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  • Do., 13. Juni 2013, 09:58 Uhr
    Orden der Freunde des Pfeddersheimer Weins besucht das Weinanbaugebiet „Terroir Moselle“

    Weinkulturelle Spurensuche

    Geistig-kulturelle Brücken zwischen kulturhistorischen Stätten und dem Wein zu bauen bestimmen seit fast 40 Jahren die Exkursionen des „Ordens der Freunde des Pfeddersheimer Weins“.

    Die diesjährige Vier-Tages-Fahrt führte 46 Ordensmitglieder in das „Terroir Moselle“, das drei Weinbaugebiete im Dreiländereck Deutschland, Frankreich und Luxemburg umfasst.

    Historische Spurensuche
    Mit dem Besuch der baulichen Reste der ehemaligen Abtei Gorze begaben sich die Pfeddersheimer Teilnehmer auch auf historische Spurensuche. In einer Schenkungsurkunde des Bischofs Chrodegang von Metz wurde im Jahre 754 Pfeddersheim erstmals urkundlich erwähnt. Chrodegang schenkte Teile seines Pfeddersheimer Besitzes an das von ihm gegründete nur wenige Kilometer entfernte Benediktinerkloster Gorze: „…jene Kirche, die in Pfeddersheim erbaut ist…einschließlich ihrer Einkünfte, des Wein- und Fruchtzehnten.“

    Von der ehemaligen Klosteranlage Gorze ist nur noch das in den heutigen Kirchenbau integrierte Tympanon der Klosterkirche erhalten. Es war Bischof Chrodegang, dem das Kloster im hessischen Lorsch im Jahre 764 zum persönlichen Besitz übereignet wurde, worauf er Mönche aus der Abtei Gorze nach Lorsch entsandte. Vom 10. Jh. bis zur Zeit der Bauernkriege Anfang des 16. Jhs. unterhielt das Kloster Gorze auch in Pfeddersheim auf dem St. Georgenberg ein Filialkloster.

    Metz mit Bauten aus der „Deutschen Kaiserzeit“
    Metz, Hauptstadt des Departements Moselle, besitzt mit seiner gotischen Kathedrale St. Etienne (Stephansdom) die größte Glasmalerei in einer französischen Kirche, nämlich 6500 qm bemalte Glasfläche. Darunter sind einige im 20. Jh. von Marc Chagall gestaltete Glasfenster. Die darin verwendeten Symbole lassen sich in den von Chagall ebenfalls entworfenen Fenster der Mainzer Pfarrkirche St. Stephan wiederfinden. Von 1871 bis 1918 gehörte Metz zum Deutschen Reich. Zahlreiche prachtvolle öffentliche Bauten aus der „Deutschen Kaiserzeit“ sind heute noch erhalten.

    Aktuelle europäische Geschichte erlebten die Ordensfreunde im luxemburgischen Winzerdorf Schengen im Dreiländereck. An Bord des Schiffes Princess Marie-Astried war Schengen am 14. Juni 1985 Schauplatz der Unterzeichnung des 1.internationalen Abkommens über den schrittweisen Abbau von Kontrollen an den gemeinsamen Grenzen. 40 Winzer der Region kreieren zur Erinnerung daran einen Cremant, der als „Esprit von Schengen“ vermarktet wird.

    Zurück in Deutschland beeindruckte nicht nur die historische Altstadt von Saarburg die Ordensfreunde, sondern auch der Genuss der großartigen Rieslingweine aus der Steillage „Ayler Kupp“, die teilweise einen 100 Jahre alten Rebenbestand aufweist. Kurfürst Clemens Wenzel hatte 1789 ein Dekret erlassen, nur Rieslinge anstelle Elbling an den Steilhängen der Saar anzubauen.

    Mit Weinproben in Spitzenweingütern
    Die Weinberge rund um Mosel, Saar und Ruwer gehören zu den besten und ältesten Deutschlands. Die Steillagen, das gemäßigte Klima und die Vielfalt der unterschiedlichen, überwiegend schieferhaltigen Böden entlang der drei Flussufer bieten der Rieslingtraube ideale Wachstumsbedingungen. Davon konnten sich die Exkursionsteilnehmer bei Weinproben in Spitzenweingütern der Region überzeugen, die auf eine bis zu 300 Jahre alte Weinbautradition zurückblicken können. Der letzte Halt der Studienfahrt galt der Stadt Trier mit ihren prächtigen römischen Bauten, die heute zum UNESCO-Weltkulturerbe zählen.

    Hier fand die Ordensfahrt mit einer exzellenten Weinprobe in den Bischöflichen Weingütern einschließlich einer Besichtigung der weitläufigen Gewölbekellern, der älteste Teil wurde 1593 von den Jesuiten gebaut, ihren Abschluss. Die Bischöflichen Weingüter, gegründet im 18. Jh. durch den „Riesling Bischof“ Clemens Wenzelaus von Sachsen, bewirtschaften einen Weinbergsbesitz von 95 ha aus dem Zusammenschluss im Jahre 1966 des Bischöflichen Priesterseminars, der Hohen Domkirche und des Bischöflichen Konvikts.

    Im Fassweinkeller lagern 30 Prozent der erzeugten Weine in 300 Eichenfässern mit je 1000 Liter Inhalt. Die bischöflichen Weinberge liegen in Spitzenlagen an Saar, Ruwer und Mosel und sind zu 85 Prozent mit der Rebsorte Riesling bepflanzt. Günter Bleise, Vorsitzender des „Ordens der Freunde des Pfeddersheimer Weins“, zollte auf der Heimfahrt unter dem Beifall aller Teilnehmer dem Organisator der gelungenen Exkursion Jürgen Germroth ein herzliches Dankeschön.

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