Seniorenbeirat: Wormser Gremium protestiert gegen die Pläne der Rheinhessen Sparkasse wegen der Schließung von Filialen und Geldautomaten
„Weil’s um mehr als Geld geht …“
Der Wormser Seniorenbeirat protestiert in einer Pressemitteilung vom 12. Juli gegen die von der Rheinhessen Sparkasse angekündigten Schließungen von Filialen und Geldautomaten.
„Weil’s um mehr als Geld geht“ – das sei laut des Beirates ein schöner Werbeslogan der Sparkasse. Denken könne sich jeder dabei, was er wolle. Die Seniorenbeiratsmitglieder hätten laut PM, damit sei auch gemeint, dass der Mensch mit einem Konto bei der Sparkasse wichtiger sei als das Geld, das bei der Sparkasse verwaltet wird.
Bei allem Verständnis für die geänderten Konsumgewohnheiten bei den Sparkassenkunden, eine so einseitige Ausrichtung auf Digitalisierung und auf Kundinnen und Kunden, die noch sehr mobil seien, befremde den Seniorenbeirat.
Natürlich gäbe es „die fitten Seniorinnen und Senioren, die sowohl digital auf dem – fast – neuesten Stand sind als auch zu Fuß, per Rad, per Auto und mit öffentlichen Verkehrsmitteln überall hinkommen“. Aber es gäbe eben auch die anderen: Seniorinnen, die mit dem Rollator nicht Bus führen und nicht genügend Geld hätten, um ständig Taxi zu fahren oder Senioren, die kein Laptop hätten oder nicht mehr gut genug sehen könnten, um beim online-Banking mitzumachen.
Der Wormser Seniorenbeirat bittet die Sparkasse nachdrücklich, getreu dem ehemaligen Slogan „Weil’s um mehr als Geld geht“, auch an diese Kundinnen und Kunden zu denken und ein Angebot zu machen, um diesem Personenkreis entgegen zu kommen.
Dauerhaft öffentlichen Zwecken dienen
Die Sparkasse als Anstalt des öffentlichen Rechts sei laut des Seniorenbeirates eine mit einer öffentlichen Aufgabe betraute Einrichtung. Diese öffentlichen Aufgaben umfassen Tätigkeitsbereiche, die im Interesse der Allgemeinheit oder des Gemeinwohls erfüllt werden und dienten dauerhaft einem öffentlichen Zweck.
„Wir fragen uns als Seniorenbeirat, erfüllt die Sparkasse, wenn sie nacheinander überall Filialen schließt und Geldautomaten abbaut noch die Interessen der Allgemeinheit und steht sie noch für das Gemeinwohl?“, so der Beirat.
Er appelliert deshalb an die Verantwortlichen im Verwaltungsrat der Rheinhessen Sparkasse, den Erhalt von Filialen und Geldautomaten in den Vororten der Stadt Worms und im Zuständigkeitsbereich der Sparkasse Rheinhessen zu überdenken und Lösungen für nicht digitalisierte und wenig mobile Kundinnen und Kunden anzubieten.
Gerne möchte sich der Seniorenbeirat der Stadt Worms einbringen und so an konstruktiven Lösungen mitarbeiten.
Nach nur zwölf Jahren wird auch die Filiale der Sparkasse im Liebenauer Feld bald der Geschichte angehören. Foto: Robert Lehr