horst von der SPD: „Ich weiß nicht, ob dies die Rettung des Marktes ist?“ Er regte an, dass mehr getan werden müsse, etwa ein Weinstand oder gar ein Marktfrühstück wie in Mainz.
Temporäre Lösung
Oberbürgermeister Michael Kissel wies abschließend daraufhin, dass es sich ohnehin nur um eine temporäre Lösung handeln könne, bis der Marktplatz bzw. der gesamte Bereich neu gestaltet werde. Bleibt abzuwarten, wie lange sich so eine temporäre Lösung hinziehen kann.