Do., 13. Dezember 2018, 12:24 Uhr
Ausstellung in der Stadtbibliothek mit Literatur zur Weihnachtszeit aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts
Weihnachten 1914-1950
Bis zum 26.Januar zeigt die Stadtbibliothek im Haus zur Münze aus ihrem historischen Bestand Literatur zur Weihnachtszeit aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Gezeigt werden Abbildungen aus Weihnachtsbüchern, die in dieser Zeit gedruckt wurden – vom Ersten Weltkrieg über die Weimarer Republik und die NS-Zeit mit dem Zweiten Weltkrieg bis zur frühen Nachkriegszeit.
Ideologische Manipulation
Ein Schwerpunkt der Ausstellung bildet die ideologische Manipulation des christlichen Weihnachtsfestes in der Zeit des Nationalsozialismus: hundertprozentige Nazis feierten Sonnenwende statt Weihnachten. Der „Sunwendmann“ ersetzte den Weihnachtsmann, an die Stelle von Maria mit dem Jesuskind trat die „Lebensmutter“ Frau Holle; sie öffnet - begleitet von Knecht Ruprecht mit einer Sackkarre - als winterliche „Lebensbringerin“ einen Sack, aus dem niedliche nackte Kindlein purzeln.
Katholische Krippenfreunde
Aus dem reichhaltigen Fundus nationalsozialistischen ‚Weihnachtsliedgutes‘, das in ausgestellten Liedheften der Zeit dokumentiert wird, sei nur „Hohe Nacht der klaren Sterne“ erwähnt, das noch heute von Heino (Aufnahmen 1969, 2013) und Rechtsrock-Bands gesungen wird. Noch war das christliche Abendland nicht vollständig verloren: Dass sich die damals noch ganz überwiegend kirchlich gebundene Bevölkerung ihre traditionellen Weihnachtsbräuche nicht vom nationalsozialistischen Zeitgeist nehmen ließ, wird im ersten Obergeschoss der Stadtbibliothek durch eine reiche Auswahl von Krippendarstellungen in noch nach 1933 erschienenen, katholischen Fachzeitschriften der Krippenfreunde gezeigt.
Freier Eintritt
Die Ausstellung ist bei freiem Eintritt zu sehen. Öffnungszeiten sind montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr und samstags von 10 bis 13 Uhr.