Bühnenbild der diesjährigen Nibelungen-Festspiele „Überwältigung“ am Dom-Nordportal vorgestellt
Weiße Stoffe und ein Hauch von Fremde
Ein Hauch von Fremde – Vor dem Wormser Dom entsteht ein „Gletscher", der als diesjähriges Bühnenbild dient. Von Links: Katrin Lehmacher, Produktionsassistentin Bühne, Petra Simon, Künstlerische und technische Betriebsdirektorin, Sascha Kaiser, Geschäftsführer KVG, und Anne Ehrlich, Bühnenbildnerin. Foto: Ina Pohl
VON JASMIN BRODDA | Am sonnigen Mittwochmorgen wurde das Bühnenbild der diesjährigen Nibelungen-Festspiele „Überwältigung“ vorgestellt. Der Geschäftsführer der Nibelungen Festspiele Worms, Sascha Kaiser, berichtete vor dem Dom-Nordportal erfreut: „Heute haben wir schon bestes Festspielwetter. Es freut uns, dass die diesjährige Inszenierung bereits komplett ausverkauft ist.“
Petra Simon, die als künstlerische und technische Betriebsdirektorin agiert, erklärte, dass die Vorbereitungen für das Bühnenbild schon früh starteten. Das Bühnenbild stelle einen Berg dar, der mit verschiedenen weißen Stoffbahnen aus unterschiedlichen Materialien ausgelegt ist und mit vielen Baugerüsten konstruiert wurde. „Die weißen Stoffbahnen vermitteln den Eindruck eines Gletschers. Dieser Gletscher symbolisiert das Fremde“, so die Bühnenbildnerin Anne Ehrlich, die zum ersten Mal eine Freilichtbühne konstruierte. Auf dem Berg sei eine kleine Hütte aufgebaut, die eine komplett spiegelnde Oberfläche besitzt. Auf der einen Seite habe diese Hütte etwas Kaltes an sich und auf der anderen Seite etwas von Zuhause, ergänzte Ehrlich. „Im Moment sind ca. 600 Quadratmeter Stoff verlegt und es wird noch einiges dazu kommen“, erzählte die Produktionsassistentin der Bühne, Katrin Lehmacher.
Verändertes Bühnenbild Anne Ehrlich deutete an, dass sich das Bühnenbild während der Vorstellung durch Wegnahme verschiedener Stoffbahnen, Projektionen und Lichttechnik verändert. Ein Teil des Stückes wird im Dom gespielt. Durch eine Live-Videoübertragung können die Zuschauer das Geschehen im Dom verfolgen. „Dieses Jahr arbeiten wir wieder mit einem Videokünstler und einem Videodesigner zusammen“, fügte Petra Simon an. Die Unterkonstruktion der Bühne wurde mit einer externen Firma erarbeitet, informierte Katrin Lehmacher. Auf der Tribüne wurden zwei Zelte für die Ton-, Licht- und Videotechnik aufgebaut, um diese vor Sonneneinstrahlung oder Regen zu schützen. Zwei Musiker werden das Schauspiel mit verschiedenen Instrumenten begleiten. „Die Unterbringung der Musiker ist , wie in den vergangenen Jahren auch schon, ein kleines Problem. Die Plätze der Musiker müssen auf jeden Fall wetterfest sein. Dieses Problem werden wir heute angehen und ich bin sicher, dass wir es gut lösen können“, so Lehmacher.
Wetterfest „Die Stoffe für das Bühnenbild wurden so ausgewählt, dass die Schauspieler auch bei Regen einen guten Halt haben und nicht ausrutschen“, betonte Ehrlich. Wobei natürlich alle Beteiligten auf gutes Wetter hoffen. „Bei der momentanen Hitze finden die morgendlichen Proben mit den Schauspielern in klimatisierten Räumen im WORMSER statt“, so Sascha Kaiser. Am Abend beziehe man dann die Bühne.
Festspiele ausverkauft In der Zeit vom 12. bis zum 28. Juli können die Zuschauer, die im Besitz von Karten sind, die Wirkung des Bühnenbildes erleben. Mit der Video- und Lichttechnik verspricht das sich noch im Aufbau befindende Bühnenbild wieder Teil der einzigartigen Kulisse zu werden und Platz für eigene Interpretationen zu schaffen.