
Das Forum „Weinwirtschaft im Wandel“ in Obrigheim war am 27. April ein voller Erfolg. Die rund 80 Besucher der Gemeinschaftsveranstaltung des Bund Deutscher Oenologen (BDO) und der Verbandsgemeinde Grünstadt-Land lobten die Themenauswahl, die Referenten und die Organisation. Die sehr interessierten Teilnehmer im Rosengarten waren zum Großteil Betriebsleiter, Winzer und Oenologen aus der Pfalz und Rheinhessen, aber auch Bürgermeister und Klimaschutzmanager verschiedener Gemeinden und Journalisten von Fachzeitschriften waren anwesend. Nach der Begrüßung durch Bürgermeister Reinhold Niederhöfer und BDO-Vize-Präsident Rolf Stocké startete der erste Block zum Thema „Nachhaltige Energienutzung“. Praxisnahe Erfahrungen und konkrete Handlungsempfehlungen präsentierte Dipl.-Ing. Degünther vom DLR RNH anschaulich. Ein mittlerer Winzerbetrieb verbraucht so viel Strom, wie ein 2-3 Personenhaushalt im Jahr, wobei die Kühlung einen Großteil des Stromverbrauchs ausmacht, erläuterte er. Allein durch Verhaltensänderungen und Prozessoptimierung können laut Herr Degünther 10% des Energieverbrauchs eingespart werden. Im Best-Practice Vortrag vom Weingut Jung&Knobloch konnten sich die Zuhörer von real umgesetzten Maßnahmen eines Energiekonzeptes inspirieren lassen.
Der Leiter des Energiemanagements von Ferrero in Deutschland, Herr Thorsten Becker, zeigte plausibel auf, dass sich Energieeffizienz immer wirtschaftlich lohnt, ob in einem großen Unternehmen oder einem kleinen Familienbetrieb. Auf den Punkt gebracht ist die Energie, die ich nicht verbrauche, die beste Energie, so Herr Becker. Frau Kollert von der Energieagentur zeigte einen ganzen Strauß an Fördermöglichkeiten für investive energetische Projekte auf. Nach einer Pause mit Weinprobe von regionalen Winzern und vielen Fachgesprächen liefen im zweiten Themenblock „Quo vadis, Weinwirtschaft?“ Prof Fischer vom DLR Rheinpfalz und der Präsident der Hochschule Geisenheim Prof. Schultz zur Höchstform auf. In zwei Stunden beleuchteten sie anschaulich und verständlich die Vor- und Nachteile des Klimawandels für die weltweite Weinwirtschaft und die einzelnen Anbauregionen in Deutschland. Das Hauptproblem sehen sie in der steigenden Variabilität der Wetterlagen und in den verkürzten Ernteperioden, die den Winzern in Zukunft noch vermehrt schnelleres und zielgerichtetes Entscheiden und Handeln abverlangen werden. Sie zeigten aber auch die Chancen der Veränderungen auf, den Weinbau weiterentwickeln zu können. Konkrete neue Techniken in der Bodenbehandlung, Bewässerung und Kellerwirtschaft stellten die Professoren dem Plenum vor.
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