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17.01 Uhr | 25. Juni 2022
KISS: Abschied nach 50 Jahren von den Bühnen dieser Welt mit ihrer END OF THE ROAD World Tour in der Frankfurter Festhalle!

„Well the night’s begun and you want some fun“

KISS in Frankfurt bei ihrem Bühnenabschied. Foto: Rudolf Uhrig

KISS in Frankfurt bei ihrem Bühnenabschied. Foto: Rudolf Uhrig

VON RUDOLF UHRIG „Alright, Frankfurt!“ Und dann kommen sie, nein, nicht die berühmten „drei Worte“ von Andy Borg sondern jene kultigen, die vor jedem Kiss-Konzert in die Arenen und Hallen schallen: „You wanted the best, you got the best, the hottest band in the world: Kiss!“

Ein lauter Knall, der Vorhang mit dem bekannten und markanten KISS-Schriftzug fällt – dann schweben sie vom Hallenhimmel hinunter zum Volk: der Dämon, der Raumfahrer und das Sternenkind, like a puppet on a string. Feuerwerk regnet und die „Hymne“ erklingt „standardmäßig“ wie bei zig Konzerten zuvor: „Detroit Rock City“ Unmissverständlich, ja, fast ein Befehl Paul Stanleys Textzeile: „Get up, Everybody’s gonna move their feet, Get down…“ Und „The Catman“ trommelt als ginge es um sein Leben; Stichflammen schießen immer wieder auf, der exzessive Irrsinn nimmt seinen Lauf.

Natürlich wissen die Fans was der zweite Song sein wird… richtig: „Shout It Out Loud“, ihr erster Top-40-Hit aus dem Jahre 1976. Auguren wollen wissen, dass Kiss diesen Song – einschließlich dieses Konzerts – bereits 1.700 Mail live gespielt haben sollen! „Lick It Up“, „War Machine“, „Rock And Roll Nite“, „God Of Thunder“ auch der Disco-Kracher „I Was Made For Lovin’ You“ wird vom Stapel gelassen; über zwanzig Songs.

Glitzer und Glamour, Licht und Nebel, Funken und Feuerzungen, Fontänen und Konfettiregen: es ist ein Rockspektakel erster Güte. Verstärkt durch die Markenzeichen von Paul Stanley (The Starchild), Gene Simmons (The Demon), Tommy Thayer (The Spaceman) und Eric Singer (The Catman), die zusammen 262 Jahre ins Anthropozän bringen.

Schräge Klamotten, riesige Plateaustiefel, wilde Blicke, Schminke, Schminke, Schminke und natürlich die überproportionierte Zunge von Simmons, die er locker mal um das Mikro wickeln könnte. Und das berühmte Gitarren-Plektrum auf Stanleys Zunge. (Persönliche Anmerkung: Danke an die beiden, sie wissen was Fotografen glücklich macht…).

Ganz besondere Instrumente im Einsatz
Aber die echten Fans schauen auch noch wo anders hin…auf das Handwerkszeug der Frontmänner: Z.B. auf die Leadgitarre von Tommy Thayer, eine Gibson-Explorer-Signature-Modell (Spitzname: White Lightning), deren Finish ist metallischalpin-weiß, die Teile sind verchromt, das Pickguard besteht aus einem Spiegel, die Potis sind weiß, und der Seymour-Duncan-JB-Pickup ist weiß, Achtung: nicht creme! Paul Stanley spielte mal mit Washburn oder Silvertone, in Frankfurt mit seiner Ibanez-Rhythmusgitarre PSM10-BK Paul, natürlich: „Stanley Sign“. Und Gene Simmons mit seinem schwarzen Cort-Axt-Bass.

Wer an diesem Abend im total verregneten Mainhatten dabei war, darf Gewiss sein; er hat ein Stück Musikgeschichte miterlebt. Ach, und dann tröpfelt sie doch aus den Augenwinkel, die Zähre: der Abschiedsschmerz ist da. Ja, nun ist Schluss. Aber alle wissen doch: Rock ’n’ Roll never dies; und KISS sind sowieso schon lange unsterblich.

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Geschrieben in Aus dem Nibelungenland

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